Wasserwerk-Schließungen
Mehrheit im Umweltausschuss für Wasserkonzept

Münster -

CDU und Grüne haben im Umweltausschuss für das Wasserversorgungskonzept gestimmt, ÖDP und Linke dagegen. Die SPD will ihr Abstimmungsverhalten erst später festlegen. Kontrovers diskutiert wurden die möglichen Wasserwerk-Schließungen.

Mittwoch, 28.02.2018, 08:30 Uhr aktualisiert: 28.02.2018, 08:34 Uhr
 (Symbolbild)
 (Symbolbild) Foto: dpa/Roland Weihrauch

55 Prozent des in Münster verbrauchten Trinkwassers wird aus dem Dortmund-Ems-Kanal gewonnen. Vor diesem Hintergrund kann GAL-Ratsherr Gerhard Joksch kaum verstehen, warum von der geplanten Schließung der beiden kleinsten Wasserwerke in der Stadt – Geist und Kinderhaus – eine Gefahr für die Trinkwasserversorgung ausgehen könne.

Gleichwohl wurde über eben diese Möglichkeit am Dienstagabend im Umweltausschuss diskutiert. Anlass war das vorliegende Wasserversorgungskonzept der Stadt. Erst wenn dieses von der Bezirksregierung genehmigt wird, dürfen die Stadtwerke Münster ihr Dipol-Konzept umsetzen. Es sieht künftig die Beschränkung auf die beiden Wasserwerke Hornheide und Hiltrup vor, die dann wiederum ausgebaut werden.

Sorge: zukünftige Versorgungsengpässe

Der ÖDP-Ratsherr Franz Pohlmann hielt dieses Vorgehen für falsch, weil man in diesem Fall zwei bestehende Wasserschutzgebiete aufgeben und die dortigen Flächen vermutlich für die Bebauung freigeben würde. „Damit vergrößern wir das Risiko“, meinte er im Hinblick auf mögliche Versorgungsengpässe in Zukunft.

Veit Muddemann vom Umweltamt wies im Gegenzug darauf hin, dass das auf der Geist und in Kinderhaus gewonnene Wasser vergleichsweise hohe Werte des inzwischen verbotenen Pflanzenschutzmittels Bromacil aufweise. Es müsse herausgefiltert werden. Muddemann vermutete, dass das Mittel früher an Bahngleisen in der Nähe der beiden Anlagen zum Einsatz gekommen sei. „Beweisen lässt sich das aber nicht.“

Bei der abschließenden Abstimmung stimmten CDU und Grüne für das Wasserversorgungskonzept, ÖDP und Linke dagegen. Die SPD will, wie Ratsfrau Hedwig Liekefedt bekundete, ihr Abstimmungsverhalten erst später festlegen. Die Ausschussvertreter enthielten sich der Stimme.

Verabschiedet werden soll das Konzept in der Ratssitzung am 14. März.

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