Pflegenotstand am UKM
Caritas reagiert auf Kritik: „Schlag ins Gesicht“

Münster -

Mit deutlichen Worten hat sich die Caritas im Bistum Münster am Donnerstag gegen die Kritik des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministers Karl-Josef Laumann (CDU) verwahrt. 

Donnerstag, 01.02.2018, 18:16 Uhr aktualisiert: 01.02.2018, 18:45 Uhr
Pflegenotstand am UKM: Caritas reagiert auf Kritik: „Schlag ins Gesicht“
Die Bettentürme vom UKM. Der Vorstandsvorsitzende des Uniklinikums hat mehr Geld für eine Verbesserung der Infrastruktur gefordert – und verärgerte damit den Diözesan-Caritasverband. Foto: Matthias Ahlke

Angesichts des Pflegenotstands hatte der Minister den für die Ausbildung zuständigen Klinikträgern und Krankenkassen mangelndes Engagement vorgeworfen. Dass die Zahl der Ausbildungsplätze in den Krankenpflegeschulen stagniere, sei ein Unding, hatte Laumann gesagt.

Die Kritik „ist ein Schlag ins Gesicht“, erklärte der Caritas-Abteilungsleiter Gesundheitshilfe Klaus Schoch. „Wir hätten gerne mehr ausgebildet, wenn uns Politik und Krankenkassen gelassen hätten.“ Schuld an der Misere sei nicht nur Rot-Grün. Die Probleme hätten auch während Laumanns erster Amtszeit bestanden.

Ball zurück an die Politik gespielt

190 Euro stünden den Krankenpflegeschulen pro Jahr und Schüler an Investitionsmitteln zur Verfügung. „Damit ließen sich keine neuen Klassenräume schaffen. Zudem würden zu wenig Pflegepädagogen ausgebildet. Ferner habe der Bettenabbau in den Kliniken auch zu ei­nem Rückgang der Ausbildungsplätze geführt.

Im NRW-Teil des Bistums Münster unterhält die Caritas 4750 Pflege-Ausbildungsplätze. „Wir sind bereit, die Zahl jederzeit zu erhöhen, wenn die Politik die notwendigen Rahmenbedingungen schafft“, betonte Schoch.

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