Aktion „Winkelmeyer wettet“ ist beendet
Neue Anlage, kein Eisbad

Münster -

Orkan „Friederike“ kam drei Tage zu früh. Schon am Donnerstag riss der Sturm das „Spenden-Barometer“ von der Fassade der Epiphanias-Kirche in Münster. Bei 21.000 Euro war die Spendenuhr im Dezember angehalten worden. Am Sonntag sollte als krönender Abschluss das Plakat abgehängt werden – doch „Friederike“ hatte etwas dagegen.

Montag, 22.01.2018, 09:00 Uhr
Das Spendenplakat sichern (v.l.): Bärbel Dahlhaus (Frauenhilfe), Pfarrer Frank Winkelmeyer, Jochen Kirschner (Gemeindeleitung), Thomas Groll (Kreiskirchenamt) und Kirsten Schwarz-Weßeler (Gemeindeleitung).
Das Spendenplakat sichern (v.l.): Bärbel Dahlhaus (Frauenhilfe), Pfarrer Frank Winkelmeyer, Jochen Kirschner (Gemeindeleitung), Thomas Groll (Kreiskirchenamt) und Kirsten Schwarz-Weßeler (Gemeindeleitung). Foto: bsc

Dennoch waren die Organisatoren zum Abschluss der Jahreskampagne „Winkelmeyer wettet“ rundum zufrieden. 245 Unterstützer der evangelischen Kirchengemeinde spendeten im Durchschnitt etwa 85 Euro für eine neue Ton- und Lautsprecheranlage.

Am Sonntag hieß es dann „Winkelmeyer sagt Danke“ – und das gleich in doppelter Hinsicht: Zum einen bedankte sich Pfarrer Frank Winkelmeyer dafür, dass ihm seine Wette, die Gemeinde würde nicht genügend Geld zusammenbekommen, kein winterliches Eisbad im Kanal beschert hat.

Denn die Spender konnten zwischen drei Wetteinsätzen des Pfarrers wählen. Am Ende siegten die Sorgen der älteren Gemeindemitglieder um die Gesundheit Winkelmeyers. So wird er nun wegen seiner verlorenen Wette am 16. Februar „Essen auf Rädern“ ausfahren. „Ich freue mich, dass die Spender sich für diese Option entschieden haben“, so Winkelmeyer.

Störgeräusche und Ausfälle

Zum anderen war er natürlich glücklich, dass die Gemeinde nun das Geld für die Anschaffung einer neuen Anlage hat. „Die alte Anlage war sehr betucht, es kam immer wieder zu Störgeräuschen und Ausfällen“, berichtet Jochen Kirschner aus der Gemeindeleitung. „Sogar in den Weihnachtsgottesdiensten hatten wir Probleme“, blickt Winkelmeyer zurück. Die Anlage sei seit dem Bau der Kirche 1963 nicht erneuert worden, lediglich sporadisch habe man einzelne Teile ausgetauscht.

Einjährige Sammelaktion

Doch warum finanziert die Gemeinde die neue Anlage nicht aus den Einnahmen der Kirchensteuer? Die Kirchensteuer fließe fast ausschließlich in die Instandhaltung der Gebäude, erklärt Winkelmeyer. „Allein die Sanierung des Kirchturms hat uns vor zwei Jahren 200.000 Euro gekostet.“

Geld, das dann an anderer Stelle fehlt. Doch für den Pfarrer standen während der einjährigen Sammelaktion nicht allein die Finanzen im Vordergrund, sondern auch die Möglichkeit, mit Menschen in Kontakt zu treten. Die wird er im Februar noch ein weiteres Mal haben – nämlich dann, wenn er seinen Wetteinsatz einlöst.

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