Natur im Stadtgebiet
Diese wilden Tiere leben in Münster

Münster -

Vom Fuchs bis zum Waschbären: In Münster leben viele wilde Tiere. Manche wagen sich sogar bis in die Wohngebiete...

Dienstag, 06.02.2018, 12:00 Uhr aktualisiert: 06.02.2018, 12:56 Uhr
In Münster gibt es viele wilde Tiere – dieses Foto eines Mäusebussards entstand im Herbst im Schlossgarten.
In Münster gibt es viele wilde Tiere – an der Werse und in den Rieselfeldern etwa wurden schon Nutria gesehen. Foto: dpa (Symbolbild)

Wenn die Münsteraner schlafen, wird der Waschbär erst so richtig wach. Entsprechend selten bekommt man ihn zu sehen – doch es gibt ihn, versichert Stadtförster Hans-Ulrich Menke: „Auf jeden Fall an der Werse und in den Rieselfeldern. Außerdem haben wir Hinweise, dass er regelmäßig im Handorfer Ortskern unterwegs ist.“

Münster – das ist nicht nur die dicht besiedelte Innenstadt. Das ist auch ein Ring aus Stadtteilen, der immer wieder von grünen Schneisen unterbrochen wird. Und das sind große naturnahe Bereiche am Rande der Stadt. Die Davert, die Hohe Ward, die Rieselfelder und auch der Aasee im Zentrum. In diesen Lebensräumen fühlen sich die unterschiedlichsten Tierarten wohl – darunter viele, die man hier kaum vermuten würde.

Diese Tiere leben im Stadtgebiet von Münster

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  • Biberratten - auch Nutria genannt - sind in Münster auch zu finden.

    Foto: dpa
  • Dieser Mäusebussard wurde im Schlosspark gesichtet.

    Foto: Martin Kalitschke
  • Auch Wildschweine...

    Foto: Dietmar Jeschke
  • ...sowie Waschbären leben in Münster.

    Foto: dpa
  • Dieser Graureiher wurde an der Promenade entdeckt.

    Foto: Martin Kalitschke

Fuchs im Schlossgarten

Zum Beispiel Steinmarder. „Die gibt es überall, flächendeckend“, sagt Dr. Carsten Trappmann vom Naturschutzbund Nabu. Wie Waschbären sind auch sie nachtaktiv, man muss also Glück haben, wenn man einen Steinmarder sehen will.

Deutlich zugenommen hat laut Trappmann die Zahl der Füchse. „Der Bestand ist tollwutfrei, nachdem Impfköder ausgelegt wurden“, berichtet er. Seitdem vermehren sie sich fleißig, „einer lebt sogar im Schlossgarten“. Wer ihn sehen will, sollte dort abends spazieren gehen, denn auch Füchse sind nachtaktiv.

Stadtförster Menke erinnert sich, dass vor ein paar Jahren ein Fuchs im Innenhof des Café Prütt aufgetaucht ist. „Damals habe ich mitgeholfen, ihn wieder zu befreien.“

Kanal stoppt Wildschweine

Unübersehbar sind entlang der Promenade die Kaninchen. 2016 wurden laut Menke 600 Tiere gefangen und „dem Verzehr zugeführt“, 2017 rund 200. Er schätzt, dass Tausende in der Innenstadt leben – kein Wunder, bei, so die Faustregel, jährlich sechs Würfen mit jeweils sechs Tieren.

Seit Kurzem im Fokus: Wildschweine. Sie könnten, so die Befürchtung, eine gefährliche Schweineinfektion nach Deutschland tragen. In der Davert und der Hohen Ward gibt es große Bestände, sagt Menke. Auch auf dem Waldfriedhof Lauheide tauchen sie regelmäßig auf. „Gut, dass wir den Kanal haben“, meint er – „der verhindert, dass sie bis in die Innenstadt ziehen.“ Was in Berlin mittlerweile an der Tagesordnung sei.

Noch viele weitere Säugetiere tummeln sich im Stadtgebiet – und manchmal sogar in der Innenstadt. Marder, Iltis, Hermelin halten sich unter anderem entlang von Bahnlinien auf, genauer: in den dichten Böschungen neben den Gleisen. Derweil wird selbst in Wohngebieten so mancher Tümpel auch mal von einer Bisamratte oder einem Nutria bevölkert. An der Werse und in den Rieselfeldern sind sie regelmäßig zu beobachten.

Räuber aus der Luft

Auch der Blick zum Himmel lohnt sich. „Im Schlossgarten, aber auch an der Promenade leben Waldkäuze“, berichtet Carsten Trappmann. In den eher ländlichen Bereichen der Stadt fühlt sich in letzter Zeit wieder öfter der Uhu wohl. Auch Raubvögel wie Turmfalke, Mäusebussard, Sperber und – seltener – den Habicht gibt es in Münster. Ein eher seltener Gast in der Stadt sind Turteltauben: Zugvögel, die leider immer noch in Gebieten wie Italien, dem Balkan oder Nordafrika massenweise gejagt werden, wie Trappmann bedauert.

Noch ist Winter, doch wenn die Tage länger und allmählich auch wärmer werden, erhöhen sich schlagartig die Chancen, das eine oder andere Wildtier im Stadtgebiet zu erspähen. Wo sollte man sich auf die Lauer legen? Trappmann empfiehlt Wasserbereiche – auch den Aasee – und Waldgebiete wie die Davert. Menke gibt den Tipp, rund um Haus Kump Ausschau nach Vögeln zu halten. Am besten am frühen Morgen oder abends, wenn sich die Dämmerung breitmacht.

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