Heartbeat Labs
Inkubator für die Digitalisierung

Münster -

Irgendwann hat sich Eckhardt Weber entschieden, Unternehmer zu werden. Eigentlich ist er Jurist, arbeitete auch als Anwalt und legte in Münster noch ein zweites Studium oben drauf mit dem Abschluss: Master Business Administration. Heute lebt der 35-Jährige in einer WG in Berlin mit drei Münsteranern. Weber gründete mit Jan Beckers aus Münster die Solarisbank und tummelt sich jetzt mit ihm auch in der Gesundheitswirtschaft.

Mittwoch, 31.01.2018, 13:00 Uhr
Eckhardt Weber gehört zu einer Gruppe von jungen Münsteranern, die sich zurzeit in Berlin unter dem Dach von „Heartbeat Labs“ um Unternehmensgründungen im Bereich der Gesundheitswirtschaft kümmern.
Eckhardt Weber gehört zu einer Gruppe von jungen Münsteranern, die sich zurzeit in Berlin unter dem Dach von „Heartbeat Labs“ um Unternehmensgründungen im Bereich der Gesundheitswirtschaft kümmern. Foto: Heartbeat Labs

Mit „Heartbeat Labs“ betreiben die Münsteraner einen Inkubator für Digitalunternehmen im Gesundheitsbereich. Dieses Thema beschäftigte Eckhardt Weber auch als Referent beim Kongress „Gesundheitswirtschaft managen“ in Münster. Unkonventionell wie sein beruflicher Werdegang denkt der Unternehmer über die Digitalisierung im Gesundheitsbereich nach. Ziel von „Heartbeat Labs“ sei es, Start-ups im Gesundheitsbereich auf die Beine zu helfen. „Kinderheldin“ ist ein solches Start-up, das Schwangere und Eltern von Babys beraten möchte.

Eckhardt Weber hat noch mehr Pläne. Ihn treibt der Papierkram zwischen Ärzten, Krankenhäusern und Patienten um. Die Kommunikation könnte vereinfacht werden. Vor zehn Jahren sei niemand bereit gewesen, die Ideen mitzutragen, so Weber. Heute sind alle Beteiligten soweit. Er spüre die Bereitschaft bei Ärzten und Krankenhäusern, meint Weber. Länder wie Dänemark oder Estland seien in Fragen der Digitalisierung viel weiter. Der 35-Jährige ist überzeugt: „Wenn wir jetzt nicht durchstarten, dann wird die Situation immer schwieriger zu steuern.“ „Heartbeat Labs“ treibt die Themen voran. Start-ups werden von den Ideengebern langfristig begleitet – bis sie ihre Erfolgsspur erreicht haben.

Auch Eckhardt Weber hat diese Erfahrung gemacht. „Die klassische Karriere habe ich irgendwann hinter mir gelassen.“ Bereut habe er den Schritt nicht. Während seines Jurastudiums war er umtriebig unterwegs und überlegte sich, was zu tun ist. Damals habe er aber den Fehler gemacht, sich mit Menschen einzulassen, die ihm zu ähnlich gewesen seien. „Es fehlte das Kreative, das Marketingelement.“

Weber ging darum für ein Jahr nach Südafrika und studierte Wirtschaftsrecht. 2012 kehrte er nach Münster zurück. Als Anwalt begleitete er junge Start-ups, wenn diese von Investoren mit Geld unterstützt wurden. Der Jurist Weber war für die Verträge zuständig – dann wechselte er die Seite.

Mit Jan Beckers aus Münster entwickelte er Ideen für Unternehmen, beschäftigte sich mit rechtlichen Themen und gründete mit den Freunden aus der Heimat unter dem Dach von „Hitfox“ neue Unternehmen. Der Münsteraner baute „Finleap“ mit auf und beschäftigte sich mit Innovationen im Finanzbereich.

Nach sechs Monaten gründete er gemeinsam mit Partnern eine Bank. „Innerhalb von neun Monaten legten wir los“, beschreibt Weber die sportliche Gründungsphase von „Solaris“, wie die Bank heute heißt. „Das Geschäftsmodell war schnell entwickelt.“

Seit 2016 liegt den Unternehmern die Lizenz für die Bank vor. „Wir sind aber keine Bank, bei der Geld am Automaten abgehoben werden kann“, erklärt der Münsteraner: „Wir kümmern uns in erster Linie um kleine Firmen, um die sich Banken normalerweise nicht kümmern.“ Heute sind nach Angaben von Weber 140 Mitarbeiter bei „Solaris“ beschäftigt. Wie der Zufall es will, hat die Bank mittlerweile ein ehemaliges Bankgebäude mitten in Berlin bezogen. „Solaris“ läuft, jetzt wendet sich der Unternehmer der Gesundheitswirtschaft zu.

Der 35-Jährige schwärmt von seiner Zweitheimat Münster: „Eine Stadt mit vielen Talenten und einer sehr guten Universität“. Eine Stadt, aus der viele Freunde kommen, die in Berlin zusammenarbeiten. Auch Hendrik Krawinkel zählt dazu. Er hat gemeinsam mit Eckhardt Weber die Geschäftsführung von „Heart Labs“. Jan Beckers aus Münster ist der Kopf der Unternehmens-Idee.

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