Beschaffungskriminalität
Angeklagter zieht Berufung zurück

Münster -

Er wurde erwischt, als er Pfandflaschen klauen wollte und als er sich zwei Whiskey-Flaschen unter den Nagel reißen wollte. Nach längerem Rechtsstreit steht jetzt fest: Der 28-Jährige bekommt eine Haftstrafe von acht Monaten – ohne Bewährung.

Donnerstag, 01.03.2018, 18:58 Uhr aktualisiert: 02.03.2018, 11:24 Uhr
 
  Foto: Friso Gentsch

Der 28-Jährige hatte schon allerhand auf dem Kerbholz. Im Mai 2017 stand er vor dem Amtsgericht in Münster, wo er wegen versuchten Diebstahls mit Waffen und wegen Diebstahls geringwertiger Sachen, eine Gesamtfreiheitsstrafe von acht Monaten kassierte.

Es war die Folge der Beschaffungskriminalität eines Drogenkonsumenten. Um an Pfandflaschen zu gelangen, machte sich der Münsteraner im Sommer 2016 mit einem mitgeführten Schraubenzieher an einem Mehrfamilienhaus an der Hammer Straße zu schaffen. Zudem wurde er dabei ertappt, als er im darauffolgenden Jahr nach einem Hinweis zwei Flaschen Whiskey aus einem Haus an der Coerheide entwenden wollte.

Gegen das Urteil der Vorinstanz hatte der Angeklagte Berufung eingelegt. Am Donnerstag stand er vor dem Landgericht, wo er seine Berufung auf den Rechtsfolgenausspruch beschränkte. Weil das einer Geständniswirkung gleichkam, stand das Tatgeschehen nicht mehr zur Debatte.

Ziel der Berufung für den Angeklagten war, eine Bewährungsstrafe zu bekommen. Dafür bestand angesichts seiner erheblichen Vorbelastungen aber wenig Hoffnung. Als der 28-Jährige das erkannte, zog er seine Berufung zurück. Das Urteil des Amtsgerichts ist somit ab sofort rechtskräftig. Dennoch hat der Angeklagte eventuell die Möglichkeit, eine Vollstreckung durch eine Drogentherapie zu verhindern.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5560424?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686822%2F
Nachrichten-Ticker