Finanzamt Münster zieht Bilanz
Steuererklärung online jetzt ohne Belege möglich

Münster -

Dank der guten Konjunktur ist das Steueraufkommen in Münster binnen Jahresfrist um 50 Millionen Euro gestiegen. Wer seine Steuererklärung in diesem Jahr online abgibt, braucht keine Belege mehr vorzulegen.

Donnerstag, 01.03.2018, 17:40 Uhr aktualisiert: 01.03.2018, 19:16 Uhr
Um 50 Millionen Euro ist das Steueraufkommen in Münster binnen Jahresfrist gestiegen: Die Bilanz 2017 stellten die Finanzamtsleiter Münster-Außenstadt, Jochen Elbertzhagen, und Münster-Innenstadt, Katja Cöster vor.
Um 50 Millionen Euro ist das Steueraufkommen in Münster binnen Jahresfrist gestiegen. Die Bilanz 2017 stellten die Finanzamtsleiter Münster-Außenstadt, Jochen Elbertzhagen, und Münster-Innenstadt, Katja Cöster vor. Foto: Matthias Ahlke

50 Prozent der Arbeitnehmer reichen ihre Einkommenssteuererklärung inzwischen online beim Finanzamt ein. „Mit der Steuererklärung für das Jahr 2017 müssen grundsätzlich keine Belege oder separate Aufstellungen mehr eingereicht werden“, erklärt der Leiter des Finanzamts Außenstadt, Jochen Elbertzhagen, der sich zudem steigende Zahlen bei den Online-Steuererklärungen erhofft. Allerdings: „Die Belege müssen mindestens ein Jahr aufbewahrt werden, um sie in Einzelfällen auf konkrete Nachfrage des Finanzamtes vorlegen zu können.“

Bei erstmaligen Aufwendungen für sogenannte „Dauersachverhalte“ wie doppelte Haushaltsführung, Arbeitszimmer, Kinderbetreuungskosten, Körperbehinderung oder erstmalige Vermietung seien die Belege allerdings noch erforderlich.

Die Vorteile beim Online-Verfahren, zu dem Firmen bereits seit 2011 verpflichtet sind: Daten, etwa zu Renten- und Krankenversicherung oder Altersvorsorge sind online abrufbar, und Daten aus dem Vorjahr werden automatisch übernommen. Zudem sei eine unverbindliche Vorabberechnung der Erstattung möglich.

Großer Zuwachs bei Erbschafts- und Schenkungssteuer

Kräftig gesprudelt sind angesichts der guten Konjunktur im vergangenen Jahr die Steuereinnahmen der beiden münsterischen Finanzämter – 50 Millionen Euro mehr als in 2016 und insgesamt fast 3 Milliarden Euro. Das Lohnsteueraufkommen stieg um 2,87 Prozent auf gut 1,2 Milliarden Euro und das Umsatzsteueraufkommen um 3,63 Prozent auf 934 Millionen Euro. Auffallend gesunken ist hingegen das Einkommenssteueraufkommen von Selbstständigen (minus 12,42 Prozent) auf knapp 300 Millionen Euro. Zahlreiche Immobiliengeschäfte angesichts der anhaltend niedrigen Zinsen wirkten sich auf die Grunderwerbssteuer aus, die um 12,55 Prozent auf 73,6 Millionen Euro stieg. Den größten Zuwachs (71 Prozent!) gab es bei der Erbschafts- und Schenkungssteuer, dessen Aufkommen auf 112 689 000 Euro stieg. Katja Cöster, Leiterin des Finanzamts Münster-Innenstadt, führt den Riesen-Zuwachs allerdings auf einige kapitalschwere Einzelfälle zurück.

Die Steuerverwaltung bekommt zudem die Auswirkungen des demografischen Wandels zu spüren. Während landesweit 2017 über 1000 Nachwuchskräfte eingestellt wurden, stellten die beiden münsterischen Finanzämter 25 junge Menschen ein. Elbertzhagen: „Ein Drittel unserer Mitarbeiter ist heute unter 30 Jahre alt“ – ein Anstieg von zwölf Prozent in fünf Jahren.

Elster-Infotage in Finanzämtern

Um mehr Steuerpflichtige zur Online-Erklärung zu motivieren, erklären die beiden Finanzämter an Infotagen die Registrierung und den schnellen Abruf elektronischer Daten beim Online-Programm Elster. Und zwar am Mittwoch (7. März) ab 17 Uhr im Sitzungssaal des Finanzamts Münster-Außenstadt, Friedrich-Ebert-Straße 46, und am Dienstag (13. März) um 17 Uhr im Finanzamt Münster-Innenstadt, Anton-Bruchhausen-Straße 1. Aufgrund begrenzter Kapazitäten wird um eine Anmeldung mit Angabe der Personenzahl und des Wunschtermins per Mail (Service@FA-5336.fin-nrw.de) unter dem Stichwort “Elster-Infoveranstaltung“ gebeten. Sollten bereits beide Termine ausgebucht sein, wird ein neuer Termin angeboten.

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