Bahnstrecke Münster-Lünen
SPD befürchtet zeitliche Verzögerung: Ausbau besitzt untergeordnete Priorität

Münster/Lünen -

Wird die eingleisige Bahnstrecke zwischen Münster und Lünen doch nicht in absehbarer Zukunft ausgebaut? Diese Sorge hegt die SPD im münsterischen Regionalrat. Die Bahn AG, so erklärten die Genossen, habe in Düsseldorf mitgeteilt, „die Strecke sei nicht weiter als Teil des RRX-Netzes geplant, da das Bundesverkehrsministerium keinen zeitnahen zweigleisigen Ausbau vorsehe“.

Montag, 12.02.2018, 07:00 Uhr aktualisiert: 12.02.2018, 08:07 Uhr
Die Strecke zwischen Münster und Lünen soll ausgebaut werden. Doch der Zeitrahmen dafür ist unklar.
Die Strecke zwischen Münster und Lünen soll ausgebaut werden. Doch der Zeitrahmen dafür ist unklar. Foto: Oliver Werner

Im Juli hatte das noch anders geklungen. Da hatte Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, überraschend grünes Licht fürs zweite Gleis gegeben. Der Ausbau hatte es zuvor nur in abgespeckter Version mit nachrangiger Priorität in den Bundesverkehrswegeplan 2030 geschafft. Darin vorgesehen waren zwei Begegnungsabschnitte, die als „prognostizierter Bedarf“ eingestuft worden waren. Viel unwichtiger geht es nicht.

Gutachten fehlt immer noch

Um den Ausbau bis 2030 zu gewährleisten, so Ferlemann bei der Einweihung des münsterischen Hauptbahnhofs, wolle der Bund das Projekt in den „vordringlichen Bedarf“ hieven. Der Staatssekretär kündigte zudem bis Ende 2017 ein neues Gutachten an, das den volkswirtschaftlichen Nutzen des Vorhabens untermauern sollte. Es liegt noch immer nicht vor. Auch darum waren in den vergangenen Wochen immer wieder Zweifel an der Zusage aus Berlin geäußert worden.

NRW-Prestige-Projekt

Ohne zweites Gleis aber wird der Rhein-Ruhr-Express (RRX) nicht über diese Strecke von Dortmund nach Münster rollen. Das stand von Anfang an fest. Mit dem Aufbau der Infrastruktur für das NRW-Prestige-Projekt wird in diesem Jahr begonnen. Die Kernstrecke verbindet Köln mit Dortmund. Dazu kommen Nebenstrecken - wie die nach Münster.

Fällt die nun dem anscheinend doch nachgeordneten Streckenausbau zum Opfer? Wäre das Projekt in die höchste Priorität aufgestiegen, läge das zweite Gleis bis 2030. Sehr viel früher nimmt auch der RRX nicht Fahrt auf. Bliebe es im „prognostizierten Bedarf“, würde kurz vor dem Sankt Nimmerleins-Tag mit dem Ausbau begonnen.

SPD fordert: Zusagen einhalten

Die SPD im Regionalrat fordert das Bundesverkehrsministerium auf, „die Zusagen einzuhalten und die Planungen weiter voranzutreiben“. Für die „Anbindung des Münsterlandes an das Ruhrgebiet und das RRX-Netz ist der zweigleisige Ausbau der Bahnstrecke Münster - Lünen unerlässlich“, betonte der verkehrspolitische Sprecher Detlef Ommen.

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