Gestrandet an Gleis 9
Am Bahnhof ging ab Mittag nichts mehr

Münster -

Gerald Smid ist Niederländer, lebt in Finnland und wollte am Donnerstag mit dem Zug von Hamburg nach Düsseldorf fahren. Am Donnerstagmittag sitzt er im Intercity 2313 auf Gleis 9 des münsterischen Hauptbahnhofs fest, vor ihm der Bildschirm seines Laptops mit der Sturmkarte des Wetterdienstes.

Donnerstag, 18.01.2018, 19:01 Uhr aktualisiert: 18.01.2018, 19:30 Uhr
Gestrandet an Gleis 9: Am Bahnhof ging ab Mittag nichts mehr
Aus der Reise nach Berlin wurde nichts: Die Mitarbeiter von WWU-Professor Hans-Christian Pape, der nun ohne heimische Verstärkung sein Amt als Präsident der Humboldt-Stiftung antreten musste. Foto: Karin Völker

„Nach Düsseldorf werde ich so schnell nicht kommen“, unkt Smid mit Gelassenheit. Auch seine Sitznachbarin nimmt es mit Humor. Eigentlich wollte die Osnabrückerin nach Köln, um am Abend Karneval zu feiern. Die anderen Fahrgäste im Waggon wollen lachend wissen, welches Kostüm sie im Koffer hat.

So ärgerlich der Zwangstopp ist – dass die Bahn bei Windstärke 12 nicht mehr fahren kann, das leuchtet im Hauptbahnhof Münster allen Steckengebliebenen und Gestrandeten ein. „Daran ist nichts zu ändern“, sagen Brigitte und Peter Wagner aus Nordwalde, die nach Bremen wollen, um von dort in die Türkei zu fliegen. „Zum Glück erst Freitag“, sagen die beiden und hoffen, den Flieger noch zu erreichen. Fliegen will auch Ofer Sela – und zwar von Düsseldorf nach Tel Aviv. Der Generaldirektor des Israel Symphony-Orchesters Rishon Le-Zion war in der Partnerstadt Münster zu Gast, jetzt hat er Zweifel, ob er sein Flugzeug erreicht, und ob das überhaupt starten kann.

Katrin Wagner und mit ihr 34 Kollegen vom Institut für Physiologie I der Uni Münster haben unterdessen ihre Reisepläne begraben. Sie alle wollten nach Berlin, wo am Abend ihr Chef, Prof. Hans-Christian Pape als neuer Präsident der Alexander-von-Humboldt-Stiftung in sein Amt eingeführt wurde. Wagner, Papes Sekretärin, ist sichtbar traurig. „Wir fahren jetzt alle nach Hause“, sagt sie. Doch das ist für sie und viele andere im Bahnhof gar nicht so leicht. Denn auch der Busverkehr draußen vor dem Bahnhof ist mittlerweile schwer gestört. Davon kann auch Karl-Heinz Kremer aus Borken ein Lied singen., seine Fahrt mit dem Regionalbus der Linie S 75 endete schon vormittags in Merveldt, dort chartete er ein Taxi nach Münster zum Bahnhof um seinen Zug nach Hamburg zu erreichen. Jetzt geht er erst mal in Café. Immerhin hat Münster jetzt einen schönen Bahnhof.

 

Orkantief Friederike in Münster

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  • Das Dach eines zur Bahn gehörenden Gebäude ist durch den Sturm schwer beschädigt worden.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Es stürzte teilweise auf die Gleisanlagen im Bereich der Überführungen über die Hafenstraße.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die Hafenstraße wurde gesperrt.

    Foto: Jürgen Grimmelt
  • Die Hafenstraße vom Hansaring aus.

    Foto: Jürgen Grimmelt
  • Auch am Hafen gab es eine Sperrung. Der Mittelhafen wurde zwischen dem Hafenweg (Höhe Vapiano) und dem Flechtheimspeicher gesperrt.

    Foto: Jürgen Grimmelt
  • Das Dach des Fernwärmespeichers der Stadtwerke hob sich durch die Orkanböen.

    Foto: Jürgen Grimmelt
  • An der Wolbecker Straße stürzte eine Ampel um.

    Foto: Matthias Ahlke
  • An der WLE-Bahnstrecke in Gremmendorf stürzte ein Baum auf die Gleise.

    Foto: Helmut Etzkorn
  • Die Weseler Straße war wegen eines umgekippten Baums zwischenzeitlich nicht befahrbar.

    Foto: Björn Meyer
  • Auf der A1 wurde zwischen Münster-Nord und Greven ein Lkw umgeweht.

    Foto: Katrin Jünemann
  • An vielen Straßen gab es kein Durchkommen.

    Foto: Helmut Etzkorn
  • Stürmischer Donnerstag in Münster: Tief „Friederike“ fegt mit Orkanböen durch die Stadt und richtet einige Schäden an.

    Foto: Oliver Werner
  • An der von-Steuben-Straße...

    Foto: Oliver Werner
  • ...haben sich Blechteile von einem Dach gelöst.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Straße wurde gesperrt.

    Foto: Oliver Werner
  • Von herunterstürzenden Ästen und Dachziegeln ging am Donnerstag Gefahr aus.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Polizei empfahl, „am besten zu Hause zu bleiben“.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Feuerwehr sichert das Dach an der von-Steuben-Straße.

    Foto: Oliver Werner
  • Über 300 Einsätze vermeldete die Polizei bereits am Mittag.

    Foto: Oliver Werner
  • Der Bahnverkehr in NRW wurde wegen des Sturms eingestellt.

    Foto: Oliver Werner
  • Hunderte Reisende strandeten in Münster.

    Foto: Oliver Werner
  • Die meisten Gestrandeten bleiben gelassen.

    Foto: Oliver Werner
  • Zum Teil taten sich Reisende zusammen, um mit dem Taxi weit entfernte Ziele – etwa den Flughafen Düsseldorf – zu erreichen.

    Foto: Oliver Werner
  • Sehen Sie im Folgenden weitere Sturm-Bilder aus Münster

    Foto: Oliver Werner
  • Waghalsige nutzten die enormen Windstärken...

    Foto: Matthias Ahlke
  • ...für eine Runde Windsurfen auf dem Aasee.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Der Ein- und Ausstieg erfolgte über die Treppe bei den 'Giant Pool Balls'.

    Foto: Matthias Ahlke
  • In der Fliednerstraße kippte ein Container um.

    Foto: Oliver Werner
  • am Hauptbahnhof wurden Fahrräder umgeweht.

    Foto: Oliver Werner
  • Umgeknickte Schilder

    Foto: Oliver Werner
  • Umgeknickte Schilder

    Foto: Oliver Werner
  • Umgeknickte Schilder

    Foto: Oliver Werner
  • Windsurfen am Aasee

    Foto: Matthias Ahlke
  • Windsurfen am Aasee

    Foto: Matthias Ahlke
  • Windsurfen am Aasee

    Foto: Matthias Ahlke
  • "Friederike" zerrte auch an Baugerüsten. Hier wurde eine Plane zerfleddert.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die Feuerwehr beseitigt einen Baum, der auf die Weseler Straße gestürzt ist.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Ein Baum fiel auf die Antoniuskirche.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Umgestürzter Baum an der Mecklenbecker Straße

    Foto: Matthias Ahlke
  • Dutzende Bäume stürzten in Münster um.

    Foto: Matthias Ahlke
  • An den Osmo-Hallen 

    Foto: Matthias Ahlke
  • Ein großes Werbeplakat wurde davongeweht.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Auf der Umgehungsstraße

    Foto: Matthias Ahlke
  • Der Deckel einer Litfaßsäule wurde abgeweht.

    Foto: Oliver Werner
  • Auch diese Zweiräder wurden umgeworfen.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Uniklinik sperrte den Zugang zu einem Bettenturm.  Alle Mitarbeiter seien angewiesen worden, ihre Dienstgebäude nicht während des Sturms zu verlassen. Untersuchungen und Behandlungen, die es erforderlich machten, Patienten in andere Gebäude zu bringen, seien verschoben worden.

    Foto: Lukas Speckmann
  • Vor der Montessori-Schule an der Soester Straße stürzte ein Baum um.

    Foto: Oliver Werner
  • Ein Baum stürzte auf die Antoniuskirche.

    Foto: Oliver Werner
  • In der Delpstraße im Aaseeviertel stürzte ein Baum auf ein Haus.

    Foto: Oliver Werner
  • Großen Andrang gab es am Hauptbahnhof auf die Busse, die als Schienenersatzverkehr eingesetzt wurden.

    Foto: Oliver Werner
  • Großen Andrang gab es am Hauptbahnhof auf die Busse, die als Schienenersatzverkehr eingesetzt wurden.

    Foto: Oliver Werner
  • Großen Andrang gab es am Hauptbahnhof auf die Busse, die als Schienenersatzverkehr eingesetzt wurden.

    Foto: Oliver Werner
  • Der Bahnverkehr wurde in NRW am Morgen abgesagt.

    Foto: Oliver Werner
  • Am Nachmittag war klar: Bis zum Betriebsschluss fuhr kein Zug mehr. Am späten Nachmittag waren die Bahnsteige am Hauptbahnhof leer.

    Foto: Oliver Werner
  • An die gestrandeten Fernreisenden hat die Bahn am Hauptbahnhof Taxen- und Hotelgutscheine verteilt.

    Foto: Oliver Werner

 

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