Orkan richtet Millionen-Schäden an
Sturmböen rütteln an den Dächern

Münster -

An der Hafenstraße ging nichts mehr. Für Stunden saß der Verkehr dort bis zum Abend fest, weil Orkan „Friederike“, der mit bis zu 130 km/h über Münster fegte, große Teile eines Daches eines alten Bahngebäudes unweit der Unterführung mitgerissen hatte. Sie fielen vor allem auf die Gleise.

Donnerstag, 18.01.2018, 21:00 Uhr aktualisiert: 18.01.2018, 21:55 Uhr
Orkan richtet Millionen-Schäden an: Sturmböen rütteln an den Dächern
Große Teile des Daches riss Orkan „Friederike“ vom alten Bahngebäude ab und wehte sie auf die Gleise und auf die Hafenstraße, wo der Straßenverkehr bis zum Abend zusammenbrach. Foto: Matthias Ahlke

Münster erlebte ausgerechnet am Jahrestag des damals verheerenden Sturmtiefs „Kyrill“ über die Mittagszeit gut zwei Stunden, die es in sich hatten. Die Sturmböen schüttelten die Stadt kräftig durch. Die Feuerwehr, die am Morgen Vollalarm ausgelöst hatte und mit 400 Kräften im Einsatz war, verzeichnete knapp 500 Einsätze. Ein Feuerwehrmann wurde verletzt, weitere Personenschäden wurden zunächst nicht bekannt. Die Sachschäden gehen in die Millionen. Die Polizei spricht von 220 Anrufen im Stadtgebiet.

Orkantief Friederike in Münster

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  • Das Dach eines zur Bahn gehörenden Gebäude ist durch den Sturm schwer beschädigt worden.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Es stürzte teilweise auf die Gleisanlagen im Bereich der Überführungen über die Hafenstraße.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die Hafenstraße wurde gesperrt.

    Foto: Jürgen Grimmelt
  • Die Hafenstraße vom Hansaring aus.

    Foto: Jürgen Grimmelt
  • Auch am Hafen gab es eine Sperrung. Der Mittelhafen wurde zwischen dem Hafenweg (Höhe Vapiano) und dem Flechtheimspeicher gesperrt.

    Foto: Jürgen Grimmelt
  • Das Dach des Fernwärmespeichers der Stadtwerke hob sich durch die Orkanböen.

    Foto: Jürgen Grimmelt
  • An der Wolbecker Straße stürzte eine Ampel um.

    Foto: Matthias Ahlke
  • An der WLE-Bahnstrecke in Gremmendorf stürzte ein Baum auf die Gleise.

    Foto: Helmut Etzkorn
  • Die Weseler Straße war wegen eines umgekippten Baums zwischenzeitlich nicht befahrbar.

    Foto: Björn Meyer
  • Auf der A1 wurde zwischen Münster-Nord und Greven ein Lkw umgeweht.

    Foto: Katrin Jünemann
  • An vielen Straßen gab es kein Durchkommen.

    Foto: Helmut Etzkorn
  • Stürmischer Donnerstag in Münster: Tief „Friederike“ fegt mit Orkanböen durch die Stadt und richtet einige Schäden an.

    Foto: Oliver Werner
  • An der von-Steuben-Straße...

    Foto: Oliver Werner
  • ...haben sich Blechteile von einem Dach gelöst.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Straße wurde gesperrt.

    Foto: Oliver Werner
  • Von herunterstürzenden Ästen und Dachziegeln ging am Donnerstag Gefahr aus.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Polizei empfahl, „am besten zu Hause zu bleiben“.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Feuerwehr sichert das Dach an der von-Steuben-Straße.

    Foto: Oliver Werner
  • Über 300 Einsätze vermeldete die Polizei bereits am Mittag.

    Foto: Oliver Werner
  • Der Bahnverkehr in NRW wurde wegen des Sturms eingestellt.

    Foto: Oliver Werner
  • Hunderte Reisende strandeten in Münster.

    Foto: Oliver Werner
  • Die meisten Gestrandeten bleiben gelassen.

    Foto: Oliver Werner
  • Zum Teil taten sich Reisende zusammen, um mit dem Taxi weit entfernte Ziele – etwa den Flughafen Düsseldorf – zu erreichen.

    Foto: Oliver Werner
  • Sehen Sie im Folgenden weitere Sturm-Bilder aus Münster

    Foto: Oliver Werner
  • Waghalsige nutzten die enormen Windstärken...

    Foto: Matthias Ahlke
  • ...für eine Runde Windsurfen auf dem Aasee.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Der Ein- und Ausstieg erfolgte über die Treppe bei den 'Giant Pool Balls'.

    Foto: Matthias Ahlke
  • In der Fliednerstraße kippte ein Container um.

    Foto: Oliver Werner
  • am Hauptbahnhof wurden Fahrräder umgeweht.

    Foto: Oliver Werner
  • Umgeknickte Schilder

    Foto: Oliver Werner
  • Umgeknickte Schilder

    Foto: Oliver Werner
  • Umgeknickte Schilder

    Foto: Oliver Werner
  • Windsurfen am Aasee

    Foto: Matthias Ahlke
  • Windsurfen am Aasee

    Foto: Matthias Ahlke
  • Windsurfen am Aasee

    Foto: Matthias Ahlke
  • "Friederike" zerrte auch an Baugerüsten. Hier wurde eine Plane zerfleddert.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die Feuerwehr beseitigt einen Baum, der auf die Weseler Straße gestürzt ist.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Ein Baum fiel auf die Antoniuskirche.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Umgestürzter Baum an der Mecklenbecker Straße

    Foto: Matthias Ahlke
  • Dutzende Bäume stürzten in Münster um.

    Foto: Matthias Ahlke
  • An den Osmo-Hallen 

    Foto: Matthias Ahlke
  • Ein großes Werbeplakat wurde davongeweht.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Auf der Umgehungsstraße

    Foto: Matthias Ahlke
  • Der Deckel einer Litfaßsäule wurde abgeweht.

    Foto: Oliver Werner
  • Auch diese Zweiräder wurden umgeworfen.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Uniklinik sperrte den Zugang zu einem Bettenturm.  Alle Mitarbeiter seien angewiesen worden, ihre Dienstgebäude nicht während des Sturms zu verlassen. Untersuchungen und Behandlungen, die es erforderlich machten, Patienten in andere Gebäude zu bringen, seien verschoben worden.

    Foto: Lukas Speckmann
  • Vor der Montessori-Schule an der Soester Straße stürzte ein Baum um.

    Foto: Oliver Werner
  • Ein Baum stürzte auf die Antoniuskirche.

    Foto: Oliver Werner
  • In der Delpstraße im Aaseeviertel stürzte ein Baum auf ein Haus.

    Foto: Oliver Werner
  • Großen Andrang gab es am Hauptbahnhof auf die Busse, die als Schienenersatzverkehr eingesetzt wurden.

    Foto: Oliver Werner
  • Großen Andrang gab es am Hauptbahnhof auf die Busse, die als Schienenersatzverkehr eingesetzt wurden.

    Foto: Oliver Werner
  • Großen Andrang gab es am Hauptbahnhof auf die Busse, die als Schienenersatzverkehr eingesetzt wurden.

    Foto: Oliver Werner
  • Der Bahnverkehr wurde in NRW am Morgen abgesagt.

    Foto: Oliver Werner
  • Am Nachmittag war klar: Bis zum Betriebsschluss fuhr kein Zug mehr. Am späten Nachmittag waren die Bahnsteige am Hauptbahnhof leer.

    Foto: Oliver Werner
  • An die gestrandeten Fernreisenden hat die Bahn am Hauptbahnhof Taxen- und Hotelgutscheine verteilt.

    Foto: Oliver Werner

Viele Schadensmeldungen

Gleich auf mehrere Häuser krachten entwurzelte Bäume, so an der Delpstraße, an der Lönsstraße und am Rande von Sprakel. An der Promenade rissen Sturmböen vier Linden um. Auf die Sakristei der Antoniuskirche an der Moltkestraße krachte ein Baum.

Die Stadt spricht von 50 umgestürzten Bäumen im Zuständigkeitsbereich des Grünflächenamtes. Zwei davon fielen auf parkende Autos. Am Rande des Parks Sentmaring seien Bäume in Nachbargärten gefallen. Die Schäden in der Hohen Ward und im Bereich Dyckburg sollen massiv sein. „Auch aus Kinderhaus gibt es viele Schadensmeldungen“, sagt der Leiter des Grünflächenamtes, Heiner Bruns.

Zahlreiche Ampelausfälle

Überall in der Stadt knickten Verkehrsschilder und Bauzäune um. Es kam zu zahlreichen Ampelausfällen – ein Mast fiel an der Wolbecker Straße um – und Straßensperrungen, so bei der Von-Steuben- und der Ludgeristraße.

Die Polizei war mit 224 Beamten in der Stadt und auf den Autobahnen im Einsatz. Sie kümmerten sich um Straßensperrungen und Unfälle, die durch umgekippte Lkw und abgeknickte Bäume verursacht wurden.

Umgestürzte Bäume, umherwehende Planen, Verkehrsschilder oder Baustellenteile lösten überwiegend die Einsätze aus. Von Dächern stürzende Ziegel und Fassadenteile veranlassten 17 Notrufe. In drei Oberleitungen verfingen sich Bäume. Die Beamten nahmen 15 Unfälle auf. Betroffen waren Westfalenstraße, Weseler Straße, Wilkinghege, Nottebrock, Hafenstraße und Amelsbürener Straße.

Sturmschäden in Münsters Norden

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    Foto: kaj
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    Foto: Dirk Müller
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    Foto: Wolfgang Wagner
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Am Uniklinikum wurde der Zugang zum Westturm weiträumig gesperrt: Ein Baugerüst am Turm schien nicht mehr sicher genug. Patienten und Besucher wurden zum Ost-Eingang umgeleitet. Auch die Straße Am Mittelhafen wurde gesperrt, da sich das Dach des Fernwärmespeichers der Stadtwerke gehoben hatte.

Im Busverkehr kam es zwar zu erheblichen Einschränkungen, er sei aber weitestgehend stabil unterwegs gewesen, sagt Stadtwerke-Sprecher Florian Adler. „Es kam zu Ausfällen, weil Busse hinter Sperrungen standen und nicht weiterkamen.“ Die Stadtwerke fuhren zusätzlich mit Ersatzbussen und Reservefahrern, um die Taktung halbwegs halten zu können. Zu Unfällen mit Bussen sei es nicht gekommen.

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