Mehr Gewalt in den Ämtern
Übergriffe auf Mitarbeiter verdoppelt

Münster -

Immer häufiger werden Mitarbeiter städtischer Ämter zur Zielscheibe von Gewalt. Deren Zahl hat sich im vergangenen Jahr gegenüber 2016 verdoppelt.

Donnerstag, 01.02.2018, 07:00 Uhr aktualisiert: 01.02.2018, 07:29 Uhr
Mehr Gewalt in den Ämtern: Übergriffe auf Mitarbeiter verdoppelt
Auch im Stadthaus 2 wurden Mitarbeiter Opfer gewalttätiger Übergriffe. Foto: Oliver Werner

Der Bericht aus der Verwaltung, den Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer am Dienstagabend dem Ausschuss für Personal, Organisation, Sicherheit, Ordnung und E-Government vorstellte, hatte es in sich. Der Berufsalltag von städtischen Mitarbeitern ist danach gefährlicher, als es gemeinhin den Anschein hat. Immer häufiger werden sie Zielscheibe gewalttätiger Übergriffe – und nicht nur, wie kürzlich nach einer Studie der Ruhruni Bochum bereits berichtet, Feuerwehr und Rettungskräfte. „Wir sind in einer Negativspirale“, sagte Wolfgang Heuer.

Die aktuellen Zahlen:

60 ernstzunehmende Vorfälle ereigneten sich im vergangenen Jahr, doppelt so viele wie 2016. Am häufigsten sind Feuerwehrleute und Rettungsassistenten betroffen (25). Es folgen Mitarbeiter des Ordnungsamtes (10) und des Sozialamtes (9). Dabei handelt es sich um Gewaltvorfälle ab „Stufe 3“. Das betrifft laut Heuer Aggressionen, die mindestens mit Sachbeschädigung und verbaler Bedrohung einhergehen aber auch mit handgreiflicher Gewalt. Alkohol und Drogen, psychische Erkrankungen oder „Gruppendynamik“ spielten in vielen der Vorfälle eine Rolle.

Im Jobcenter gab es 2017 drei schwere Vorfälle

Gegenüber jeglicher Gewalt gelte in der Verwaltung das Prinzip „Null Toleranz“, betonte Heuer, jedoch konnten auch die Vorkehrungsmaßnahmen, etwa Alarmsysteme an publikumsintensiven Arbeitsplätzen, private Sicherheitsdienste in diversen Ämtern, Schulungen und Deeskalitionstrainings nicht verhindern, dass es immer häufiger zu Übergriffen komme. Ein Vertreter des Personalrates bemängelte, dass die Räumlichkeiten, besonders im Stadthaus 2, den Mitarbeitern wenig Sicherheit böten. Gerade im Jobcenter komme es häufig zu Vorfällen, manche Klienten kämen in Begleitung von mitunter sechs Personen zu den Terminen. Im Jobcenter gab es 2017 drei schwere Vorfälle, es wurden aber wegen Übergriffe unterhalb dieser Schwelle, 24 Hausverbote ausgesprochen – auch dies ist eine Steigerung gegenüber den Vorjahren.

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