Sieger des IHK-Regionalwettbewerbs
„Jugend forscht“: Ein Quiz fürs Klassenzimmer

Münster -

Sicher durch den Straßenverkehr oder direkt aus dem Klassenzimmer: Beim IHK-Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ haben Schüler wieder Ideenreichtum bewiesen.

Freitag, 16.02.2018, 19:00 Uhr aktualisiert: 19.02.2018, 15:21 Uhr
Sieger des IHK-Regionalwettbewerbs: „Jugend forscht“: Ein Quiz fürs Klassenzimmer
Ein Quiz fürs Klassenzimmer haben Felix Ulonska (l.) und Leonard Sondermann (Annette-Gymnasium) entwickelt. Damit haben sie den zweiten Platz in der Kategorie Arbeitswelt belegt. Foto: Anna Spliethoff

Sie stehen an jeder Ecke. Jede Nacht leuchten sie ohne Pause. „Straßenlaternen verbrauchen viel zu viel Energie“, sagt Georg Trede. Das Problem wollten er und sein Mitschüler Erik Holzhäuser lösen. Ein Jahr haben die Schüler des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums an der Idee gearbeitet, die sie „intelligente Straßenlaternen“ nennen.

Die Laternen seien mit Licht- und Bewegungssensoren ausgestattet. „Wenn ein Auto oder ein Fußgänger kommt, leuchten die Laternen heller“, sagt Holzhäuser. Ganz dunkel soll es nachts aber nicht bleiben: Um ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln, leuchten die Laternen weiter die ganze Nacht. „Aber nur noch mit 25 Prozent der Helligkeit“, so Trede. Die Idee gefiel der Jury – und wurde mit dem ersten Platz im Bereich Technik ausgezeichnet.

Straßenverkehr, autonomes Fahren und E-Mobilität waren prägende Themen beim IHK-Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ am Freitag. Auch der Umweltschutz war ein wichtiges Thema. So auch bei Christoph Dumstorf und Lars Zeggelaar. „Wir wollten Mikroplastik in den Rieselfeldern nachweisen“, sagt Dumstorf. Die Schüler des Annette-Gymnasiums haben viele Proben genommen – und schädliches Mikroplastik gefunden. Die Arbeit wurde mit dem zweiten Platz in Chemie ausgezeichnet.

Mit einem ganz anderen Problem haben sich Rieke Salomon und Maryse Schmidt beschäftigt. „Viele Flüchtlinge verwechseln den giftigen Knollenblätterpilz mit essbaren Pilzen“, sagt Salomon. Die Schülerinnen des Annette-Gymnasiums haben die Pilze untersucht und Ideen für die Behandlung bei einer Vergiftung gesammelt. Sie belegten den zweiten Platz in Biologie.

Felix Röwekämper ist kein Schüler mehr, auch seine Ausbildung hat der 20-Jährige abgeschlossen. Mitmachen wollte er trotzdem: „Mein Gebiet ist die Arbeitssicherheit.“ Der Ibbenbürener ist mit zwei Projekten an den Start gegangen, beide wurden mit dem ersten Platz im Bereich Arbeitswelt ausgezeichnet. Für Maschinen mit rotierenden Teilen hat er einen Not-Halt entwickelt, falls Kleidungsstücke oder Körperteile von Mitarbeitern hineingeraten. Außerdem hat er einen Mechanismus entwickelt, der einen Bohrer auf einem Werkstück fixiert. Für Röwekämper ist „Jugend forscht“ ein Ort, um Kontakte zu knüpfen: „Ich arbeite im Steinkohlebergwerk. Schon bald muss ich mir einen neuen Job suchen.“

IHK- Regionalwettbewerb „Jugend forscht 2018“

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  • Manon Olschimke, Vera Brüggemann, Justus Dieckmann (v.l.) vom Städtischen Gymnasium Borghorst haben die Synthese von Carotin durch die Bromierung von Lycopin aus Tomatensaft untersucht.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Bekämpfung des Abwasserpilzes und Verbesserung der Wasserqualität von Fließgewässern war das Thema von Jan Usbeck vom Gymnasium Augustinianum in Greven.

    Foto: Oliver Werner
  • Cornelius Gottlieb hat sich mit der Verhinderung von Auffahrunfällen beschäftigt. Er besucht das Städtische Kopernikus Gymnasium in Rheine.

    Foto: Oliver Werner
  • Die „Solaranlage 4.0“ war die Idee von (v.l.) Niklas Plugge, Robin Weischer und Florian Austermann vom Berufskolleg in Rheine.

    Foto: Oliver Werner
  • "Abfall im Wasser - Gefährdet Mikroplastik Lebewesen?" - so lautete der Titel des Projekts, das Vera Wenning (l.) und Suntje Senghove vom Gymnasium Augustinianum in Greven eingereicht haben.

    Foto: Oliver Werner
  • Korvin Kristen, Simon Preuß, Anton Zinn (v.l.) vom Städtischen Gymnasium in Borghorst haben eine energiesparende Klimaanlage für Autos entwickelt.

    Foto: Oliver Werner
  • Ein Bremslicht für Fahrräder – das war die Idee von (v.l.) Felix Uhlenbrock, Nils Paßlich und Aaron Lembeck vom Städtischen Gymnasium Borghorst.

    Foto: Oliver Werner
  • Benedikt Lütke Lanfer, Jannik Günzel und Marcel Kiewitt (v.l.) vom Städtischen Gymnasium Borghorst haben einen Solarofen gebaut.

    Foto: Oliver Werner
  • Ein selbstfahrender Logistikroboter war das Ergebnis der Arbeit von (v.l.) Johannes Schulte-Ebbert, Dominik Erdtel und Lilian Lompa vom Gymnasium Wolbeck.

    Foto: Oliver Werner
  • Erik Holzhäuser (l.) und Georg Trede vom Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Münster haben intelligente Straßenlaternen entwickelt.

    Foto: Oliver Werner
  • Ein autonomer Quadrocopter war die Projektarbeit von Mika Specht (l.) und Till Möllerfeld vom Wilhelm-Hittorf-Gymnasium in Münster.

    Foto: Oliver Werner
  • Kai Gerdes (l.) und Benett Krieger haben sich mit der Sicherheit im Straßenverkehr der Zukunft beschäftigt. Die Schüler gehen auf das Gymnasium in Wolbeck.

    Foto: Oliver Werner
  • Simon Hillebrandt vom Gymnasium St. Mauritz hat den „Doppelbecher“ physikalisch untersucht.

    Foto: Oliver Werner
  • Marius Martin vom Ratsgymnasium in Münster hat sich gefragt, ob man mit sozialen Netzwerken lernen kann.

    Foto: Oliver Werner
  • Nina Hildenhagen (l.) und Tatjana Walter haben eine Station gebaut, die klimatische Bedingungen in einem Kühlschrank untersuchen kann. Die Schülerinnen sind vom Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Münster.

    Foto: Oliver Werner
  • Christoph Dumstorf (l.) und Lars Zeggelaar vom Annette-Gymnasium haben Mikroplastik in den Rieselfeldern nachgewiesen.

    Foto: Oliver Werner
  • Ilka Felix (l.) und Alina Kühne haben Versuche zur Verlängerung der Lebensdauer von Schnittblumen gemacht. Die Schülerinnen besuchen das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Münster.

    Foto: Oliver Werner
  • Peter Christian Krefeld, Hannes Gödde, Michael Böing (v.r.) vom Annette-Gymnasium in Münster haben Gefahrenstoffe im Bremsantrieb von Autos untersucht.

    Foto: Oliver Werner
  • Justus Maiwald (l.) und Niklas Göllmann vom Wilhelm-Hittorf-Gymnasium haben „Die Chemie und Physik des Superabsorbers“ untersucht.

    Foto: Oliver Werner
  • „Gewinnung von ätherischen Ölen“ war das Ziel von (v.l.) Nikolaus Buhl, Manuel Kleintombulte und Nils Pieper vom Kardinal-von-Galen-Gymnasium in Münster.

    Foto: Oliver Werner
  • "Die Funktionsweise des Haftmechanismus des wilden Weins" war das Thema von Simon Obszerninks (l.) und Jule Severin vom Wilhelm-Hittorf-Gymnasium in Münster.

    Foto: Oliver Werner
  • Maustafa Masaoodi (l.) und Knut Rickhof vom Gymnasium Wolbeck haben Fledermäuse in der Hohen Ward erforscht.

    Foto: Oliver Werner
  • Ein Quiz für den Schulunterricht haben Felix Ulonska (l.) und Leonard Sondermann vom Annette-Gymnasium in Münster entwickelt.

    Foto: Oliver Werner
  • Erik Päßler, Phippe Calvez, Erik Wiesmann (v.l.) vom Annette-Gymnasium in Münster haben einen E-Scooter mit einem 3D-Drucker gedruckt.

    Foto: Oliver Werner
  • Der smarte Straßenverkehr stand bei (v.l.) Jari Polm, Tabea Cosima Mittmann und Steffen Ransiek vom Annette-Gymnasium in Münster im Mittelpunkt.

    Foto: Oliver Werner
  • Martin Brockhaus (l.) und Finn Müller haben das Zellwachstum am Beispiel von Hefe untersucht. Die Schüler besuchen das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium Münster.

    Foto: Oliver Werner
  • Ngan-Ha Stella Le hat Untersuchungen zu Epilepsie und Migräne gemacht. Die Schülerin geht auf das Annette-Gymnasium in Münster.

    Foto: Oliver Werner
  • Den giftigen Knollenblätterpilz haben sich Rieke Salomon (l.) ud Maryse Schmidt genauer angesehen. Beide besuchen das Annette-Gymnasium in Münster.

    Foto: Oliver Werner

Mitten aus dem Schulalltag ist die Idee von Felix Ulonska und Leonard Sondermann vom Annette-Gymnasium. Sie haben ein Quiz entwickelt. „Damit kann ein Lehrer den Wissensstand der Schüler ermitteln“, sagt Ulonska. Statt eines schriftlichen Tests werde ein Quiz gemacht – mit einem Beamer und Controllern. „Für die Schüler macht es mehr Spaß, und der Lehrer kann es schneller auswerten“, so Sondermann. Die Schüler gewannen den zweiten Preis in der Kategorie „Arbeitswelt“.

Der 32. Regionalwettbewerb war für Berthold Sommer der erste als Wettbewerbsleiter. Der Berufsschullehrer aus Rheine ist sich sicher, dass „Jugend forscht“ auch Karrieren fördern kann: „Einer meiner ersten Schüler, die ich im Wettbewerb betreut habe, schreibt jetzt seine Doktorarbeit.“ Wichtiger sei es aber, dass die Schüler sich für Naturwissenschaften begeistern – und ihre Mitschüler mitreißen.

Die Sieger

Hier die Sieger münsterischer Schulen des IHK-Regionalwettbewerbs in der Sparte „Jugend forscht“ in der Altersklasse der 15- bis 21-Jährigen:

Biologie:

1. Platz und Sonderpreis: Ngân-Hà Stella Lê (Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium)

2. Platz und Sonderpreis: Rieke Salomon und Maryse Schmidt (Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium)

3. Platz: Mustafa Masaoodi und Knut Rickhof (Gymnasium Wolbeck)

Sonderpreis: Dorothee Wagner (Marienschule)

Chemie:

1. Platz: Christoph Dumstorf und Lars Zeggelaar (Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium)

2. Platz: Simon Obszerninks und Jule Severin (Wilhelm-Hittorf-Gymnasium)

Physik:

1. Platz und Sonderpreis: Simon Hillebrandt (Gymnasium St. Mauritz)

2. Platz: Hannah Neuwirth (Gymnasium Wolbeck)

Sonderpreis: Ida Wöstheinrich (Gymnasium Paulinum)

Technik:

1. Platz: Georg Trede und Erik Holzhäuser (Freiherr-vom-Stein-Gymnasium)

Sonderpreis: Mika Specht und Till Möllerfeld (Wilhelm-Hittorf-Gymnasium)

Arbeitswelt:

2. Platz: Felix Ulonska und Leonard Sondermann (Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium)

Die jeweils Erstplatzierten qualifizieren sich für den Landeswettbewerb im März in Leverkusen. Das Bundesfinale findet im Mai in Darmstadt statt.

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