Podiumsdiskussion in Münster
Protest gegen AfD-Beteiligung beim Katholikentag

Münster -

„Ein schlechter Scherz“? Die Einladung an einen AfD-Vertreter, beim Katholikentag aufzutreten, führt in Münster zu Protesten. Es sei falsch, „der in großen Teilen antidemokratischen, menschenfeindlichen und rassistischen Partei eine große öffentliche Bühne“ zu bieten.

Freitag, 16.02.2018, 18:00 Uhr aktualisiert: 16.02.2018, 18:33 Uhr
Podiumsdiskussion in Münster: Protest gegen AfD-Beteiligung beim Katholikentag
Der geplante Auftritt eines AfD-Politikers beim Katholikentag in Münster sorgt für Aufsehen. Foto: Oliver Werner (Archiv)

Münsters Grüne bezeichnen die Einladung an den kirchenpolitischen Sprecher der AfD-Fraktion im Bundestag, Volker Münz, beim Katholikentag in Münster aufzutreten, als „einen schlechten Scherz“. Der religionspolitische Sprecher der Grünen, Stephan Orth, kritisiert das Vorgehen des Zentralkomitees der Katholiken (ZdK): „Die Entscheidung, Volker Münz einzuladen, halte ich für falsch. Denn sie bietet einem Vertreter der in großen Teilen antidemokratischen, menschenfeindlichen und rassistischen Partei eine große öffentliche Bühne.“

Man dürfe sich in einer Demokratie dem Dialog nicht verweigern, auch nicht mit Vertretern der AfD. Es sei Aufgabe aller Demokraten, die AfD inhaltlich zu stellen und zu demaskieren. Es ist aber etwas anderes, Repräsentanten dieser Partei mit der Einladung eine große Bühne zu verschaffen. In Münster gebe es einen breiten gesellschaftlichen, überparteilichen Konsens gegen rechtsextreme Positionen sowie großes Engagement für Mitmenschlichkeit und eine offene Gesellschaft.

Einladung als „Dammbruch“

Auch münsterische Gruppen, die den Katholikentag Plus mit vorbereiten, stellen sich gegen eine Beteiligung der AfD auf dem Katholikentag in Münster. Mit großer Sorge habe man zur Kenntnis genommen, dass der AfD-Vertreter auf dem Podium „Nun sag', wie hältst Du's mit der Religion?“ mitdiskutieren soll.

„Wir halten diese Einladung für einen Dammbruch, durch den die Positionen der AfD eine besondere Bühne bekommen. Das trägt zur Etablierung dieser Ansichten bei“, meint Barbara Imholz vom Institut für Theologie und Politik. 

Diese Promis kommen zum Katholikentag 2018

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  • Viele Prominente unterschiedlicher Genres haben bereits zugesagt, vom 9. bis 13. Mai 2018 zum Katholikentag nach Münster zu kommen, darunter Bundespräsident Frank Walter Steinmeier, Sängerin Leslie Clio, Ayman Mazyek (Vorsitzender des Zentralrats der Muslime), Kardinal Reinhard Marx, Entertainer Götz Alsmann und ZDF-Journalistin Bettina Schausten.

    Foto: gap (Montage)
  • Norbert Lammert, Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung und bis 2017 Bundestagspräsident

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Markus Lewe, Münsters Oberbürgermeister, und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Frank Bsirske, Vorsitzender der Gewerkschaft ver.di

    Foto: dpa
  • Franz Müntefering, ehemaliger Bundesvorsitzender der SPD

    Foto: dpa
  • Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz

    Foto: dpa
  • Jörg Schönenborn, Fernsehdirektor des WDR

    Foto: dpa
  • Kasper König, Kurator der Skulptur-Projekte Münster

    Foto: dpa
  • Bettina Schausten, Leiterin des ZDF-Hauptstadtstudios in Berlin

    Foto: ZDF / Klaus Weddig
  • Dr. med. Eckart von Hirschhausen, Kabarettist

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Götz Alsmann, Entertainer

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Leslie Clio, Sängerin

    Foto: dpa
  • Manfred Lütz, katholischer Theologe und Buchautor

    Foto: dpa
  • Ayman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland

    Foto: dpa
  • Andreas Steinhöfel, Schriftsteller

    Foto: Dirk Steinhöfel
  • Julia Klöckner, Fraktionsvorsitzende der CDU im Landtag Rheinland-Pfalz

    Foto: dpa
  • Frank Walter Steinmeier, Bundespräsident

    Foto: dpa
  • Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag

    Foto: dpa
  • Hermann Gröhe, geschäftsführender Bundesgesundheitsminister

    Foto: dpa
  • Heinrich Bedford-Strohm, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland

    Foto: dpa
  • Prof. Mouhanad Khorchide, Leiter des Zentrums für Islamische Theologie und Professor für
    Islamische Religionspädagogik in Münster

    Foto: dpa
  • Margot Käßmann

    Foto: dpa
  • Joachim Herrmann, Bayerischer Staatsminister des Innern für Bau und Verkehr

    Foto: dpa
  • Monika Grütters, Staatsministerin, Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien

    Foto: dpa
  • Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz

    Foto: dpa
  • Pater Anselm Grün OSB

    Foto: dpa

„Die Diskussion mit einem Vertreter der AfD zu suchen suggeriert, dass es sich hier um eine legitime politische Position handelt. Wir sind überzeugt, dass die Unvereinbarkeit eines am Evangelium orientierten Christentums mit menschenverachtenden Standpunkten in der Öffentlichkeit deutlich werden muss. Deshalb fordern wir das Zentralkomitee der Katholiken auf, der AfD auf dem Katholikentag nicht das Wort zu überlassen und hier entschieden die Distanz deutlich zu machen," so Barbara Imholz weiter.

ZdK hält an Einladung fest

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg, hält hingegen an der Einladung fest. „Die AfD darf keine Gelegenheit bekommen, sich als Märtyrer zu inszenieren“, sagte Sternberg der „Zeit“-Beilage „Christ und Welt“. Es werde auf der Veranstaltung im Mai um das kirchenpolitische Programm der im Bundestag vertretenen Parteien gehen. „Dazu gehört die AfD - leider“, sagte Sternberg.

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