Forschung
Dumbo-Krake in Münsters Uniklinik untersucht

Münster -

Beinahe niedlich sind diese Wesen, die aussehen, als kämen sie von einem fremden Planeten. An der Uniklinik wurde jetzt mit einem MRT in das Innere des rätselhaften Dumbo-Kraken geguckt.

Donnerstag, 22.02.2018, 11:30 Uhr
Das Foto des Dumbo-Kraken, nachdem das Tier geschlüpft war. Er wurde im Uniklinikum radiologisch untersucht.
Das Foto des Dumbo-Kraken, nachdem das Tier geschlüpft war. Er wurde im Uniklinikum radiologisch untersucht. Foto: UKM

Ohrenartige Flossen rechts und links des Kopfes, spiralenförmig gleiten sie damit durch das Wasser. Nicht zufällig werden sie auch „Dumbo“-Kraken genannt, denn zu auffällig ist ihre Ähnlichkeit mit Disneys Elefanten. Und ihr eigentlicher Lebensraum ist auch eine dem Menschen nahezu unbekannte Welt: die Tiefsee.

Forscher aus Münster, Bonn und den USA haben nun zum ersten Mal einen Dumbo-Schlüpfling mit Hilfe eines speziellen Kleintier-MRT-Gerätes untersucht und ihre Ergebnisse in der „Current Biology“ publiziert. Das Team rund um Prof. Cornelius Faber aus dem Institut für klinische Radiologie der Universität Münster konnte durch die im MRT entstandenen Aufnahmen die inneren Organe des Kraken-Jungen in einen Zusammenhang mit der Verhaltensweise und dem Entwicklungszyklus dieser Tiefsee-Tiere bringen, berichtet die medizinische Fakultät. In mehreren gemeinsamen Veröffentlichungen haben die Wissenschaftler aus Münster und Bonn bereits das Innenleben verschiedenster Tierarten sichtbar gemacht, was unter anderem auf den Internetseiten des Naturkundemuseums London zu bewundern ist.

Das seltene Tier wurde 2005 im Nordwest-Atlantik vom Forschungsschiff „Ronald H. Brown“ gefangen und direkt an Bord gefilmt. Dies sind die ersten Aufnahmen überhaupt eines lebenden Dumbo-Jungtieres. Es überlebte nicht. Das Jungtier wurde, in Formalin konserviert, per Paketdienst aus Delaware nach Münster geschickt und hier in einem speziellen MRT-Gerät untersucht.

Die Organe weisen darauf hin, dass diese Lebewesen direkt nach dem Schlupf ihre Umgebung visuell und chemisch erfassen können und den Beutefang sowie das Schwimmen mit ihren Kopfflossen schon vom ersten Tag an beherrschen.

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