Tag der Muttersprache
Fest der Vielfalt

Münster -

(Mit Video) Jedes Jahr am 21. Februar feiert der Internationale Tag der Muttersprache die sprachliche und kulturelle Vielfalt der Weltgemeinschaft. Auch in Münster tragen Studierende, Besucher und Zugereiste zu einem Sprachen-Mix auf den Straßen bei. Doch bald schon könnte die Hälfte aller Sprachen ausgestorben sein.

Mittwoch, 21.02.2018, 09:40 Uhr
Tag der Muttersprache : Fest der Vielfalt
Foto: dpa/Tobias Kleinschmidt

Die  Skulptur Projekte waren im vergangenen Jahr nicht nur künstlerisch vielfältig, auch für westfälische Ohren gab es reichlich Abwechslung. Die Besucher aus dem Ausland wirbelten mit ihren Muttersprachen den gewohnten Klang der Stadt durcheinander. Auch beim bevorstehenden Katholikentag dürfte es wieder hörbar multikulturell werden.

Doch nicht nur zu Großereignissen mischen sich die Sprachen. 160 verschiedene Nationalitäten lebten laut Jahresstatistik der Stadt im Jahr 2016 in Münster. Polnisch, Portugiesisch, Persisch - fast jede Sprache ist in Münster vertreten. Kein Wunder also, dass der Festtag in Münster mit einem zweiwöchigen Programm begangen wird.  

Ein großer Faktor der Sprachenvielfalt in der Stadt ist die Universität mit ihren Gaststudenten, -dozenten und ihrem internationalen Netzwerk. Im Wintersemester 2017/18 waren 3632 ausländische Studierende eingeschrieben.

Die WWU hat derzeit zwölf moderne und zwei klassische Fremdsprachen sowie einen Gebärdensprachkurs im Programm. „Pro Semester bieten wir circa 220 Kurse für Studierende an, ferner haben wir ein betreutes Programm zum Sprachenlernen mit Tandempartner“, sagt Andrea Schilling, Leiterin des Sprachenzentrums der WWU. Außerdem gebe es drei bis vier DaF-Kurse für Graduierte und Gastwissenschaftler und ein modularisiertes Workshop-Angebot berufsfeldspezifisches Englisch für Mitarbeiter der Verwaltung und der Fachbereiche.

Hälfte der 6000 Sprachen in 100 Jahren ausgestorben

Von den rund 6000 Sprachen, die heute weltweit gesprochen werden, wird nach Schätzungen von Linguisten die Hälfte davon in weniger als 100 Jahren ausgestorben sein. Schon jetzt spricht jeder Zweite eine der „großen“ Sprachen wie Chinesisch, Englisch, Spanisch, Arabisch oder Deutsch. Oft geben Sprecher ihre Sprache zugunsten einer praktikableren Mehrheits- oder Verkehrssprache auf.

In Deutschland sind unter anderem das Saterfriesische, das Nordfriesische und das Sorbische bedroht, sagt die Gesellschaft für bedrohte Sprachen, den Gebrauch, den Erhalt und die Dokumentation bedrohter Sprachen und Dialekte fördert.

Datum mit historischem Hintergrund

Um an die Bedeutung des Kulturgutes Sprache zu erinnern, haben die Vereinten Nationen  auf Vorschlag der Unesco den 21. Februar als Internationalen Tag der Muttersprache ausgerufen. Er wird seit 2000 jährlich begangen. „Sprachliche und kulturelle Vielfalt repräsentieren universelle Werte, die Einheit und Zusammenhalt einer Gesellschaft stärken“, begründet die Unesco die Einführung des Internationalen Tags der Muttersprache.

Historisch nimmt der Tag Bezug auf den 21. Februar 1952. Damals fand in Dhaka, der Hauptstadt des damaligen Ost-Pakistan, eine Demonstration gegen den Beschluss der Regierung statt, die Sprache Urdu zur Amtssprache zu erheben. Urdu war die Sprache der herrschenden Schichten in Pakistan und die Sprache der Muslim-Liga und wurde nur von etwa drei Prozent der Bevölkerung gesprochen.

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