Verkehrstag an der Fachhochschule
Visionen zum Busverkehr der Zukunft: Ohne Handy geht nichts

Münster -

Wenn von der „Digitalisierung des Verkehrs“ die Rede ist, geht die Fantasie mit manchem Zeitgenossen durch. Doch der (vermeintliche) Traum vom Autofahren ohne Steuerrad hat weniger mit der großen Freiheit, sondern vielmehr mit einer Disziplinierung des Verkehrs zu tun. Das jedenfalls machte der Mobilitätsexperte Dr. Norbert Handke am Dienstag in Münster deutlich. Anlass war der Verkehrstag der Fachhochschule Münster.

Mittwoch, 24.01.2018, 09:00 Uhr aktualisiert: 24.01.2018, 09:26 Uhr
Der Busverkehr, wie wir ihn heute kennen, hat möglicherweise in Zukunft ausgedient. Der Bus der Zukunft ist zumeist kleiner, wird vom Computer gesteuert und kommt nur auf Anforderung.
Der Busverkehr, wie wir ihn heute kennen, hat möglicherweise in Zukunft ausgedient. Der Bus der Zukunft ist zumeist kleiner, wird vom Computer gesteuert und kommt nur auf Anforderung. Foto: Oliver Werner

Handkes These lautete: „Autonomes Fahren wird es nur auf vorgegebenen Routen geben.“ Will heißen: Sich „fahrerlos“ von A nach B zu bewegen, setzt neben der entsprechenden Technik auch voraus, dass sich die Fahrzeuge in zuvor genau definierten und organisierten Korridoren bewegen.

Busverkehr der Zukunft

Damit war Handke auch schon recht nahe bei den „Visionen“ zum Busverkehr der Zukunft, die Reinhard Schulte von den Stadtwerken Münster vorstellte. Nicht morgen oder übermorgen, wohl aber in absehbarer Zukunft werden laut Schulte nicht mehr die flächendeckend eingesetzten Stadtbusse, die zu festen Zeiten auf festen Routen unterwegs sind, die Versorgung in der Breite sichern. Vielmehr werden Kleinbusse mit sechs bis acht Plätzen im Stadtgebiet unterwegs sein, die per Handy angefordert werden können – und irgendwann einmal auch ohne Fahrer auskommen.

Computer berechnet Wege

Aus den Routenwünsche aller Fahrgäste, so Schulte, errechne der Computer eine optimale Wegeführung, um Schritt für Schritt alle Ziele anzusteuern. Ein Transport „von Haustür zu Haustür“ sei dabei vermutlich zu aufwendig, so Reinhard Schulte, ein Transport von „Straßenecke zu Straßenecke“ gleichwohl realistisch.

Vorrang für Busse an Ampeln

Während die Kleinbusse im Konzept der Zukunft alle Quartiere abseits der großen Verkehrsachsen abdecken sollen, skizzierte der Chef der Stadtwerke-Busabteilung für die zentrale Routen das Shuttle-Bus-System der Zukunft. Große, elektrobetriebene Busse pendeln im Fünf-Minuten-Takt zwischen der Innenstadt und den großen Stadtteilen, so nach Hiltrup, Kinderhaus oder Gievenbeck.

Handy künftig das wichtigste Utensil

Die Busse haben an allen Ampeln eine Vorrangschaltung, wenn möglich eigene Busspuren, und verbinden deshalb auch deutlich schneller die Innenstadt mit dem Stadtrand.

Im Bussystem der Zukunft braucht der Fahrgast auch kein Ticket mehr, sondern nur noch ein Handy, mit dem er den Bus anfordert und den Bus bezahlt.

Auch Referent Hanke geht davon aus, dass das Handy künftig das wichtigste Utensil sein wird, um sich im Stadtverkehr zurechtzufinden.

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