Kunsthalle zeigt „A Minute Ago“ von Rachel Rose
Gefühle der Angst und Ohnmacht

Münster -

„A Minute Ago“ beginnt mit „So wonderful“ und „Wow!“. „Aua“ wäre der passende Ausdruck. Denn urplötzlich schießen eisige Kugeln auf den Strand mit seinen unbekleideten Gästen. Das Wasser schäumt vor Einschlägen. Schnitt: Ein Mann wandelt total unscharf, quasi nur ein geisterhafter Schatten seiner selbst, in einem Haus aus Glas.

Donnerstag, 18.01.2018, 17:58 Uhr aktualisiert: 19.01.2018, 10:21 Uhr
Geisterhaft unscharf erläutert Philip Johnson sein legendäres Glashaus. Rachel Roses „A Minute Ago“ zeigt, das nichts vor Zerstörung sicher sein kann.
Geisterhaft unscharf erläutert Philip Johnson sein legendäres Glashaus. Rachel Roses „A Minute Ago“ zeigt, das nichts vor Zerstörung sicher sein kann. Foto: Courtesy the Artist

„A Minute Ago“ soll von Gefühlen der Angst und Ohnmacht inspiriert worden sein, die Rachel Rose hatte, während der Hurrikan „Sandy“ 2012 um die Künstlerin herum wütete, schreibt Kurator Marcus Lütkemeyer in seinem Saaltext: „Uneindeutig zwischen Collage- und Montageverfahren pendelnd, weder narrativ noch abstrakt, zwängt der Film unterschiedlichste Einstellungen, Szenarien, Motive, Zeit-, Handlungs- und Wirklichkeitsebenen in einen unnachgiebigen Rahmen: Der ungeschnittene YouTube-Clip eines Strandlebens in Sibirien, aufgemischt durch Hagelschlag – ein geträumt anmutender Rundgang durch das weltberühmte, 1949 errichtete ‚Glass House’ des umstrittenen Architekten Philip Johnson – Nicolas Poussins Gemälde ‚Landschaft mit Bestattung des Phocion’ (1648-1649), das die Grablegung des durch die athenische Volksversammlung zum Tod verurteilten Feldherrn in einer arkadischen Landschaftskulisse zeigt.“

In dem rund zehnminütigen Film beschießen die drei Bildmotive den Zuschauer phasenweise stroboskopartig flackernd. Zwischenzeitlich ist auf einem abgemähten Feld auch ein „Bambi“-Kitz zu sehen – Inbegriff der unschuldigen Niedlichkeit mit dem Potenzial zur Verkitschung.

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„A Minute Ago“ ist bis zum 25. Januar in der Kunsthalle Münster, Hafenweg 28, zu sehen. Der Eintritt ist frei.

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