Theater stellte als Uraufführung „Wie klingt Nimmerland?“ vor
Mampf und Schlürf im Rhythmus

Münster -

Wie klingt Nimmerland? Auf der Bühne des Kleinen Hauses klingt es nach Chopin und Gershwin, nach Indianertrommel und Jazz-Posaune, nach „Mampf und Schmatz“.

Mittwoch, 31.01.2018, 18:56 Uhr
Mahlzeit-Musik: Gläser und Gabeln werden zum Schlagzeug, wenn die Spieler gemeinsam beim Bankett zusammensitzen und sie der Rhythmus überkommt.
Mahlzeit-Musik: Gläser und Gabeln werden zum Schlagzeug, wenn die Spieler gemeinsam beim Bankett zusammensitzen und sie der Rhythmus überkommt. Foto: Oliver Berg

Wie klingt Nimmerland? Auf der Bühne des Kleinen Hauses klingt es nach Chopin und Gershwin, nach Indianertrommel und Jazz-Posaune, nach „Mampf und Schmatz“. Die Heimatinsel von Peter Pan, wo weder er noch seine „verlorenen Jungs“ erwachsen werden, ist der Ort, wo man nur an die Dinge glauben muss – und sie werden Realität. Da wurde am Sonntagnachmittag allerhand Rabatz gemacht, die Piratenflagge gehisst, wurden schelmische Duelle ausgetragen. Am Ende klatschten die kleinen und großen Zuschauer reichlich Beifall.

Der wirkte für manchen vielleicht überraschend, denn etliche Scherze auf der Bühne ernteten keine Lacher; auch waren die Kinder teils jünger als (wie empfohlen) zehn Jahre. „Wie klingt Nimmerland?“ (Inszenierung und Konzept: Anselm Dalfert) konnte sich nicht immer entscheiden, ob es zauberisch poetisch, witzig verspielt oder pädagogisch verkopft sein wollte. Manchmal war es alles auf einmal.

Die (Klang-)Reise nimmt ihren Anfang im Kinderzimmer, wo Bettdecken zu Segeln umfunktioniert werden, die gleichzeitig Projektionsfläche für Sterne oder die grün-blauen Lichter der Unterwasserwelt sind. Ruckzuck ist man drin im Motivgewimmel der Peter-Pan-Story, deren Kenntnis (zu Recht?) vorausgesetzt wird. Da wird unvermittelt jemand „über die Planke geschickt“, während der Klimperkasten spielt, man muss sich vor Piraten, Indianern oder dem Krokodil hüten. Das eigentliche Personal um Peter Pan, Fee Tinkerbell und Bösewicht Hook bleibt draußen – es geht nicht um Handlung, sondern um die Atmosphäre. Die zwei Schauspieler Linn Sanders und Benedikt Thönes liefern zum ständigen Wechsel der Szenen als Erzähler ein paar Stichpunkte. Oder liefern sich Slapstick-Duelle mit Pistolen oder ausgestopften Dickbäuchen.

Alle Musiker sind ebenfalls schauspielernd dabei: Doreen Ratz (Gesang), Deborah Rawlings (Klavier), Stephan Schulze (Posaune) und Jaime Moraga Vasquez (Percussion). Und wenn sie beim Bankett zusammensitzen, werden Gläser und Gabeln zum Schlagzeug, und alle rufen „Mampf“ und „Schlürf“ im Rhythmus. Mahlzeit! Das macht ebenso viel Spaß wie das feurig leuchtende Krokodil, die Indianertänze als Schattentheater und die zauberische Choreographie der Feuerzeuge im Dunkeln.

Arg intellektuell wirken die vielen Zitate; wenn etwa Doreen Ratz mit Nancy Sinatra singt „Bang Bang, my Baby shot me down“. Tarantino lässt grüßen. Überhaupt, das ständige Englisch: Warum heißt es anfangs „Once upon a time“, wenn man auch sagen kann „Es war einmal“?

Zum Thema

Die nächsten Vorstellungen sind am 18. Februar um 15 Uhr und 19. Februar um 9.30 Uhr im Kleinen Haus des Theater Münster, Neubrückenstraße 63. Karten an der Theaterkasse: ' 5 90 91 00.

...
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5474285?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker