Thorsten Lensing zeigt Stück von David Foster Wallace
„Unendlicher Spaß“ mit Star-Ensemble

Münster -

Regisseur Thorsten Lensing bringt das Opus Magnum „Unendlicher Spaß“ von David Foster Wallace als Vorpremiere auf die Pumpenhaus-Bühne (31. Januar bis 2. Februar). Nach strahlkräftigen Begegnungen mit Tschechow und Dostojewski versammelt der münsterische Theatermacher für sein Zusammentreffen mit dem verstorbenen Wunderkind der US-amerikanischen Literatur ein Star-Ensemble: Jasna Fritzi Bauer, Sebastian Blomberg, André Jung, Ursina Lardi, Heiko Pinkowski und Devid Striesow.

Donnerstag, 25.01.2018, 10:38 Uhr
Das Ensemble (v.l.): Jasna Fritzi Bauer, Ursina Lardi, Heiko Pinkowski, Sebastian Blomberg, Devid Striesow und André Jung
Das Ensemble (v.l.): Jasna Fritzi Bauer, Ursina Lardi, Heiko Pinkowski, Sebastian Blomberg, Devid Striesow und André Jung Foto: David Baltzer / Agentur Zenit

Regisseur Thorsten Lensing bringt das Opus Magnum „Unendlicher Spaß“ von David Foster Wallace als Vorpremiere auf die Pumpenhaus-Bühne (31. Januar bis 2. Februar). Nach strahlkräftigen Begegnungen mit Tschechow und Dostojewski versammelt der Münsteraner Theatermacher auch für sein Zusammentreffen mit dem verstorbenen Wunderkind der amerikanischen Literatur ein Star-Ensemble: Jasna Fritzi Bauer, Sebastian Blomberg, André Jung, Ursina Lardi, Heiko Pinkowski und Devid Striesow.

„Unendlicher Spaß“ von David Foster Wallace (1996 in den USA erschienen) ist der Versuch, auf 1500 Seiten die gegenwärtige Welt zu erzählen, ohne ihr eine eindimensionale Lesart überzustülpen. Wallace schreibt deshalb über Geburten und Todeskämpfe, Liebes- und Trennungsgeschichten, über phobisch lahmgelegte Männer, übertriebenen Speichelfluss und Schneestürme, bildschöne Krankenschwestern und Vögel, die mitten im Flug einen Herzinfarkt erleiden.

Dabei widmet sich der Autor seinen so tragischen wie komischen Figuren mit großer Ernsthaftigkeit und Leichtigkeit zugleich. „Witze“, schreibt Wallace, „sind die Flaschenpost, mit der die Verzweifelten ihre gellendsten Hilfeschreie aussenden.“

Ein Zentrum der Inszenierung bilden die drei Brüder der Familie Incandenza: Hal (ein Wörterbuchwunder und hochtalentierter Schüler an der Enfield Tennis Academy), sein älterer Bruder Orin (Punter beim American Football Team der Arizona Cardinals) und schließlich der körperlich schwer behinderte Mario (leidenschaftlicher Radiohörer und Filmemacher). Dazu treten Figuren auf wie die verschleierte Radiomoderatorin Joelle Van Dyne (Mitglied in der „Liga der rüde Verunstalteten und Entstellten“). Oder der ehemalige Dieb und Medikamenten-Junkie Don Gately aus dem Drogenentzugszentrum Ennet House. Wie alle Figuren sind sie ihrem Leben schutzlos ausgeliefert. Einige leiden unter Depressionen, einige unter Alkohol-, Sex- oder Schmerzmittelsucht, viele fühlen sich einem unerbittlichen Leistungszwang ausgesetzt.

„Unendlicher Spaß“ ist ein Roman aus Scherben, der keiner geradlinigen Handlung folgt. Vielmehr schachtelt der Schriftsteller – der selbst an einer manischen Depression erkrankt war – eine Vielzahl von Erzählebenen ineinander. Seine Figuren bilden ein weitmaschiges Netz, in dem sich das Leben verfängt. Wallace zeigt ein Ensemble von Menschen, die unberechenbar sind. Die immer wieder von ihrem Leben, ihren Gefühlen und Gedanken überrascht und überfordert werden. Wie der Erzähler selbst. Seine Kunst liegt darin, von beschädigten Seelen zu erzählen, aber nicht von Opfern. Schonungslos zu beschreiben, ohne zu urteilen.

Zum Thema

Die Vorstellungen der Vorpremiere sind von Mittwoch (31. Januar) bis 2. Februar um 19 Uhr im Pumpenhaus, Gartenstraße. Karten gibt es im WN-Ticket-Shop am Prinzipalmarkt. Reservierungen über das Pumpenhaus sind nicht möglich.

...
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5454740?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker