Jugendbande in Wolbeck
Heftige Reaktionen nach Prügelattacke

Münster-Wolbeck -

Eine Jugendbande schikaniert Schüler und Ehrenamtliche – der Stadtteil Wolbeck reagiert entsetzt. Jetzt meldet sich auch einer der Täter zu Wort.

Donnerstag, 01.02.2018, 08:00 Uhr aktualisiert: 01.02.2018, 09:12 Uhr
Schüler auf dem Weg zum Unterricht: Auf dieser Strecke kam es zu zahlreichen Übergriffen durch drei Schulschwänzer. Der letzte Vorfall wurde am 17. Januar bei der Polizei Münster angezeigt.
Schüler auf dem Weg zum Unterricht: Auf dieser Strecke kam es zu zahlreichen Übergriffen durch drei Schulschwänzer. Der letzte Vorfall wurde am 17. Januar bei der Polizei Münster angezeigt. Foto: mlü

Seit mehreren Monaten terrorisieren drei minderjährige Jugend­liche die Nutzer eines Schulwegs in Wolbeck. Trotz zahlreicher Anzeigen und vielen Polizeieinsätzen gegen die namentlich bekannten Täter hatte sich die Situation kaum verbessert. Öffentlich bekannt wurde die Geschichte durch einen Hilferuf der Opfer in unserer Zeitung.

Wie sich nun herausstellt, sind die drei mutmaßlichen Täter noch jünger als bislang angenommen – sie sind im Alter von 14 bis 16 Jahren. Im Zuge der Berichterstattung meldete sich einer der drei in der Redaktion. Er bestätigte einen Vorfall, bei dem ein schwerer Gegenstand in Richtung eines Jugendlichen geworfen wurde. Er und die anderen beiden würden sich jetzt aber nicht mehr so häufig an der Hiltruper Straße treffen. Er wolle die betroffenen Jugendlichen nicht mehr bedrohen.

Prügelattacken und Schikanen

In unserer Zeitung sprachen die Opfer von Prügel­attacken an der Hiltruper Straße und Schikanen an der Bushaltestelle am Drostenhof. „Die mischen den ganzen Ort auf“, hatten sie ­unisono berichtet. Es gibt ­Videoaufzeichnungen von Hausfriedensbrüchen, und es wurden Ladendiebstähle in den benachbarten Supermärkten zur Anzeige gebracht. Auf das Konto der ­Täter gehen mittlerweile Anzeigen „im zweistelligen Bereich“, so die Auskunft der Polizei Münster. Der letzte gemeldete Vorfall war demnach am 17. Januar.

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Das Echo auf die Gewalt­serie in Wolbeck ist gewaltig. In den sozialen Netzwerken kritisieren viele die zöger­liche Reaktion der Staats­anwaltschaft. Einige Wol­becker haben eine verstärkte Polizeipräsenz im Ort fest­gestellt. Die Polizei bestätigt: „Wir zeigen natürlich Präsenz, wo es zu Auffällig­keiten kommt.“

Polizei rät: Anzeige erstatten

Nach Informationen unserer Zeitung gab es bereits ein Gespräch mit Schülern aller drei Schulformen und der Polizei. Themen waren unter anderem Präventionsmaßnahmen und der richtige Umgang mit Straftaten: „Sofort Anzeige erstatten, immer!“, lautet der eindring­liche Appell der Polizei.

Die Schulleiterin des Gymnasiums Wolbeck betont: „Fakt ist, dass es sich nicht um eine Angelegenheit handelt, die mit dem Schul­zentrum Wolbeck zu tun hat. Die mutmaßlichen Täter gehen auf keine der drei weiterführenden Schulen.“ Mit zahlreichen Aktionen setzen sich alle Schulen am Schulzentrum Wolbeck immer wieder für einen respektvollen Umgang miteinander ein.

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