Mi., 14.02.2018

Premiere im Cineplex „Münster Above – der Film“: Liebeserklärung aus der Luft

Bis zuletzt haben Stefan Albers von „German Rotor-Cam“ (l.) und Mike Schmitz von „Münster 4 Life“ noch an der finalen Kinoversion von „Münster Above“ gefeilt.

Bis zuletzt haben Stefan Albers von „German Rotor-Cam“ (l.) und Mike Schmitz von „Münster 4 Life“ noch an der finalen Kinoversion von „Münster Above“ gefeilt. Foto: Björn Meyer

Münster - 

Sechs Jahre dauerten die Dreharbeiten zu „Münster Above“. Herausgekommen ist ein spektakulärer Film, der die Stadt aus ganz neuen Perspektiven zeigt.

Von Björn Meyer

Keine Hollywoodstars, keine Computereffekte, keine schnellen Schnitte – der Film, der am Donnerstagabend im Cineplex vor bereits ausverkauftem Saal Premiere feiern wird, ist anders. Die Kameraführung ist tragend, die Aufnahmen sind sämtlich aus der Luft entstanden. Computereffekte gibt es nicht, und die Hauptdarstellerin ist einerseits die einzige Protagonistin und andererseits nicht mal ein Mensch. Im Film „ Münster Above“ steht allein die Stadt im Mittelpunkt. Beobachtet aus Perspektiven, die den Atem rauben, Gänsehaut machen und so bislang noch niemand gesehen hat.

Seinen Anfang hatte das verwegene Projekt vor sechs Jahren genommen. Die hiesige Produktionsfirma „ German Rotor-Cam.de“ begann damit, bei jedem ihrer Aufträge in Münster zusätzliche Luftaufnahmen zu erstellen. „Es entstand die Idee, daraus einen Film zu machen, aber so richtig kamen wir damit nicht weiter“, erzählt Stefan Albers. Das änderte sich, als Albers und sein Kompagnon Kay Holland für das „Happy-Video“ aus Münster Mike Schmitz und Jonas Hofmann von „Münster 4 Life“ kennenlernten. „Wir haben damals gesagt, man müsste eigentlich mal einen Film von Münster aus der Luft machen“, erinnert sich Mike Schmitz mit einem Lächeln daran, wie er bei den Machern von „German Rotor-Cam“ auf offene Ohren stieß.

Während der konkrete Plan also geboren war, war das Ergebnis noch keineswegs abzusehen. „Am Anfang haben uns alle gesagt, es mache keinen Sinn, so einen Film zu machen“, erzählt Schmitz. Und auch die Macher selber hatten an dem Projekt so ihre Zweifel. Zwar sorgten zwischenzeitlich einige Online-Folgen mit je wenigen Minuten Dauer für Furore, noch immer war aber unklar, wie ein ganzer Film mit Luftaufnahmen aussehen sollte. „Wir dachten, dass es vielleicht auch nur 40 Minuten werden“, gesteht Schmitz.

Mit diesem Gedankenspiel hat „Münster Above – der Film“ heute nichts mehr zu tun. Aus über 50 Stunden Rohmaterial sind 95 Minuten mit Musik und Sprache unterlegter Film entstanden. Zu sehen sind darin keineswegs nur Bilder von oben. „Wir wollten auch ganz nah ran gehen“, erzählt Stefan Albers, der mit Drohnenpilot Kay Holland für sämtliche Aufnahmen verantwortlich ist. Und zwar gemeinsam, denn aufgenommen wird immer zu zweit, einer steuert die Drohne, der andere die Kamera. „Anders ist sowas gar nicht zu machen“, zeigt Albers auf den im Hintergrund laufenden Film, wo gerade in luftiger Höhe sonst kaum erspähbare Details der Lambertikirche in Großaufnahme gezeigt werden. Entstanden seien alle Aufnahmen im Bezug auf die Sicherheit in enger Absprache mit der Stadt, der Bezirksregierung und der Polizei.

Dass die Erwartungen beim Publikum groß sind zeigt, dass die Premiere bereits nach 48 Stunden ausverkauft war. Insgesamt sind bislang neun weitere Vorstellungen in Cineplex und Schlosstheater angesetzt, zwei pro Woche. „Das Publikum ist der Amboss, auf dem der Film bestehen muss“, weiß Albers. Für die Macher selber hat sich der hohe Aufwand aber längst gelohnt. Nicht unbedingt finanziell, dafür emotional, denn: „Für uns ist Münster die schönste Stadt der Welt“, sagt Mike Schmitz.

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