Weltgästeführertag am Samstag
Münsters menschliche Aushängeschilder

Münster -

Sie machen aus Fremden bestenfalls Faszinierte: Seit über 25 Jahren kümmern sich Mitglieder des Vereins „Gästeführer-Team Münster & Münsterland“ um die Gäste der Stadt. Eine ungewöhnliche Führung erwartet Interessierte am Samstag.

Freitag, 23.02.2018, 09:00 Uhr
Die Innenstadt ist das Revier der Gästeführerinnen Gertrud Sommer (l.) und Brigitte Mühlenhoff.
Die Innenstadt ist das Revier der Gästeführerinnen Gertrud Sommer (l.) und Brigitte Mühlenhoff. Foto: Matthias Ahlke

Die Stadt Münster hat Besuchern viel zu bieten – kleine und große Geschichten über Kirchen, Gebäude, Denkmäler, Skulpturen, aber auch über Orte, die nicht im ersten Moment in den Blick fallen. Das Problem daran: All diese Sehenswürdigkeiten erzählen ihre Geschichten nicht von alleine, es bedarf Menschen, die ihr Fachwissen weitergeben. Aus diesem Grund gibt es Gästeführer. In Münster sind es über 100 – 45 von ihnen sind in dem Verein „Gästeführer-Team Münster & Münsterland“ organisiert, der bereits im 26. Jahr besteht.

Trend zu mehr Unterhaltung

„Ich denke, wir leisten eine große Öffentlichkeitsarbeit“, sagt Brigitte Mühlenhoff. Seit rund 20 Jahren ist die selbstständige Gästeführerin Mitglied des Vereins. Es gehe darum, nicht nur Historie, sondern auch andere Informationen zu vermitteln, macht sie deutlich. Das sieht auch Gertrud Sommer so. Die Vorsitzende des Vereins betont, dass Gästeführer ein hohes Maß an Flexibilität mitbringen müssten. Zeitlich natürlich, aber auch, wenn es darum gehe, sich auf die jeweiligen Gäste einzustellen. „Bei einer Gruppe mit Doktoren ist das vielleicht anders als mit einem Kegelclub“, sagt Sommer.

Daher sei es wichtig, dass man im Kreise der Gästeführer auf die Ausbildung achte. Wer etwa dem Verein beitreten wolle, der müsse erst eine Ausbildungsphase durchlaufen und schließlich auch eine Prüfung bestehen. „Der Bundesverband kämpft sogar dafür, dass wir ein Ausbildungsberuf werden“, ergänzt Mühlenhoff.

Die Bedürfnisse der Kunden haben sich über die Jahre geändert. „Früher stand die Historie im Vordergrund. Es ging viel um Hintergrundwissen. Heute geht der Trend eindeutig zu mehr Unterhaltung“, sagt Gertrud Sommer und zählt, Krimi-, Bier- oder Segwayführungen als Beispiel auf.

Samstag: „Münsters (un)bekannte Persönlichkeiten“

Eine ungewöhnliche Führung erwartet Interessierte dabei auch am Samstag (24. Februar), dem Weltgästeführertag, der in diesem Jahr unter dem Motto „Menschen, die Geschichte schreiben“, steht. Dann startet um 14 Uhr am Rathausinnenhof mit Greet Verduyn die Führung „Münsters (un)bekannte Persönlichkeiten“, in der unter anderem auf Bernhard Overberg, Catharina Müller, Heinrich Brüning oder Emmanuel von Ketteler eingegangen wird. „Es gibt viele Münsteraner, die auch über die Stadtgrenzen bekannt sind, zu denen wir bei unseren Führungen aber meist dennoch nichts sagen können“, sagt Mühlenhoff.

Doch trotz der knappen Zeit sei es immer wichtig, auch auf dem aktuellen Stand der Stadt zu sein. „Deshalb lesen wir jeden Morgen die Zeitung“, sagt Mühlenhoff mit einem Lächeln.

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