Pendeln gehört zum Alltag
17 Prozent der Menschen aus Nachbarorten kommen täglich nach Münster

Münster -

Man kann von den zwei Seiten einer Medaille sprechen. Die eine Seite: Münsterländer kommen gern und häufig nach Münster. Die andere Seite: Münsterländer kommen bevorzugt mit dem Auto nach Münster.

Donnerstag, 25.01.2018, 07:00 Uhr
Pendeln gehört zum Alltag: 17 Prozent der Menschen aus Nachbarorten kommen täglich nach Münster
  Foto: Helmut Etzkorn

In diesem Dilemma bewegt sich eine von der Stadt Münster durchgeführten Regionalumfrage, an der 3104 Menschen teilgenommen haben. Darin wird die sehr enge Verflechtung zwischen der Stadt und dem Umland mehr als deutlich. 39 Prozent der Menschen in der so genannten Stadtregion Münster kommen mindestens einmal in der Woche in die Stadt.

Zu Stadtregion gehören Greven, Ostbevern, Telgte, Everswinkel, Sendenhorst, Drensteinfurt, Ascheberg, Senden, Nottuln, Havixbeck und Altenberge. 17 Prozent der hier lebenden Menschen fahren sogar täglich (montags bis freitags) nach Münster. Sie sind die klassischen Berufs- und Bildungspendler.

Hochgerechnet auf den gesamten Kreis Coesfeld sind immerhin noch zwölf Prozent der Menschen Münster-Pendler, im Kreis Steinfurt elf Prozent, im Kreis Warendorf noch sechs Prozent.

Hoher Autoanteil

Insgesamt gaben 8,5 Prozent der Befragten aus dem Umland an, in Münster zu arbeiten, weitere 2,2 Prozent studieren in Münster, knapp ein Prozent absolviert hier eine Schul- oder Berufsausbildung. Räumlich reichte die Befragung von Recklinghausen im Südwesten bis Bielefeld vom Osten, von Osnabrück im Norden bis Dortmund im Süden.

79 Prozent der Menschen aus dem Umland kommen mit dem Auto nach Münster, davon 7,2 Prozent als Mitfahrer. Für 15,5 Prozent der Menschen ist die Bahn das bevorzugte Verkehrsmittel bei Münster-Fahrten, der Busanteil liegt bei 4,3 Prozent.

Der hohe Autoanteil dürfte auch der Grund dafür sein, dass Osnabrücker und Dortmunder die Erreichbarkeit Münsters sehr gut bewerten. Die A1 verbindet diese drei Städte auf direktem Weg.

Ost-West-Verbindung fehlt

Die schlechtesten Werte hinsichtlich der Erreichbarkeit bekommt Münster in den Kreisen Warendorf, Gütersloh und Borken. Bekanntlich fehlt in Teilen des Münsterlandes eine leistungsfähige Ost-West-Verbindung.

Bei den klassischen Münster-Besuchen rangieren Einkauf und Gastronomie (jeweils 83 Prozent) ganz oben auf der Wunschliste, der Besuch der Weihnachtsmärkte belegt mit 72 Prozent bereits Rang drei. Die Weihnachtsmärkte sind auch die mit weitem Abstand beliebteste Großveranstaltung in Münster, gefolgt vom Send und dem Stadtfest. Die wichtigste touristische Attraktionen sind Dom, Aasee und Allwetterzoo.

Wenn die Menschen aus dem Umland etwas zu meckern haben, geht es nahezu ausschließlich um das Thema Verkehr: Fehlende Parkplätze, rote Ampeln und die vielen Fahrräder stören bei Münster-Besuchen. Auch die Fülle der Menschen in der Stadt und das hohe Preisniveau wirken abschreckend.

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