Mi., 24.01.2018

Engagiert gegen Rassismus Die „Donots“ in der Aula des Hansa-Kollegs

Die Band „Donots“ ist Pate des Hansa-Berufskollegs und unterstützt die Schule so im Kampf gegen Rassismus.

Die Band „Donots“ ist Pate des Hansa-Berufskollegs und unterstützt die Schule so im Kampf gegen Rassismus. Foto: Matthias Ahlke

Münster - 

Das Hansa-Berufskolleg engagiert sich seit über zwei Jahren gegen Fremdenfeindlichkeit. Unterstützung bekommt die Schule jetzt von der Ibbenbürener Band „Donots“.

Von Anna Spliethoff

Eine Rockband in der Schulaula. Dazu die klare Botschaft: „Gegen Rechts kann man nicht genug machen, aber jedes kleine bisschen hilft.“ Die Ibbenbürener Band „Donots“ ist für ihr Engagement gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit bekannt. Jetzt unterstützen die fünf Musiker in der Angelegenheit das Hansa-Berufskolleg.

Die Schule ist seit Mittwoch Teil des Netzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Als Pate konnte die Schülervertretung die Rockband „Donots“ für sich gewinnen. „Wir wollten jemanden aus der Region, der sich für die Sache einsetzt“, sagt Kevin Leinhübner. Das Ergebnis steht am Mittwoch in der Aula auf der Bühne.

„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ – das ist keine Auszeichnung, wie Schulleiter David Fischer sagt: „Es ist eine Selbstverpflichtung.“ Und die hätten nicht er oder seine Kollegen angeleiert: „Eine Schülerin ist in die Lehrerkonferenz gekommen und hat uns das Projekt vorgeschlagen.“ Dass die Initiative, sich gegen Rassismus auszusprechen, aus der Schülerschaft kam, findet Fischer „besonders gut“. Es sei in diesen Zeiten ein „absolut richtiges Zeichen“.

Die große Plakette hängt jetzt sichtbar in der Schule. Doch bis dahin war es ein langer Weg. Denn eine Schule bekommt die Plakette erst, wenn sie bereits etwas geleistet hat. Das Hansa-Berufskolleg hat schon mehrfach Aktionstage, Workshops und Vorträge gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus veranstaltet. In erster Linie ist die Teilnahme an dem Netzwerk aber eine Selbstverpflichtung. Mehr als 70 Prozent der Schüler und Lehrer unterschreiben eine Erklärung, mit der sie sich verpflichten, aktiv gegen jede Form von Diskriminierung einzutreten. Unterschreiben weniger als 70 Prozent, gibt es keine Plakette. Fischer sagt stolz: „Wir hatten weit über 3000 Unterschriften bei 4400 Schülern.“

Fotostrecke: Die „Donots“ im Hansa-Berufskolleg

Am Mittwoch stand in der Aula nicht die Musik der „Donots“ im Vordergrund – auch wenn die bei den Schülern besonders gut ankam. Viele Klassen hatten Fragen an die fünf Musiker vorbereitet. Und die antworteten, wie gewohnt, mit klarer Kante. „Wir engagieren uns immer für ein positives und friedvolles Miteinander“, fasste Frontsänger Ingo Knollmann das Engagement der Band zusammen. Man sei „nicht in erster Linie eine politische Band“, doch man wolle die Chance nutzen, ein Sprachrohr zu sein. Den Einzug der AfD in den Bundestag bezeichnete der Frontsänger als „traurig, aber erwartbar“. Die AfD mache Rechtsradikalismus wieder gesellschaftsfähig. Ein Grund mehr für die „Donots“, sich einzubringen, wie Knollmann sagt: „Zu jeder Bewegung muss es eine Gegenbewegung geben.“ Der Sänger bemerkt aber auch: „Es fühlt sich manchmal wie ein Kampf an, den man nicht gewinnen kann.“ Doch genau deshalb helfe jedes noch so kleine Engagement.

Ihren Besuch in Münster nutzte die Band gleich noch für ein spontanes Konzert. In einem völlig überfüllten Plattenladen spielten die Musiker ein Akustik-Set.



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