Kramermahl-Rede
Matthias Lückertz: „Umsetzer statt Anreger sein“

Münster -

Der scheidende Vorsitzende des Vereins der Kaufmannschaft, Matthias Lückertz, ruft die Münsteraner dazu auf, „in vielen wesentlichen Fragen noch stärker Umsetzer und weniger nur Anreger“ zu sein. Dass nach Jahren des Stillstands nun Beschlüsse für eine geplante Hafen-Bebauung gefasst werden, grenze fast an ein Wunder.

Freitag, 26.01.2018, 22:02 Uhr aktualisiert: 26.01.2018, 23:45 Uhr
Matthias Lückertz hielt beim Kramermahl am Freitagabend die Tischrede, neben ihm Oberbürgermeister Markus Lewe.
Matthias Lückertz hielt beim Kramermahl am Freitagabend die Tischrede, neben ihm Oberbürgermeister Markus Lewe. Foto: Oliver Werner

Lückertz predigt nicht den Schnellschuss, sondern sehr überlegte Entscheidungsprozesse, fordert aber ein höheres Tempo in vielen Bereichen der Stadtentwicklung ein. „Damit wir mithalten können und nicht zurückfallen. Das wäre fatal“, sagte er.

Zunächst einmal wird Münster mit dem Katholikentag im Mai und der bedeutenden Friedensausstellung in fünf Museen unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten in aller Munde sein. So wie zuletzt im „herrlichen Sommer 2017“ durch die Skulptur-Projekte. „Münsters Tor zur Welt“ schenke der Stadt alle zehn Jahre internationales Flair, „ein Glücksfall“, wie Lückertz betonte. Er ermutigte die Veranstalter, über eine neue Gesellschaftsform nachzudenken, die unabhängiger agieren kann und in der weitere kulturelle Aktivitäten gebündelt werden könnten.

Ein weiterer Glücksfall sei die Installation des Foucaultschen Pendels durch den „wohl berühmtesten deutschen Künstler Gerhard Richter“ im Mai in der Dominikanerkirche. Die Finanzierung ist auch dank des Vereins der Kaufmannschaft gesichert.

Dankbar ist Lückertz, dass einige wesentliche Entscheidungen für das Gesicht der Stadt behutsamer als in anderen Städten getroffen wurden. „Unterm Strich sind wir gut damit gefahren, haben uns nicht von Großprojekten überrollen lassen und haben früh damit begonnen, alle Bereiche der Stadt am Entwicklungsprozess Münsters zu beteiligen“, so Lückertz. Die qualitätsvolle Stadtentwicklung sei für die Kaufmannschaft von größter Bedeutung. Die Weiterentwicklung des Einzelhandelskonzeptes lege die künftigen Regeln eindeutig fest. Lückertz warnte vor der Ansiedlung von Shopping Malls am Beispiel von Schweinfurt, das heute eine zerrissene Stadt sei. Wie Hamm, Chemnitz, Siegen oder Oberhausen.

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