Biografisches Sammelwerk aus dem Verlag Aschendorff
Bischöfe in schwerer Zeit beleuchtet

Münster -

Bischöfe zur Zeit des Nationalsozialismus – darum handelt ein neues Buch aus dem Verlag Aschendorff. Herausgeber und Verleger überreichten es jetzt Münsters Bischof Dr. Felix Genn.

Dienstag, 06.03.2018, 11:00 Uhr
Buchübergabe (v.l.): Buchverlagsleiter Dr. Dirk F. Paßmann, Herausgeber Dr. Michael Hirschfeld, Bischof Dr. Felix Genn, Herausgeberin Dr. Maria Anna Zumholz und Verleger Dr. Benedikt Hüffer.
Buchübergabe (v.l.): Buchverlagsleiter Dr. Dirk F. Paßmann, Herausgeber Dr. Michael Hirschfeld, Bischof Dr. Felix Genn, Herausgeberin Dr. Maria Anna Zumholz und Verleger Dr. Benedikt Hüffer. Foto: Oliver Werner

„Was werden Historiker später wohl über mich und meine Zeit schreiben?“, so fragte sich Bischof Dr. Felix Genn gestern im Anblick eines gewichtigen Werkes, das ihm Verleger Dr. Benedikt Hüffer mit den Herausgebern Dr. Maria Anna Zumholz und Dr. Michael Hirschfeld überreichte. Die Frage lag auf der Hand: Denn das Buch, das die beiden Historiker aus dem oldenburgischen Teil des Bistums Münster mit vielen Fachkollegen der historischen Zunft zusammengestellt haben, befasst sich mit über 20 deutschen Bischöfen zur Zeit des Nationalsozialismus. Diese wirkten auf einem schwierigen Feld „zwischen Seelsorge und Politik“, und so trägt das Buch folgerichtig diesen passenden Titel.

„Es sind Bischöfe dabei, die ich zumindest vom Namen her schon als Kind kannte“, meinte Felix Genn mit einem Blick auf das Inhaltsverzeichnis, in dem er die damaligen Bischöfe von Mainz und Trier, Albert Stohr (1890-1961) und Franz Rudolf Bornewasser (1866-1951) aufgeführt sah.

In jedem Fall waren die Bischöfe, die, wie die Herausgeber erläuterten, zum Teil noch zur Kulturkampfzeit aufgewachsen waren, Kinder ihrer Zeit. Dies begründete nationales Denken, wenig Verständnis für demokratische Gepflogenheiten und einen gewissen „Milieu-Egoismus“, wie Zumholz und Hirschfeld ausführten.

Nur wenige zeigten sich derart mutig im Widerstand gegen die NS-Ideologie wie der münsterische Bischof Clemens August Graf von Galen (1878-1946) und sein Berliner Amtskollege Konrad Graf von Preysing (1880-1950). Maria Anna Zumholz berichtete, dass es während der Forschungen Überraschungen gab. So den Hildesheimer Bischof Joseph Godehard Machens (1886-1956), der im Laufe der NS-Zeit immer mutiger die Verletzung grundlegender Menschenrechte anprangerte.

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