Vorfälle nach Nachttanzdemo
Prozess: Brandstiftung bleibt unaufgeklärt

Münster -

Im Anschluss an eine Demonstration waren im April 2016 am Hafenweg Autos in Brand gesetzt und beschädigt worden. In einem Prozess gegen drei angeklagte Frauen ist am Mittwoch das Urteil gefallen:

Mittwoch, 24.01.2018, 12:55 Uhr aktualisiert: 24.01.2018, 13:07 Uhr
Vorfälle nach Nachttanzdemo: Prozess: Brandstiftung bleibt unaufgeklärt
Foto: dpa (Symbolbild)

Drei Frauen, die vor dem Amtsgericht Münster der gemeinschaftlichen Brandstiftung sowie der Sachbeschädigung angeklagt waren, sind am Mittwochvormittag von sämtlichen Vorwürfen freigesprochen worden.

Vermummte setzten Autos in Brand

Der Fall hatte im April 2016 für großes Aufsehen gesorgt. Im Anschluss an eine Nachttanzdemo, in der unter anderem für die Entstehung eines sozialen Zentrums protestiert worden war, hatten vermummte Personen auf dem Hafenweg zwei Autos in Brand gesetzt sowie Autoscheiben zertrümmert und die Tür eines Hauses beschädigt. Eines der Autos war komplett ausgebrannt.

Autos brannten nach Demonstration

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  • Mehrere Fahrzeuge wurden nach der „Nachttanzdemonstration“ beschädigt und teilweise angezündet, ein Wagen brannte völlig aus.

    Foto: Polizei Münster
  • Mehrere Fahrzeuge wurden nach der „Nachttanzdemonstration“ beschädigt und teilweise angezündet, ein Wagen brannte völlig aus.

    Foto: Polizei Münster
  • Mehrere Fahrzeuge wurden nach der „Nachttanzdemonstration“ beschädigt und teilweise angezündet, ein Wagen brannte völlig aus.

    Foto: Polizei Münster
  • Mehrere Fahrzeuge wurden nach der „Nachttanzdemonstration“ beschädigt und teilweise angezündet, ein Wagen brannte völlig aus.

    Foto: Polizei Münster
  • Mehrere Fahrzeuge wurden nach der „Nachttanzdemonstration“ beschädigt und teilweise angezündet, ein Wagen brannte völlig aus.

    Foto: Polizei Münster

Wie es zu der öffentlichen Fahndung kam:

In unmittelbarer Nähe des Tatorts und wenige Minuten nach dem Tatzeitpunkt war die Polizei auf die drei Frauen aufmerksam geworden, die ohne Ausweise und Mobiltelefone unterwegs waren, dafür aber Sturmmasken mit sich führten und ihre Fingerkuppen mit Klebstoff unkenntlich gemacht hatten. Bei einer erkennungsdienstlichen Behandlung hatte eine der Frauen die Nennung ihres Namens verweigert, was im Anschluss zu einer öffentlichen Fahndung geführt hatte.

Beteiligung konnte nicht nachgewiesen werden

Eine Beteiligung an den ihnen vorgeworfenen Taten konnte den Frauen im Verfahren jedoch nicht nachgewiesen werden. Sowohl die drei Verteidiger als auch der Vertreter der Staatsanwaltschaft plädierten am Mittwoch auf Freispruch. Wenngleich die Deutung der Umstände divergierte. Während der Vertreter der Staatsanwaltschaft einräumte, dass begründete Zweifel an der Tatbeteiligung nicht ausgeräumt werden konnten, er die Beteiligung der Frauen aber dennoch für wahrscheinlich halte, sprachen die Verteidiger von einem teils absurden Vorgang, bei dem es nach Aktenlage nie zu einem Verfahren hätte kommen dürfen, weil zu keiner Zeit Beweise gegen die Angeklagten vorgelegen hätten. Im Zuge des Verfahrens hätten auch die voneinander abweichenden Aussagen der an der Festnahme beteiligten Polizisten kaum zusätzliche Erkenntnisse geliefert.

Keine Beweise gegen die Angeklagten

Auch der Richter ließ keinen Zweifel daran, dass die Verhandlung keine Beweise gegen die Angeklagten zutage gefördert habe. Letztlich seien die Frauen, die rund zehn Minuten nach dem Tatzeitpunkt kontrolliert worden seien, „zufällig festgenommen“ worden, so der vorsitzende Richter. Es sei zwar denkbar, dass die Frauen an der Tat beteiligt gewesen seien: „Es ist aber auch genauso denkbar, dass sie es nicht waren.“

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