Extremwetter in den Alpen
Skifahrer aus Münster in St. Anton eingeschneit

St. Anton/Münster -

Eine zehnköpfige Ski-Gruppe aus Münster ist in St. Anton in Tirol eingeschneit. Nach den starken Schneefällen vom Wochenende ist der Ort von der Außenwelt abgeschnitten. 

Montag, 22.01.2018, 14:08 Uhr aktualisiert: 22.01.2018, 22:34 Uhr
Extremwetter in den Alpen: Skifahrer aus Münster in St. Anton eingeschneit
Die Straße von Täsch nach Zermatt (Schweiz) ist am 21.01.2018 wegen Lawinengefahr gesperrt. Der Wintersportort Zermatt in der Schweiz ist nach ergiebigen Schneefällen erneut nur noch aus der Luft erreichbar. Foto: dpa

Fast eineinhalb Meter Schnee sind am Wochenende in Teilen der österreichischen Alpen gefallen. Viele Orte sind seitdem von der Außenwelt abgeschnitten – darunter St. Anton am Arlberg, wo derzeit Ralf Buddendieck mit neun weiteren Münsteranern seinen Ski-Urlaub verbringt. Beunruhigt sei die Gruppe jedoch bislang nicht, versichert der 53-jährige Albachtener: „Wir haben warme Betten und genug zu essen und zu trinken. Im Gegensatz zu den Ski-Urlaubern, die nicht ins Tal reinkommen, müssen wir nicht im Auto übernachten.“

Von der Dramatik wenig spürbar

Am Samstag trafen die Münsteraner in Tirol ein – und hatten Glück. Nachdem die Zufahrt nach St. Anton am Freitag gesperrt war, wurde die Straße am Samstag für wenige Stunden geöffnet. Doch kurz nachdem Buddendieck und seine Ski-Freunde das Hotel erreicht hatten, war die Zufahrt auch schon wieder dicht. Sorgen macht ihm das allerdings bislang nicht: „Wir sind ja noch bis zum nächsten Wochenende hier.“ Soll heißen: Bis dahin kann sich ja wettertechnisch noch eine Menge ändern. Zumal die Temperaturen auch in den Alpen Mitte der Woche kräftig steigen sollen.

Große Lawinengefahr

Damit nimmt allerdings auch die Lawinengefahr zu, die bereits jetzt sehr hoch ist. „Viele Strecken sind gesperrt“, berichtet Buddendieck. Aber nicht alle – und so war er mit seinen Freunden auch schon auf der Piste. Ganz wichtig: „Auf keinen Fall die ausgewiesenen Pisten verlassen. Dann ist das Skifahren hier recht sicher“, sagt er.

Die zehnköpfige Gruppe kennt sich seit der Jugend, „wir waren schon oft zusammen im Ski-Urlaub“, erzählt Buddendieck, der bei der Berufsfeuerwehr in Dortmund arbeitet. Nach elf Jahren in Ischgl entschieden sich die Wintersportler, diesmal nach St. Anton zu fahren. So viel Schnee wie in diesem Jahr sei eine Ausnahme, sagt er, „doch in Ischgl waren wir auch schon mal eingeschneit“.

Dennoch: Optimismus pur

Während ein Teil der Urlauber bereits in einer Kaserne untergebracht werden musste, haben es sich Buddendieck und seine Mitfahrer in ihrer Unterkunft, auf halber Strecke zwischen Ort und Berg, bequem gemacht. „Irgendwie werden wir schon nach Hause kommen“, ist er optimistisch. Und wenn die Zufahrt nach St. Anton am Samstag immer noch dicht ist? „Dann kommen wir halt nicht raus“, sagt er und lacht. 

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