So., 04.03.2018

Entscheidung ist gefallen Die Platanen werden gefällt

Die beiden Platanen am Hansaring müssen gefällt werden. Zu diesem Ergebnis sind Vertreter der Stadtwerke nach Prüfung möglicher Alternativen gekommen.

Die beiden Platanen am Hansaring müssen gefällt werden. Zu diesem Ergebnis sind Vertreter der Stadtwerke nach Prüfung möglicher Alternativen gekommen. Foto: Matthias Ahlke

Münster - 

Die Entscheidung ist gefallen, die Platanen am Hansaring werden gefällt. Die Anlieger versammelten sich am Freitagnachmittag vor Ort – und zeigten sich schwer enttäuscht.

Von Martin Kalitschke

Für einen kurzen Moment stellt sich der technische Geschäftsführer der Stadtwerke an die Spitze der Bewegung, die die Platanen am Hansaring erhalten will. „Mir persönlich wäre es lieb gewesen, wenn die Möglichkeit bestanden hätte, die Bäume zu erhalten“, versichert Dr. Dirk Wernicke. Doch leider, schiebt er schnell hinterher, gebe es kein Baustellen-Szenario, das diesen Erhalt zugelassen hätte.

Damit ist das Schicksal der Bäume besiegelt, sie werden fallen. Wann? „Diese Frage werde ich nicht beantworten“, sagt Wernicke. „Nach den Erfahrungen von vor zwei Wochen werden wir den Termin nicht ankündigen. Die Fällung soll in geordneten Bahnen verlaufen.“ Vor zwei Wochen hatten nach einem Bericht unserer Zeitung über die geplante Fällaktion Hunderte Anwohner für den Erhalt der Platanen demonstriert. Wiederholt kam es zu Mahnwachen vor den Bäume, zuletzt in der Nacht zu Dienstag, als plötzlich Gerüchte auftauchten, die Fällung stehe un­mittelbar bevor.

In den vergangenen Tagen hatten sich laut Wernicke mehrere städtische Ämter, Polizei, Stadtwerke und ein Ingenieurbüro „intensiv“ mit der Suche nach einer verkehrlichen Alternativlösung beschäftigt, die die Fäll­aktion überflüssig gemacht hätte (siehe nebenstehender Artikel). Nach Bekanntgabe der Ergebnisse am Freitagnachmittag versammeln sich spontan Anwohner vor den Platanen. „Wir sind schwer enttäuscht“, sagt Susanne Schöneich. „Die Stadtwerke hatten zugesagt, uns über das Ergebnis der Überprüfung zu informieren. Und jetzt erfahren wir davon über die Presse.“ Rita Hemsing-Huesmann kritisiert, „dass die gleichen Leute, die die Platanen-Fällung beschlossen hatten, diese Fällung überprüft haben“. Nach ihrer Einschätzung hätte sich eine neutrale Instanz mit dem Fall beschäftigen müssen. „Enttäuscht“ ist Johannes Schmanck. „Wir bleiben präsent“, verspricht er.

Sandra Buxbaum hegt immerhin die Hoffnung, „dass die Bürger nun auch beim weiteren Verlauf der Bau­stelle genauer hinschauen“. Die Arbeiten an der Fernwärmeleitung, die die vo­ rübergehende Verlegung des Hansarings und damit die Fällaktion zur Folge haben, werden in den nächsten Jahren entlang des Rings bis zur Ostmarkstraße weitergehen. Auch dort stehen Bäume – sind sie ebenfalls von der Fällung bedroht? Details stehen noch nicht fest, sagt Wernicke, man werde aber versuchen, dass der Verkehr zweispurig weiterlaufen kann und die Bäume erhalten werden können.

Derweil wollen die Stadtwerke am Standort der Hansaring-Platanen vier neue Bäume Pflanzen. „In größtmöglicher Größe“ sagt Wernicke. Die Kosten in Höhe von 40 000 Euro „nehmen wir gerne in Kauf.“

 



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