Do., 15.02.2018

Kritik an Radfahrern und Stadtplanung Radwege an Bushaltestellen: „Bauliche Situation ist eine Katastrophe“

Kritik an Radfahrern und Stadtplanung: Radwege an Bushaltestellen: „Bauliche Situation ist eine Katastrophe“

An der Bushaltestelle „Krummer Timpen“ halten nur wenige Radfahrer an, wenn Fahrgäste aus dem Bus aussteigen. Foto: Anna Spliethoff

Münster - 

Für viele unserer Leser ist die Stimmung auf Münsters Straßen rauer geworden. Auch die Diskussion um Radfahrer, die an Bushaltestellen keine Rücksicht nehmen, hat Fahrt aufgenommen.

Von Anna Spliethoff

Mit Schwung kommt der Radler die Straße „Krummer Timpen“ stadteinwärts hinab. Ein Bus hält an der Haltestelle – und nur eine Notbremsung kann den Zusammenstoß mit dem Fahrgast vermeiden. Solche Situationen sind in Münster - wie berichtet – ein Problem.

Und das Thema ist brisant.

Auf der Homepage unserer Zeitung haben wir gefragt, ob die Stimmung auf Münster Straßen rauer geworden sei. 76 Prozent der 414 Abstimmenden antworteten mit „Ja, auf jeden Fall“.

Und auch bei Facebook wird diskutiert. Daniel Peh sieht das Problem im baulichen Zustand, wie auch der ADFC. „In den Niederlanden und Dänemark führen die Radwege in einem Bogen rechts um die Haltestelle herum“, so Peh. Die Fahrräder auf den Fahrbahnen fahren zu lassen, wie der ADFC es fordert, sieht er aber nicht als Lösung.

Moritz Hesse verurteilt das rücksichtslose Verhalten der Fahrradfahrer. „Nichtsdestotrotz ist die bauliche Situation an vielen Stellen eine Katastrophe“, kritisiert er die Stadtplanung. Er befürwortet die Forderung des ADFC: „Es gäbe das Problem nicht, wenn die Radfahrer auf der Fahrbahn fahren dürften.“

Kritik am ADFC übt hingegen Marcel Christensen. Wenn Radler auf der Straße fahren, sorge man für „weitere Behinderungen“ und treibe die Unfallstatistik in die Höhe. Doch auch er kritisiert „die Rücksichtslosigkeit einiger Fahrradfahrer“.

Bernd Van Straelen findet, dass es ein „hausgemachtes Problem“ ist, weil die Stadt die Fahrradfahrer zu sehr verwöhne. Busfahrerin Lilly Whitfield schreibt: „Viele Radfahrer nehmen überhaupt keine Rücksicht auf die ein- und aussteigenden Fahrgäste.“ Deshalb öffne sie die Türen erst, wenn die Radfahrer vorbeigefahren sind, „um das sichere Aussteigen zu ermöglichen“.

Janine Draper übt Kritik an den Fahrgästen, die den Bus verlassen: „Steigen mit dem Handy vor der Nase aus dem Bus und müssen sich dann auf dem Radweg stehend erstmal eine Minute orientieren.“



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