Ein Täter in U-Haft
Trickbetrüger erleichtern 88-Jährigen um sechsstelligen Betrag

Münster -

Sie gaben sich als Polizeibeamte aus, gaukelten einen bevorstehenden Einbruch vor und erleichterten so einen 88-jährigen Münsteraner um einen mittleren sechsstelligen Betrag. Als die Trickbetrüger-Bande noch mehr Bargeld forderte, wurde einem Täter die Gier zum Verhängnis.

Mittwoch, 21.02.2018, 08:58 Uhr aktualisiert: 21.02.2018, 13:30 Uhr
Ein Täter in U-Haft: Trickbetrüger erleichtern 88-Jährigen um sechsstelligen Betrag
Symbolbild Foto: dpa

Bereits seit Anfang Februar belagerten Trickbetrüger, die sich als Polizei- und Justizbeamte ausgaben, einen 88-jährigen Münsteraner am Telefon. Das berichteten die Staatsanwaltschaft Münster und die Polizei Münster in einer Pressemitteilung. Demnach gaukelten sie dem Ruheständler immer wieder vor, dass ein Einbruch in seine Wohnung kurz bevorstünde und die Einbrecherbande mit seiner Hausbank zusammenarbeite.

Er solle sein Erspartes von der Bank abholen, um es einem von der Polizei entsandten Boten zu übergeben. Wichtig sei, dass er mit niemandem über diese verdeckten Ermittlungen spreche, um den Erfolg nicht zu gefährden. So weit die Masche.

Zermürbt von den Anrufen

Zermürbt von den vielen Anrufen und im Glauben sein Geld so in Sicherheit zu wägen, holte der Münsteraner einen mittleren sechsstelligen Bargeldbetrag von seiner Bank. Anschließend übergab er diesen einem Boten in der Erwartung, den Betrag nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen zurückzuerhalten.

Nach der Übergabe ließen die Betrüger nicht nach und bedrängten den Münsteraner weiterhin mit Anrufen. Sie machten ihm den Polizeiangaben zufolge Angst und forderten mehr Geld, um dieses in Sicherheit zu bringen. Der 88-Jährige wurde misstrauisch und meldete sich am 15. Februar bei der Polizei. Die Beamten fingierten daraufhin gemeinsam mit dem Münsteraner eine weitere Geldübergabe - und nahmen einen 40-Jährigen fest. 

Bandenmäßiger Betrug

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde er wegen Fluchtgefahr am Montag (19.2.) einem Haftrichter vorgeführt. Er steht im Verdacht,
Beihilfe zum bandenmäßigen gewerbsmäßigen Betrug geleistet und eine im Ausland operierende Bande unterstützt zu haben. Der Richter
ordnete Untersuchungshaft an.

Die Ermittlungen zu weiteren Mitgliedern der Betrügerbande dauern an. Ob dabei die sechsstellige Summe des 88-Jährigen wieder auftaucht, ist ungewiss. Bisher hat der Ruheständler sein Geld nicht zurück erhalten. 

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