Testlauf für den Katholikentag
Video: Gemeinsames Glockengeläut

Münster -

(Aktualisiert um 15 Uhr) Für zehn Minuten haben am Montagmorgen zwischen 9.45 und 9.55 Uhr die Glocken des Doms, der Lambertikirche sowie der Überwasserkirche gemeinsam geläutet. Das ist eine Seltenheit: Zuletzt waren die Glocken nach der Wahl von Papst Franziskus gemeinsam zu hören.

Montag, 22.01.2018, 11:16 Uhr aktualisiert: 22.01.2018, 15:39 Uhr
Testlauf für den Katholikentag: Video: Gemeinsames Glockengeläut
Kardinal, so heißt die größte und mit 7,6 Tonnen auch die schwerste Glocke im Dom (Mitte). Foto: Matthias Ahlke

Wenige Augenblicke bevor die Uhr auf seinem Smartphone 9.45 Uhr schlägt, steht Domkapitular Dr. Klaus Winterkamp am Montagmorgen gemeinsam mit Christian Meyer, Koordinator für den Katholikentag im Bistum, auf dem Domplatz. Dann setzt Glockengeläut ein. Doch nicht nur im Dom, auch St. Lamberti und die Überwasserkirche stimmen mit ein. Das letzte Mal, dass diese drei Innenstadtkirchen gemeinsam zu hören waren, „war bei der Wahl von Papst Franziskus“, weist Winterkamp auf das seltene Zusammenspiel hin. Am Montag jedoch hat das Läuten selbstverständlich einen gänzlich anderen Grund.

Katholikentag 2018

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Die Aktion ist eine Probe für den Katholikentag, der vom 9. bis 13. Mai in Münster stattfinden wird. Dann sollen beim Eröffnungsgottesdienst die Glocken der drei Kirchen abermals gemeinsam zu hören sein. Allerdings nur genau so lange, bis die Fernsehübertragung an diesem Tag beginnt. Um zu gewährleisten, dass kein Nachschwingen mehr im Fernsehen zu hören sein wird, ist die Probe angesetzt.

Testlauf für den Katholikentag: Gemeinsames Probeläuten

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  • Für zehn Minuten haben am Montagmorgen zwischen 9.45 und 9.55 Uhr die Glocken des Doms, der Lambertikirche sowie der Überwasserkirche gemeinsam geläutet.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Alles digital: Über diesen Touchscreen wird das Glockengeläut eingestellt.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Grund für das gemeinsame Läuten war der Katholikentag, der vom 9. bis 13. Mai in Münster stattfinden wird.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Testlauf für den Katholikentag: Gemeinsames Probeläuten Foto: Matthias Ahlke
  • Testlauf für den Katholikentag: Gemeinsames Probeläuten Foto: Matthias Ahlke
  • Domkapitular Dr. Klaus Winterkamp

    Foto: Matthias Ahlke
  • Testlauf für den Katholikentag: Gemeinsames Probeläuten Foto: Matthias Ahlke
  • Domkapitular Dr. Klaus Winterkamp vor dem Paulusdom in Münster.

     

    Foto: Matthias Ahlke

In der Sakristei des Doms steht am Montagmorgen Ewald Ikemann, einer der drei Küster der Kirche. Vor ihm liegt ein Zettel, auf dem für jede der zehn Kirchenglocken des Doms zwei Zeiten notiert sind. Ein kurzer Blick noch, dann geht es Punkt 9.45 Uhr los. Ikemann startet die Glocken, die alle einen eigenen Namen haben, der Größe nach. Kardinal, so heißt die größte, stellt Ikemann als erstes an. Danach im Fünf-Sekunden-Takt die anderen neun, bis er bei Raphael angekommen ist, der kleinsten Glocke im Dom. „Das Ausstellen wird diffiziler“, sagt Ikemann mit einem Schmunzeln. Denn je nach Größe schwingen die Glocken unterschiedlich lange nach. Raphael etwa steht bereits nach 25 Sekunden still, der 7,6 Tonnen schwere Kardinal braucht dagegen fast fünf Minuten, bis er nicht mehr zu hören ist.

Ab 9.50 Uhr hören Meyer und Winterkamp auf dem Domplatz daher genau hin. Aus gutem Grund: Ist nach 9.55 Uhr noch Glockengeläut zu hören, „dann müssen wir weiter proben. Solange bis es passt“, sagt der Domkapitular. Doch soweit kommt es nicht. „Der Kardinal wird schon schwächer“, stellt Winterkamp fest, als sein Smartphone 9.52 Uhr anzeigt. Sein Gehör ist geschult, um 9.53 Uhr ist er sich bereits sicher: „Das klappt.“

Und tatsächlich: Wenige Sekunden, bevor die Smartphone-Anzeige auf 9.45 Uhr springt, schlägt der Kardinal ein letztes Mal. Auch von St. Lamberti und der Überwasserkirche ist nichts mehr zu hören. „So können wir das machen“, sagt Winterkamp zufrieden in die Stille. Nur ein kleines Fragezeichen bleibt noch, denn die Dauer des Nachklingens hängt auch vom Wetter ab. Bei Wind schwingt der Kardinal etwa eine Minute länger nach. Vor dem Eröffnungsgottesdienst im Mai gilt es also auch einen Blick in den Himmel zu werfen. „Aber die Herren hier haben einen guten Draht nach oben“, sagt Christian Meyer lachend mit einem Fingerzeig auf den Dom.

Glockengeläut

Nicht nur beim Eröffnungsgottesdienst am 9. Mai wird gemeinsames Glockengeläut in Münster erklingen. Zur Heiligen Messe des Hochfests Christi Himmelfahrt am 10. Mai sowie zum Hauptgottesdienst am 13. Mai werden sogar die Glocken aller Innenstadtkirchen gemeinsam läuten.

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