Sven Plöger im Rathaus
Wie sich der Klimawandel auf Münster auswirkt

Münster -

Was bedeutet der Klimawandel für Münster? Dieser Frage ist am Donnerstagabend Wettermoderator vollen Rathaus-Festsaal nachgegangen. 

Freitag, 02.03.2018, 16:00 Uhr aktualisiert: 02.03.2018, 16:03 Uhr
Sven Plöger im Rathaus: Wie sich der Klimawandel auf Münster auswirkt
Wettermoderator Sven Plöger machte am Donnerstagabend in Münsters Rathaus deutlich, worauf sich Münster beim Klimawandel einstellen muss. Foto: Matthias Ahlke

Unter dem Motto „Ein Schirm für Münster“ stand am Donnerstagabend die Informationsveranstaltung zum Thema Klimaschutz im Rathaus. Thema war unter anderem das Projekt ‚Münster Klimaschutz 2050‘. Als Hauptredner brachte der ARD-Wettermoderator Sven Plöger dem Publikum mit Humor das schwere Thema Klimawandel ein Stück näher.

Rund 300 Besucher kamen, um sich über das Thema Klimawandel in Münster zu informieren. Ein Hauptaspekt der Veranstaltung war die Frage, wie innerhalb der Stadt gegen Klimawandel vorgegangen werden kann.

Die Begrüßung erfolgte durch den Stadtrat Matthias Peck. Dieser verwies zu Beginn der Veranstaltung auf die Frage, was denn eigentlich genau Klimawandel sei. „Im Fokus stehen langfristigen Klimaveränderungen. Darunter fallen sowohl starke Regenfälle als auch lange Hitzephasen“, so Peck. Verschuldet sei dieser Wandel zum großen Teil dem Lebensstil der westlichen Welt, jedoch seien hauptsächlich andere die Leidtragenden der Wetterumschwünge.

Die Stadt kann nachhaltig und enkeltauglich gestaltet werden.

Stadtrat Matthias Peck

Doch das nicht nur andere Teile der Welt betroffen sind, machte der Stadtrat mit einem Beispiel deutlich. Er verwies auf die starken Regenfälle im Jahr 2014, die große Schäden in Münster anrichteten. „Die Stadt kann nachhaltig und enkeltauglich gestaltet werden und dies ist ein großes Privileg“, erklärte Peck und forderte so die Anwesenden zum Handeln auf.

Klima-Studie

Das Land Nordrhein-Westfalen hat untersuchen lassen, mit welchen Auswirkungen die Regionen des Landes in den folgenden Jahren zu rechnen haben. Für das Münsterland ergibt sich in der Studie das folgende Bild:

  • Die Jahresdurchschnittstemperaturen erhöhen sich. Zugleich steigt die Anzahl der Tage mit sogenannten Extremereignissen. Dazu zählen Sommertage mit einer Höchsttemperatur von mehr als 25°C sowie Hitzetage mit Temperaturen von 30°C und mehr. Auch die Zahl der Tropennächte, in denen die Temperatur nicht unter 20°C absinkt, wird wahrscheinlich zunehmen.
  • Der Niederschlag nimmt im Jahreslauf insgesamt leicht zu. Infolge des Klimawandels verschiebt sich aber der Niederschlag im Jahresverlauf. Gerade in den Sommermonaten ist mit weniger Regen zu rechnen, in Verbindung mit den steigenden Temperaturen erhöht sich dann die Wahrscheinlichkeit von Trockenperioden. Die Niederschläge im Winterhalbjahr steigen hingegen und fallen vermehrt als Regen.
  • Darüber hinaus ist absehbar, dass die Häufigkeit sogenannter Starkniederschläge (Platzregen) künftig zunimmt. Dies bedeutet, dass in relativ kurzer Zeit große Mengen an Niederschlag fallen, die in der Stadt zu Überflutungen führen können.
  • Mit großer Wahrscheinlichkeit nehmen auch die Häufigkeit und Intensität extremer Windereignisse zu.
...

„So früh wie möglich mit Gegenmaßnahmen beginnen“

Der Moderator der Veranstaltung André Simon erklärte daraufhin Münsters Projekt Klimaschutz 2050. Im Mittelpunkt der Untersuchungen stehen dabei sowohl der Temperaturanstieg als auch die wachsende Anzahl an Wetterereignissen in der Umgebung. Der Klimawandel habe Münster schon längst erreicht, warnt der Moderator.

„Um diese Konsequenzen zu verringern ist es wichtig so früh wie möglich mit den Gegenmaßnahmen zu beginnen. Es handelt sich hier um ein Generationenproblem, welches nur in der Gemeinschaft gelöst werden kann“, so Simon.

Klima-Kunde von Sven Plöger

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  • Was bedeutet der Klimawandel für Münster? Dieser Frage ist Wettermoderator Sven Plöger am Donnerstagabend im Rathaus nachgegangen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Wetter-Moderator Sven Plöger (r.) mit Stadtrat Matthias Peck (Mitte) und dem Amtsleiter vom Grünflächenamt Heiner Bruns (li.)

    Foto: Matthias Ahlke
  • Plöger warnte vor den Folgen des Klimawandels.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Bei der Veranstaltung wurde auch Münsters Projekt Klimaschutz 2050 vorgestellt.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Das Publikum hörte, wie die Stadt sich auf die Folgen des Klimawandels vorbereiten will.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Stadtrat Matthias Peck fasste das Ziel in klare Worte: „Die Stadt kann nachhaltig und enkeltauglich gestaltet werden.“

    Foto: Matthias Ahlke

Plöger humorvoll

Der Wettermoderator und Gastredner Sven Plöger vermittelte trotz einer humorvollen Präsentation die Bedeutsamkeit der Auseinandersetzung mit dem Klimawandel. „Wir verbrauchen im Moment die Ressourcen von eineinhalb Erden. Wir haben aber doch nur eine“, warnt Plöger. Auch wenn das Wetter im Moment nicht nach Klimawandel aussähe, sei das Thema allgegenwärtig, denn der Wandel zeige sich mit der Zeit und somit auch die Folgen. Auch betonte der Wettermoderator, dass „ein Großteil der Schuld der Mensch trägt. Veränderungen in der Natur gab es immer schon, aber die Geschwindigkeit hat sich durch das menschliche Handeln vervielfacht.“

Im Anschluss zu den Vorträgen konnten die Besucher passend zu dem Motto der Veranstaltung „Ein Schirm für Münster“ über die zwei Themengebiete Starkregen und Hitzephasen ins Gespräch kommen und sich über klimafreundliche Maßnahmen im Alltag austauschen.

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