Vogelzählung
11.684 Vögel in Münster gezählt

Münster -

Die "Stunde der Wintervögel" schlug bundesweit und auch in Münster vom 5. bis 7. Januar. Naturfreunde hatte der Nabu gebeten, für eine Stunde die Vögel im heimischen Garten mit Art und Anzahl zu protokollieren und die Daten bis zum 15. Januar in eine Online-Datenbank einzutragen.

Dienstag, 23.01.2018, 09:00 Uhr
Vogelzählung: 11.684 Vögel in Münster gezählt
Die Kohlmeise war auch im Jahr 2018 eine Vogelart, die bei der NABU-Aktion „Stunde der Wintervögel“ am häufigsten beobachtet wurde. Foto: Tim Brakemeier, dpa

Die bundesweite Aktion des Nabu dient zur Erfassung der heimischen Wintervögel. Bundesweit wurde dabei in 83.922 Gärten gezählt – 325 davon in Münster. In Münster wurden laut einer Pressemitteilung des Nabu insgesamt 11.684 Vögel registriert.

Die am häufigsten vorkommenden Arten waren Kohlmeise, Haussperling oder Spatz, Blaumeise und Dohle. Auch  Amsel, Blaumeise und Rotkehlchen wurden in nahezu jedem Garten gesehen.

Weniger Grünfinken

Weit verbreitete Arten wie Kohl- und Blaumeise oder Buchfink sind dabei in der Zahl der Beobachtungen gegenüber den Vorjahren relativ konstant geblieben, heißt es. Bei ohnehin weniger häufigen Arten lässt sich ein Trend erkennen: Sah man 2014 noch durchschnittlich 1,88 Grünfinken pro Garten, sind es in diesem Jahr nur noch 0,61 Exemplare dieser Art. Ebenfalls sank die Zahl der Haubenmeisen von in 2011 mit 0,21 Exemplaren auf nur noch 0,07.

Specht-Arten konnten sich halten

Die Daten heimischer Taubenarten schließen sich dem Trend sinkender Zahlen nicht an: Die Vorkommen von Ringel-, Straßen- und Türkentauben bleiben relativ konstant. "Dies liegt wohl daran, dass sich die anpassungsfähigen Tiere in der Stadt neue Nahrungsquellen erschließen können", so die Mitteilung. Konstant konnten sich auch die Specht-Arten halten: 108 Buntspechte und 25 Grünspechte wurden in Münster gesichtet.

Aus den Daten der "Stunde der Wintervögel" ergibt sich für Münster, dass die Zahl der Vögel zurückgeht – vor allem solcher, die auf Insekten als Nahrungsquelle angewiesen sind. Um den Bestand heimischer Vogelarten zu erhalten, sollten Gärten mit Nahrungsangeboten für Insekten gestaltet werden. Sonst droht aus Sicht des Nabu ein "stummer Frühling", in dem in naher Zukunft wohl kein Vogelgezwitscher mehr zu hören sein wird.

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