Erfolgreicher Modellversuch
Clearingstelle vermittelt 118 Ratsuchende in eine Krankenversicherung

Münster -

Die Clearingstelle „Klar für Gesundheit“ konnte bereits im ersten Jahr des Modellversuchs 118 Ratsuchende in eine Krankenversicherung vermitteln. „Das ist ein enormer Erfolg“, so Merle Heitkötter vom städtischen Gesundheitsamt in einer Pressemitteilung. Gemeinsame Träger des dreijährigen Projekts sind der Caritasverband für die Stadt Münster, die Gemeinnützige Gesellschaft zur Unterstützung Asylsuchender (GGUA) und das Gesundheitsamt. Gefördert wird die Clearingstelle vom NRW-Gesundheitsministerium.

Dienstag, 06.02.2018, 08:00 Uhr
Klar für Gesundheit (v.l.): Stefanie Glaßmeier, Freddy Kika und Merle Heitkötter
Klar für Gesundheit (v.l.): Stefanie Glaßmeier, Freddy Kika und Merle Heitkötter Foto: Stadt Münster

Keine Krankenversicherung zu haben, das heißt beim ersten Anflug von Fieber oder Kopfschmerzen mit der Angst im Nacken zu leben, dass das die Vorboten einer persönlichen Katastrophe sein könnten. Hunderte Menschen mit nur eingeschränktem Zugang zur Gesundheitsversorgung sind davon auch in Münster betroffen. heißt es weiter. Krankheit, Schwangerschaft oder eine behandlungsbedürftige Verletzung können für sie zur Existenzbedrohung werden.

Die Clearingstelle recherchiert für die Ratsuchenden mit detektivischem Spürsinn und langem Atem: Gibt es noch Ansprüche aus dem Herkunftsland? Kann durch Klärung des Aufenthaltsstatus oder Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung ein neuer Anspruch begründet werden? Momentan läuft für mehr als 80 Menschen ein Beratungsverfahren. Der Erfolg des Projekts spricht sich herum, laufend melden sich weitere Ratsuchende, so das Gesundheitsamt. Zwei Drittel der Ratsuchenden sind im erwerbsfähigen Alter von 25 bis 64 Jahren. Auch Kinder und Jugendliche wurden über ihre Eltern mitberaten.

Trotz dieser engagierten Arbeit werde es weiterhin Menschen geben, deren Versicherungsschutz nicht oder nicht schnell genug hergestellt werden kann. Wenn diese eine Notfallbehandlung benötigen, vermittelt die Clearingstelle an die „Malteser Medizin für Menschen ohne Krankenversicherung“. Zur Finanzierung von dort eingeleiteten Behandlungen hat die Stadt 2017 einen Notfallfonds eingerichtet, in den sie jährlich 25 000 Euro einzahlt.

Zum Thema

Offene Sprechstunden der Clearingstelle sind mittwochs von 15 bis 17 Uhr in der Caritas-Außenstelle, Goldstraße 30, sowie montags und donnerstags von 9.30 bis 12.30 Uhr bei der GGUA. Im Haus der Wohnungslosenhilfe und bei der Malteser Medizin gibt es regelmäßig Sprechstunden; Information: Gesundheitsamt, Merle Heitkötter, Heitkoetter@stadt-muenster.de, ' 4 92-53 88.

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