Kramermahl 2018
Heimspiel für Kardinal Marx

Münster -

Kardinal Reinhard Marx weiß, was in Münster gut ankommt. Kaum hat er beim traditionsreichen Kramermahl das Wort ergriffen, da erzählt er auch schon die erste Anekdote.

Freitag, 26.01.2018, 22:04 Uhr aktualisiert: 26.01.2018, 23:43 Uhr
Bei der Eintragung ins Goldene Buch der Stadt: Kardinal Dr. Reinhard Marx mit Oberbürgermeister Markus Lewe (l.) und Matthias Lückertz, Vorsitzender des Vereins der Kaufmannschaft.
Bei der Eintragung ins Goldene Buch der Stadt: Kardinal Dr. Reinhard Marx mit Oberbürgermeister Markus Lewe (l.) und Matthias Lückertz, Vorsitzender des Vereins der Kaufmannschaft. Foto: Oliver Werner

Er sei mal gefragt worden, was ihn an Nordrhein-Westfalen am besten gefalle, erzählt Marx. Seine Antwort: „Das Wort Westfalen.“

Das Eis ist gebrochen, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz genießt ungeteilte Aufmerksamkeit. Dies umso mehr, als er geschickt einen Bogen zum Deutschen Katholikentag im Mai in Münster schlägt und schmunzelnd bemerkt: „Es wird für dieses Jahr nicht das letzte Mal sein, dass ich in Münster bin.“

Jedes Jahr beim Schützenfest

Man merkt es gleich: Der im westfälischen Geseke geborene Kirchenmann, von dem bekannt ist, dass er noch immer gern alljährlich das dortige Schützenfest besucht, kommt mit den Münsterländern glänzend zurecht. Das Kramermahl am Freitagabend ist für ihn wie ein Heimspiel.

Wie ein kleiner Katholikentag

Dazu trägt auch bei, dass der Erzbischof von München und Freising beileibe nicht der einzige Bischof im münsterischen Rathaus ist. Auch Münsters Bischof Felix Genn und Essens Bischof Franz-Josef Overbeck sind gekommen.

Ohnehin wirkt das Kramermahl bereits wie ein kleiner Katholikentag, denn auch Thomas Sternberg vom Zentralkomitee der Katholiken und Anne Hakenes, Vorsitzende des Katholikentags-Trägervereins, haben es sich nicht nehmen lassen, den Gast zu begrüßen.

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Lückertz: Einkaufstadt Münster fit für die Zukunft machen

Münster soll nach Ansicht des im Mai scheidenden Vorsitzenden der Kaufmannschaft, Matthias Lückertz, eine zunehmend wichtige Rolle als europäische Stadt spielen. „Wir sollten uns nicht als Nabel der Welt empfinden. Zukunftsstark werden wir nur sein, wenn wir uns als Partner in der Region und über die Grenzen hinaus verstehen“, sagt Lückertz während seiner Tischrede beim Kramermahl. Münster, das Münsterland und Westfalen gehörten von jeher eng zusammen. „Wir sind mehr denn je aufeinander angewiesen und brauchen die politische, wirtschaftliche und kulturelle Verflechtung weit über diesen Raum hinaus“, sagt Lückertz vor zahlreichen Gästen auch aus der Region.

Er unterstreicht die Verantwortung, die Einkaufstadt Münster fit für die Zukunft zu machen. „Büßen Innenstädte und Stadtteilzen­tren zunehmend an Vitalität und Attraktivität ein, werden unterschiedlichste Interessengruppen das Nachsehen haben“, warnt Lückertz und nennt Anwohner und Immobilienbesitzer.

Nicht nur der Einzelhandel sei aufgerufen, Konzepte gegen den drohenden Bedeutungsverlust zu entwickeln und für mehr Erlebnis in Läden und Fußgängerzonen zu sorgen. „Günstigeres Parken, eine bessere Erreichbarkeit sind den Innenstadt-Passanten genauso wichtig wie Freizeitangebote, freies WLAN oder Sicherheit und Sauberkeit. Hier stehen die Kommunen in der Verantwortung“, betont Lückertz.

Die Kaufmannschaft fühle sich in hohem Maße mitverantwortlich für die Entwicklung und Förderung der Qualität von Stadt und Region und für die Erhaltung der Anziehungskraft Münsters.

Kommentar: Schulterschluss mit Region

Münster genießt nicht nur als Friedensstadt – 400 Jahre nach Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges – einen ausgezeichneten Ruf. Doch trotz allen kollektiven Schulterklopfens – „als Nabel der Welt sollten wir uns nicht empfinden“, sagte Matthias Lückertz der illustren Gästeschar des traditionsreichen Kramermahls beinahe mahnend.

Der scheidende Vorsitzende des Vereines der Kaufmannschaft weiß nur zu gut, dass der Münster-zentrierte Blick früherer Jahre auch in die Nachbarschaft zu richten ist.

Münster, das Münsterland und Westfalen gehören zusammen. Münsters Zukunft heißt Europa. Dafür muss die enge Partnerschaft mit der Region und über die Grenzen hinaus das Fundament sein.

Ralf Repöhler

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