Flüchtlingsheim Bahlmannwiese
Hätte die Stadtverwaltung früher über die Planänderungen informieren müssen?

Münster -

Erst kurzfristig haben die Anlieger des Flüchtlingswohnheims Bahlmannwiese erfahren, dass auch Alleinreisende einziehen. Hätte die Verwaltung darüber früher informieren müssen?

Samstag, 03.03.2018, 14:00 Uhr aktualisiert: 03.03.2018, 15:29 Uhr
Flüchtlingsheim Bahlmannwiese: Hätte die Stadtverwaltung früher über die Planänderungen informieren müssen?
Die Flüchtlingsunterkunft an der Bahlmannwiese Foto: Matthias Ahlke

Pro: Vertrauen verspielt

Um Missverständnissen vorzubeugen: Ja, es ist gut und richtig, Flüchtlingsheime zu bauen, um Hilfesuchenden eine möglichst würdige Unterkunft zu gewährleisten. Womit sich die Stadt und den Anliegern aber keinen Gefallen getan hat, ist die Tatsache, im Vorfeld vorschnell ein Versprechen abgegeben zu haben: „In die Häuser sollen Familien einziehen“, heißt es in einer städtischen Mitteilung vom 13. Januar 2017, die wohl nur auf Informationen der Fachämter fußen kann.

Dass sich einige Nachbarn über die neuen Nachrichten brüskiert zeigen, ist nur verständlich. Hier wurden viel zu verfrüht falsche Zusagen getätigt, Vertrauen wurde verspielt. Die von fast allen geforderte Integration der Flüchtlinge vor Ort beginnt auch mit der korrekten Informationspolitik und nicht mit Versprechen, die nach gut einem Jahr vergessen sind. Wer in diesem Zusammenhang mit sich verändernden oder veränderten Flüchtlingszahlen argumentiert, der sollte bedenken: Das Thema Flüchtlingsheime ist zu sensibel, um vorschnelle Versprechen abzugeben.  

Kay Böckling

 

Ein Blick in das neue Flüchtlingsheim auf der Bahlmannwiese

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  • Das Flüchtlingswohnheim an der Bahlmannstraße ist fertiggestellt und kann ab März bezogen werden. Vorab konnten Nachbarn und alle in der Flüchtlingsarbeit Engagierten die Wohneinrichtung besichtigen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Ein Blick in das neue Flüchtlingsheim auf der Bahlmannwiese Foto: Matthias Ahlke
  • Ein Blick in das neue Flüchtlingsheim auf der Bahlmannwiese Foto: Matthias Ahlke
  • Ein Blick in das neue Flüchtlingsheim auf der Bahlmannwiese Foto: Matthias Ahlke
  • Ein Blick in das neue Flüchtlingsheim auf der Bahlmannwiese Foto: Matthias Ahlke
  • Ein Blick in das neue Flüchtlingsheim auf der Bahlmannwiese Foto: Matthias Ahlke
  • Ein Blick in das neue Flüchtlingsheim auf der Bahlmannwiese Foto: Matthias Ahlke
  • Ein Blick in das neue Flüchtlingsheim auf der Bahlmannwiese Foto: Matthias Ahlke
  • Ein Blick in das neue Flüchtlingsheim auf der Bahlmannwiese Foto: Matthias Ahlke

 


Contra: Kurzfristig zugewiesen

Ja, es war wiederholt davon die Rede, dass nur Familien mit Kindern in das Wohnheim an der Bahlmannwiese ziehen sollen. Und ja, diese Per­spektive dürfte die erhitzten Gemüter der Anlieger ein Stück weit abgekühlt haben. Die Anlieger erst kurzfristig darüber zu informieren, dass auch noch andere Flüchtlinge einziehen, ist für die Situation vor Ort sicherlich nicht hilfreich.

Auf der anderen Seite ist „alleinreisender Flüchtling“ kein Synonym für Zuwanderer, die automatisch für Probleme sorgen müssen. Es handelt sich um junge Männer, die schon länger in Deutschland sind und die die Verwaltung auf dieser Basis für geeignet hält, in das lange umstrittene Wohnheim einzuziehen und dort zum Vorteil beider Bewohnergruppen zu leben.

Seit langer Zeit muss Münster wieder Flüchtlinge aufnehmen. Wer kommt, entscheidet sich kurzfristig in Arnsberg. Die Begründung der Verwaltung, die Anwohner nicht früher über den Bewohnermix informiert zu haben, weil man einfach nicht wusste, wer nach Münster kommt, erscheint nachvollziehbar.

Martin Kalitschke

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