Schattenspendender an Spielplätzen
Münster bekommt 125 „Wissensbäume“ geschenkt

Münster -

125 Bäume, finanziert von der Allianz Umweltstiftung, werden auf Münsters Spielplätzen in diesem Jahr gepflanzt – wortwörtlich eingebettet in ein besonderes Konzept.

Donnerstag, 25.01.2018, 18:00 Uhr aktualisiert: 25.01.2018, 20:04 Uhr
Heiner Bruns, Wolfram Goldbeck und Stadtrat Matthias Peck (v.l.) am Spielplatz am Aasee an einem der farblichen kenntlich gemachten Vierbocks, die die Wissensbäume demnächst vor äußeren Einflüssen schützen sollen.
Heiner Bruns, Wolfram Goldbeck und Stadtrat Matthias Peck (v.l.) am Spielplatz am Aasee an einem der farblichen kenntlich gemachten Vierbocks, die die Wissensbäume demnächst vor äußeren Einflüssen schützen sollen. Foto: Björn Meyer

Die Stadt Münster erhält in diesem Jahr als eine von zwei Städten in Deutschland ein kostspieliges Geschenk. Allerdings nicht in Form von schnödem Mammon, Kunst oder etwa Technik. 125 Großbäume sollen es werden. Die Stadt beziffert ihren Wert auf über 100 000 Euro.

Hintergrund ist die von der Allianz Umweltstiftung ausgeschriebene Stadtbaumkampagne, an der sich die Stadt Münster in diesem Jahr das erste Mal beteiligt hat und bei der sie für das im Grünflächenamt entwickelte Konzept gleich als Preisträger hervorgeht.

„Das ist eine gute Nachricht für die gesamte Stadt“, freute sich Stadtrat Matthias Peck gestern bei der Vorstellung des Konzepts. Dabei sollen die Bäume keineswegs nur die durch Orkan Friederike verlorenen Exemplare ersetzen, in der Verwaltung hat man sich eine besondere Verwendung überlegt. „Die Bäume sollen nicht irgendwo, sondern bewusst an den Spielplätzen stehen“, macht Peck die planerischen Grundzüge deutlich. Dort sollen sie einerseits als Schattenspender für heiße Sommertage, andererseits als sogenannte „Wissensbäume“ fungieren.

„Nicht jeder kennt sich mehr mit Bäumen und ihrer Funktion, gerade für eine Stadt, aus“, sagt Peck. Daher haben Jörg Hoffmann und Wolfram Goldbeck vom Amt für Grünflächen die Idee ersonnen, die Bäume nicht nur einfach zu pflanzen, sondern auch mit Informationen über ihre Art, ihre Funktion sowie über die Tiere, die von ihnen profitieren, zu versehen. Als Schutz, aber auch um schon von Weitem auf diese Bäume hinzuweisen, sollen sie jeweils von einem farblich kenntlich gemachten Vierbock umrandet werden.

Im März soll symbolisch ein erster Baum gepflanzt werden, die weiteren werden aber wohl erst im Herbst an ihre Standorte gebracht. „Damit haben wir einfach gute Erfahrungen gemacht“, klärt Heiner Bruns, Leiter des Grünflächenamts, die Frage nach dem Warum. Unter anderem hätten die Bäume so in der feuchten Jahreszeit die Chance, ein gutes Wurzelgeflecht auszubilden.

Derzeit ist das Grünflächenamt auf der Suche nach geeigneten Arten. Klimarelevant sollen sie sein und zudem stadtökologische Eigenschaften aufweisen. Man denke unter anderem an Ahorn-Arten, mehr wolle man aber noch nicht verraten, waren sich die Entscheidungsträger am Donnerstagmorgen einig. „Ahorn ist stressresistent und nimmt im Herbst eine schöne Färbung an“, erklärt Goldbeck, worauf es für die Stadt unter anderem ankommt.

Neben Münster wird Magdeburg in diesem Jahr als zweite deutsche Stadt von der Stadtbaumkampagne profitieren.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5455975?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker