Di., 20.02.2018

Vorwurf: Körperverletzung mit Todesfolge 28-Jähriger nach tödlichem Unfall auf Warendorfer Straße in Untersuchungshaft

Vorwurf: Körperverletzung mit Todesfolge: 28-Jähriger nach tödlichem Unfall auf Warendorfer Straße in Untersuchungshaft

Bei dem Unfall, der sich an einem Dienstagabend (30. Januar) gegen 22.55 Uhr ereignete, kam eine 31-jährige Frau ums Leben. Foto: Helmut Etzkorn

Münster - 

Vor drei Wochen starb eine Frau bei einem Unfall auf der Warendorfer Straße. Jetzt wurde der Unfallverursacher verhaftet, unter anderem wegen vermuteter Fluchtgefahr. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Der 28-Jährige war betrunken und mit 110 km/h unterwegs.

Nach dem tödlichen Verkehrsunfall unter Alkoholeinwirkung auf der Warendorfer Straße sitzt der 28-jährige Verursacher nun in Untersuchungshaft. Polizisten nahmen in am Montag in seiner Wohnung fest, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Münster und des Polizeipräsidiums Münster. Der Vorwurf: Körperverletzung mit Todesfolge.

Mit 1,36 Promille und 110 km/h

Am Abend des 30. Januar raste der Mann mit seinem BMW demnach mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit und unter Alkoholeinfluss über die Warendorfer Straße stadtauswärts, wo er in Höhe der Friedensstraße gegenüber dem Cinema mit dem Wagen einer 31-jährigen Frau kollidierte. Die Frau starb noch in der Nacht in der Uni-Klinik an den Unfallfolgen. „Der Beschuldigte ist dringend verdächtig, sein Fahrzeug auf einer innerstädtischen Straße derart beschleunigt zu haben, dass er mit mehr als 110 km/h gegen das Fahrzeug der getöteten Frau prallte", erläutere Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt am Dienstag in Münster. „Außerdem hätte er die Fahrt aufgrund seiner erheblichen Alkoholisierung erst gar nicht antreten dürfen.“ Das Institut für Rechtsmedizin hatte die unmittelbar nach dem Unfall entnommene Blutprobe ausgewertet und dabei einen Blutalkoholgehalt von 1,36 Promille festgestellt.

Alkoholwirkung

Im Bereich zwischen 1,0 und 2,0 Promille setzt laut der Aufklärungsseite kenn-dein-limit.info üblicherweise das sogenannten Rauschstadium ein. Dabei träten deutliche Sprech-, Reaktions-, Gleichgewichts- und Orientierungsstörungen auf. Wer so viel Alkohol im Blut habe, habe auch seine Kritikfähigkeit meist verloren. Das seien deutliche Warnsignale für eine Alkoholvergiftung.

„Grob verkehrswidrig und rücksichtlos gehandelt”

Die Staatsanwaltschaft ordnet die Tat als Körperverletzung mit Todesfolge und als vorsätzliche Straßenverkehrsgefährdung ein, da der Beschuldigte durch seine Fahrweise „grob verkehrswidrig und rücksichtlos gehandelt” haben soll. „Aufgrund der zu erwartenden hohen Freiheitsstrafe (auf Körperverletzung mit Todesfolge stehen - mit Ausnahme von minder schweren Fällen - mindestens drei Jahre Haft; Anm. d. Red.) und unzureichenden sozialen Bindungen besteht nach Auffassung der Staatsanwaltschaft die konkrete Gefahr, dass sich der Beschuldigte dem Strafverfahren durch Flucht entzieht", erklärte der Oberstaatsanwalt weiter. „Die Staatsanwaltschaft Münster hat daher beim Amtsgericht einen Haftbefehl beantragt."

Polizeibeamte nahmen den 28-jährigen Münsteraner am Montag in seiner Wohnung fest. Eine Haftrichterin des Amtsgerichts Münster folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft und ordnete die Untersuchungshaft an.



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