Wirtschaftsförderung zieht gemischte Bilanz
Gewerbeflächen in Münster dringend benötigt

Münster -

Die Nachfrage von Investoren und Unternehmen nach Gewerbeflächen ist groß, doch das Angebot ist knapp. Die Wirtschaftsförderung hätte 2017 mehr Objekte vermarkten können, wenn mehr Gewerbeflächen zur Verfügung gestanden hätten. Den Mangel soll ein vor zwei Jahren beschlossenes Konzept beheben. Doch die fünf ins Auge gefassten neuen Gewerbegebiete sind noch nicht nutzbar.

Donnerstag, 25.01.2018, 17:12 Uhr aktualisiert: 25.01.2018, 20:04 Uhr
Bei der Bilanzvorstellung der Wirtschaftsförderung Münster GmbH: Geschäftsführer Dr. Thomas Robbers (l.) und Aufsichtsratsvorsitzender Mathias Kersting.
Bei der Bilanzvorstellung der Wirtschaftsförderung Münster GmbH: Geschäftsführer Dr. Thomas Robbers (l.) und Aufsichtsratsvorsitzender Mathias Kersting. Foto: Wirtschaftsförderung

In Münsters Gewerbegebieten wird es eng. „Angesichts der großen Nachfrage von Investoren und Unternehmen hätten bei höherer Verfügbarkeit von Gewerbeflächen mehr Objekte vermarktet werden können“, erklärte Dr. Thomas Robbers am Donnerstag bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2017 der Wirtschaftsförderung Münster GmbH (WFM), die diesmal nur durchschnittlich ausfiel. „Wir benötigen deutlich mehr Manövriermasse“, mahnte Robbers. Das Ergebnis von 16 verkauften Grundstücken und 61 vermittelten Immobilienobjekten (2016 waren es 82) sei angesichts des eingeschränkten Flächenangebots aber ein noch guter Wert.

Exemplarisch für das begrenzte Flächenangebot ist auch der münsterische Büromarkt mit einer laut Robbers historisch niedrigen Leerstandsquote von nur zwei Prozent.

WFM-Aufsichtsratsvorsitzender Mathias Kersting betonte, dass der Gewerbeflächenentwicklung neben dem Wohnungsbau eine hohe Priorität eingeräumt werden müsse, um die Zukunftsfähigkeit der prosperierenden Stadt auch künftig zu gewährleisten. Denn im Westen der Stadt gebe es gar keine Flächen mehr, die Loddenheide sei so gut wie belegt und der Technologiepark bereits zur Hälfte voll.

Ein wichtiger Schritt zur Beseitigung der Engpässe sei daher das 2016 vom Rat beschlossene Gewerbeflächenkonzept, das fünf Gebiete im Blick hat: am Heumannsweg, am Stadthafen II, im Hansa-Businesspark in Amelsbüren (dritten Bauabschnitt), an der Steinfurter Straße (Technologiepark II) und in Roxel am Bahnhaltepunkt und am Nottulner Landweg. Kersting: „Wir hoffen, bald in die Vermarktung gehen zu können.“ Derzeit, räumt Robbers ein, „gibt es aber noch kein Planungsrecht für diese Flächen“, die größtenteils in städtischem Besitz seien.

15 Unternehmen mit etwa 100 Beschäftigten unterstützte die Wirtschaftsförderung im vergangenen Jahr bei der Neuansiedlung in Münster. Etwa die Hälfte dieser neuen Arbeitsplätze gehen auf das Unternehmen Outlaw zurück, das seinen Firmensitz von Greven nach Münster verlagert hat.

Wichtigste Zielgruppe für die Wirtschaftsförderung sind nach wie vor die Bestands-Unternehmen. So wurden 63 Firmen bei Immobiliengeschäften und Projekten unterstützt. Knapp 720 Arbeitsplätze seien so gesichert und etwa 270 Stellen neu geschaffen worden. Insgesamt ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Münster auf 165 000 gestiegen – ein Höchststand in den vergangenen zehn Jahren.

 

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