Kostenhöhe: 400.000 Euro
Umstellungen für Tempo 30: Grüne Welle nach Temporeduzierung

Münster -

Die grüne Welle steht in Münster schon fast traditionell in der Kritik. Aus einem simplen Grund: Sie funktioniere nicht, schimpfen Kritiker. Verbesserungen könnten jetzt ausgerechnet durch ein weiteres umstrittenes Verkehrsprojekt kommen.

Sonntag, 04.02.2018, 16:45 Uhr aktualisiert: 04.02.2018, 18:26 Uhr
Die Stadt verspricht sich von der Einführung von Tempo 30 auch eine Verbesserung der grünen Welle.
Die Stadt verspricht sich von der Einführung von Tempo 30 auch eine Verbesserung der grünen Welle. Foto: Matthias Ahlke

Auf die eindeutige Frage, ob die Münsteraner bald mit einer besser funktionierenden grünen Welle rechnen können, gibt Robin Denstorff eine genauso eindeutige Antwort: „Ja“, sagt Münsters Stadtbaurat überzeugt. Kommt es tatsächlich so, dann wird letztlich die Einführung der Tempo-30-Zonen dafür verantwortlich sein, die der Rat im Zuge des Lärmaktionsplans im Dezember beschlossen hat.

Denn nachdem sicher ist, dass im Innenstadtbereich auf vielen Straßen Tempo 30 eingerichtet werden wird, muss auch die Ampelschaltung weiträumig überarbeitet werden. Finanziell ist das für die Stadt erstmal eine schlechte Nachricht. 180 000 Euro werden voraussichtlich in die Planung und Ausführung der veränderten Signalprogramme fließen.

Folge politischer Entscheidung

Ärgerlich vor allem, weil die aktuelle Variante erst 2012 beschlossen und 2014 umgesetzt worden war. Der Verursacher, in diesem Fall die Stadt, müsse für die Änderungen aufkommen, sieht Denstorff die Kosten als logische Folge der politischen Entscheidung. Insgesamt beziffert die Stadt die Kosten der Einführung von Tempo-30-Zonen auf etwas mehr als 400.000 Euro. Die neue Ampelschaltung soll bis Anfang kommenden Jahres stehen, denn im Februar 2019 sollen auch die neuen Tempo-30-Zonen ausgewiesen werden.

Mehr zum Thema

Für die Verkehrsteilnehmer, ganz gleich wie sie zum umstrittenen Tempo 30 stehen mögen, könnten die Änderungen letztlich positive Folgen haben, zumal die Kritik an der derzeitigen Ampelschaltung, die bereits seit Einführung aufgekommen war, nie wirklich verstummt ist.

Optimismus dank Digitalisierung 

Denstorff zieht seinen persönlichen Optimismus in der Frage einer verbesserten grünen Welle vor allem daraus, dass „die Möglichkeiten einfach immer besser werden“ – der Digitalisierung sei Dank. Immer mehr verfügbare Informationen ermöglichten auch eine immer flexiblere Verkehrssteuerung. Dies sei „eines unserer Kernthemen“ so Denstorff, der in Münster „das Verkehrssystem immer intelligenter“ machen möchte.

Der Stadtbaurat macht aber auch klar: „Bei 1200 Straßenkilometern kann nicht alles von heute auf morgen funktionieren.“ Möglicher Kritik, in Münster gehe vieles zu langsam, hält er entgegen: „Wenn es keine Strategien gibt, wenn alles nur schnell passieren soll, dann wird sich letztlich nichts verbessern.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5484726?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker