Orkan "Friederike" - Sicherheitsmaßnahmen
Vorzeitiges Unterrichtsende an einigen Schulen im Münsterland

Düsseldorf/Münsterland -

(Aktualisiert 9:52 Uhr) Das Orkantief «Friederike» hat sich mit Sturm und Schnee, Hagel und starkem Regen angekündigt. Herabstürzende Äste oder Dachziegel könnten gefährlich werden. Deshalb sorgen vor allem Zoo, Märkte und Schulen vor.

Donnerstag, 18.01.2018, 06:40 Uhr aktualisiert: 18.01.2018, 10:09 Uhr
Orkan "Friederike" - Sicherheitsmaßnahmen: Vorzeitiges Unterrichtsende an einigen Schulen im Münsterland
Foto: dpa

Noch vermelden die Polizeistellen im Münsterland die Ruhe vor dem Sturm. Durch den Orkan bedingte Einsätze hatten sie am frühen Donnerstagmorgen nicht zu vermelden. Im Laufe des Tages sei damit aber zu rechnen, so der Pressesprecher der Kreispolizei Steinfurt. 

Die Schulen gehen unterschiedlich mit der Unwetterwarnung um: Die Stadt Ahlen weist darauf hin, dass es grundsätzlich im Ermessen der Eltern liegt, ob sie bei extremen Wetterlagen ihre Kinder zum Unterricht schicken oder nicht. „Die Schulen entscheiden, ob nach Wetterlage der Unterricht gegebenenfalls verkürzt wird“, so Fachbereichsleiter Christoph Wessels. In Münsters Bodelschwinghschule läuft vorerst alles nach Unterrichtsplan, wie das Schulsekretariat bestätigte. Gleiches Bild in der Kreuzschule: Erst einmal laufe alles normal, man halte sich aber offen, auf die Wetterlage zu reagieren. 

In Nottuln ist nach der dritten Stunde Schulschluss

In Nottuln wird nach der dritten Unterrichtsstunde Schulschluss sein. Dies betrifft das örtliche Gymnasium, die Sekundarschule sowie vier Grundschulen. Wie ein Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung berichtet, wird zurzeit mit Hochdruck daran gearbeitet, dass der Busverkehr entsprechend umdisponiert wird. Hierbei handelt es sich um eine besondere Herausforderung, wenn alle Schüler zeitgleich per Bus auf den Heimweg geschickt werden.

Zwei Grundschulen in Dülmen werden ebenfalls den Unterricht nach der dritten Schulstunde beenden. Die Eltern der Schüler werden darüber informiert und gebeten, ihre Kinder abzuholen. Eine Sprecherin der Stadt Dülmen berichtete zudem, dass das Verkehrsunternehmen RVM nach der dritten Schulstunde mit einer zusätzlichen Buslinie alle Dülmener Schulen anfahren wird.

Doppeldecker bleiben im Depot

Als Vorsichtsmaßnahme vor den im Tagesverlauf angekündigten Sturmböen hat das Busunternehmen RVM im Kreis Borken am Donnerstagmorgen keine Doppeldecker-Busse rausgeschickt. Auch im Kreis Coesfeld werden die Doppeldecker-Busse angesichts des stärker werdenden Sturms voraussichtlich wieder ins Depot zurückfahren und durch klassische Busse sowie Gelenkbusse ersetzt, sagte ein RVM-Sprecher.

Die nächsten Stunden könnten in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens sehr ungemütlich werden: Wetterexperten warnen vor dem Orkantief «Friederike», das im Laufe des Vormittags über NRW hinwegfegen soll. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) gab für die Zeit von 7 Uhr morgens an bis zum Abend eine Unwetterwarnung für alle fünf NRW-Regierungsbezirke heraus. Erwartet werden Sturmböen bis zu orkanartigen Böen von 90 bis 130 Kilometern pro Stunde. Die Polizei erklärte in der Nacht, sie sei auf den Sturm vorbereitet. Im Osten Nordrhein-Westfalens sollte es zudem noch in den Morgenstunden schneien.

Die Feuerwehr Dortmund riet, am Donnerstag nach Möglichkeit zu Hause zu bleiben. Wer sich draußen aufhalte, sollte zumindest die Nähe von Bäumen meiden und auf umherfliegende Gegenstände achten. Herabstürzende Äste oder Dachziegel seien zu befürchten, hieß es in der Warnung des DWD. Es könnten auch Bäume entwurzelt werden.

Zoos bleiben geschlossen

Schulen können selbst wählen, ob sie aus Sicherheitsgründen geschlossen bleiben. Bleibt eine Schule geöffnet, können die Eltern entscheiden, ob sie ihre Kinder lieber zu Hause lassen wollen. Sie müssten dann aber die Schule informieren, teilte das Ministerium mit. Schulschließungen wegen Sturmfolgen hatte es etwa Anfang Juni 2014 in weiten Teilen des Ruhrgebietes gegeben. In Köln, Dortmund und Duisburg bleiben zudem die Zoos geschlossen, unter anderem in Bochum wurden die Wochenmärkte abgesagt.

Auch der Allwetterzoo Münster bleibt am Donnerstag geschlossen. Die Tiere werden an diesem Tag in den Häusern bleiben, sagte eine Sprecherin des Zoos.

Wegen des Sturmtiefs fahren Regionalzüge der Bahn am Donnerstag in NRW langsamer. Nach Angaben der Deutschen Bahn wird es deshalb zu Verspätungen kommen, weil die Geschwindigkeit der Züge reduziert wird. Damit wird der Bremsweg kürzer, wenn Lokführer etwa umgestürzte Bäume vor sich auf dem Gleis liegen sehen, wie ein Bahnsprecher in Berlin am Mittwochabend erklärte. Im Fernverkehr seien Auswirkungen ebenfalls möglich. Konkrete Maßnahmen wurden bis zum frühen Morgen aber nicht genannt.

Schnee und glatte Straßen hatten schon Mittwoch für zahlreiche Unfälle auf den Straßen in NRW gesorgt. Allein bei mehreren Busunfällen wurden insgesamt mindestens 17 Menschen verletzt, darunter Schulkinder.

Orkan am Jahrestag von Kyrill

"Friederike" tobt ausgerechnet am Jahrestag von Kyrill über Deutschland. Am 18. Januar 2007 starben allein in Deutschland elf Menschen, Millionen Bäume stürzten um. Von Sturmtief "Friederike" wird jedoch kein vergleichbarer Schaden erwartet.

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