Volksbank Münster wächst weiter
Online-Filiale immer stärker im Blick

Münster -

Trotz der anhaltenden Niedrigzinsphase und eines sinkenden Zinsergebnisses ist die Vereinigte Volksbank Münster weiter gewachsen. Mit der 2020 geplanten Fusion und neuen digitalen Angeboten soll die Bank auf Erfolgskurs bleiben.

Donnerstag, 22.02.2018, 06:30 Uhr
Stellten positive Volksbank-Zahlen vor (v.l.): Die Vorstandsmitglieder Friedhelm Beuse, Gerhard Bröcker und Thomas Jakoby.
Stellten positive Volksbank-Zahlen vor (v.l.): Die Vorstandsmitglieder Friedhelm Beuse, Gerhard Bröcker und Thomas Jakoby. Foto: Oliver Werner

Trotz des anhaltenden Zinstiefs hat die Vereinigte Volksbank Münster am Mittwoch eine Bilanz präsentiert, die von Wachstum geprägt ist. Die Bilanzsumme stieg um sieben Prozent auf 2,348 Milliarden Euro bei einem rückläufigen Zinsergebnis (minus 2,4 Prozent). Das Kundengeschäftsvolumen wuchs um 5,1 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro. „Trotz anhaltend schwieriger Rahmenbedingungen konnten wir unsere Marktposition weiter stärken und sogar noch ausbauen“, betonte Vorstandssprecher Gerhard Bröcker bei der Vorstellung der Zahlen für 2017.

Verändertes Anlageverhalten

Die Auswirkungen der Niedrigzinspolitik wirkten zunehmend auch auf das Anlageverhalten der Kunden. Beim klassischen Sparbuch sind heute keine Zinsen mehr zu erzielen. Dadurch setzte sich der Trend zum Wertpapiergeschäft fort. Das Kundendepotvolumen legte um 11,1 Prozent auf 996 Millionen Euro zu.

Kommentar

Rasantes Tempo der Veränderung

Der Fusionsprozess unter den Banken vollzieht sich seit Jahren und hat ein rasanten Tempo angenommen. In Prognosen ist davon die Rede, dass sich die Zahl der derzeit 1900 Banken in Deutschland in den nächsten sieben bis zehn Jahren auf 300 oder noch weniger reduzieren wird. Um sich angesichts des härter werdenden Wettbewerbs am Markt behaupten zu können, geht wohl kein Weg an einer Fusion zwischen den Volksbanken in Münster und Greven sowie der VR-Bank Steinfurt vorbei.

Vor dem Hintergrund der anhaltend niedrigen Zinsen und einer sinkenden Bedeutung des klassischen Einlagengeschäfts müssen neue Geschäftsfelder erschlossen werden. Die Digitalisierung wird in der geplanten genossenschaftlichen Großbank für das nördliche Münsterland in den nächsten Jahren erhebliche Veränderungsprozesse mit sich bringen. Da bislang nur rund die Hälfte der Privatkunden im Online-Kanal unterwegs sind, müssen auch künftig Service und Beratungskompetenz in den Filialen vor Ort angeboten werden.  Karin Höller

...

Das gesamte Kundenvermögen stieg um 6,5 Prozent auf 3,05 Milliarden Euro. Auch weiterhin habe die Volksbank gewerbliche Einleger an den Kosten der Negativzinspolitik der Europäischen Zentralbank beteiligen müssen, so Vorstand Thomas Jakoby.

An Fahrt aufgenommen hat das Baufinanzierungsgeschäft mit Privatkunden. Stichwort: Betongold. 1347 Finanzierungen mit einem Volumen von 221 Millionen Euro (Vorjahr 191 Millionen Euro) wurden privaten Bauherren aus eigenen Mitteln und öffentlichen Förderkrediten beziehungsweise vermittelten Darlehen zur Verfügung gestellt.

Die Volksbank in Zahlen

Die vorgelegten Geschäftszahlen für das Jahr 2017:

► Geschäftsergebnis steigt auf 15,8 Mio. Euro (plus 37 Prozent)

►Dividende: 4 Prozent, Vertreterversammlung wird im Juni abstimmen

► Kreditgeschäft wächst um 3,4 Prozent auf 2,46 Mrd. Euro, Neugeschäftsvolumen 0,5 Mrd. Euro

► Kundenvermögen legt um 6,5 Prozent auf 3,05 Mrd. Euro zu, Kundeneinlagen stiegen um 4,6 Prozent auf 1,74 Milliarden Euro

► Baufinanzierung mit Privatkunden: 221 Mio. Euro (Vorjahr 191 Mio)

...

Erfolg und Zukunftssicherheit verspricht sich die Volksbank nicht nur von der geplanten Fusion, sondern auch vom Ausbau des digitalen Bankservices. Der digitale Beratungskanal soll künftig wochentags von 8 bis 20 Uhr erreichbar sein. Zudem stehe das stark gefragte Kunden-Service-Center ab April mit deutlich erweiterten Öffnungszeiten wochentags von 6 bis 22 Uhr sowie samstags von 8 bis 14 Uhr telefonisch zur Verfügung.

Beratung via App

Über ein umfangreiches App-Angebot sollen zudem Beratungsthemen wie Altersvorsorge oder Baufinanzierung ebenfalls digital möglich sein. Das Betreuungsverhältnis werde sich in den kommenden Jahren eindeutig in Richtung der digitalen Kanäle verschieben, kündigt der Vorstand an. Bereits 2017 sei der Personalaufwand um 1,6 Prozent auf 30 Millionen Euro gesunken – sozialverträglich durch Ruhestands- oder Altersteilzeitlösungen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5541935?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker