Woche der Brüderlichkeit
Voos-Preis für engagierte Schüler

Münster -

Auftakt zur bundesweiten Woche der Brüderlichkeit im Rathaus: Am Montagabend verlieh die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit den Dr.-Julius-Voos-Preis an engagierte Schüler.

Mittwoch, 07.03.2018, 12:00 Uhr
Die musikalische Gestaltung des Abends lag in den Händen der Bischöflichen Realschule St. Martin aus Sendenhorst. Die Schule wurde am Montagabend mit dem Dr.-Julius-Voos-Preis ausgezeichnet.
Die musikalische Gestaltung des Abends lag in den Händen der Bischöflichen Realschule St. Martin aus Sendenhorst. Die Schule wurde am Montagabend mit dem Dr.-Julius-Voos-Preis ausgezeichnet. Foto: Oliver Werner

Eine Schule, die beispielhafte Erinnerungsarbeit leistet, und eine Schülerin, die sich mit einer umstrittenen Figurengruppe an der Lambertikirche auseinander gesetzt hat, standen am Montagabend im Mittelpunkt des Auftakts zur bundesweiten „Woche der Brüderlichkeit“ im Rathausfestsaal. Dabei zeichnete die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit die Realschule St. Martin (Sendenhorst) sowie die münsterische Marienschülerin Greta Marie Hamidi mit dem Dr.-Julius-Voos-Preis aus.

Seit mehr als 20 Jahren pflegt die St.-Martin-Schule einen Austausch mit einer Partnerschule in Israel. Schülerin Leah Roberg berichtete am Montagabend von den Eindrücken ihrer Klassenreise nach Israel. „Das war die intensivste Zeit meines Lebens“, so Roberg. „Diese Reise hat meine Sicht auf die Welt geprägt.“ Daneben bietet die Schule jährlich eine Fahrt nach Auschwitz an, zudem wird auch im Rahmen des Unterrichts die Erinnerungsarbeit gepflegt. Die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit wollte mit dem Preis das nachhaltige Engagement der Schule würdigen.

Mit der Darstellung von „Synagoge und Ecclesiae“ an der Lambertikirche hatte sich Greta Marie Hamidi auseinandergesetzt. Im Rahmen ihres Beitrages für den Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten bewertete sie die erst um 1910 angebrachten Figuren als „antijudaistische Bild-Propaganda“ – und beschäftigte sich zudem mit der Frage, wie man mit einer solchen Darstellung umgehen soll. Auch dies hielt die Gesellschaft für preiswürdig.

Zuvor hatte Domkapitular Dr. Ferdinand Schumacher in seiner Begrüßung scharfe Kritik an der AfD geübt. Ihre verbalen Angriffe auf den Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde, Sharon Fehr, seien „in der Sprache der Nazis“ verfasst gewesen. Dass ein Vertreter der AfD zum Katholikentag eingeladen wurde, „wirft Fragen auf“.

Bürgermeisterin Beate Vilhjalmsson machte sich für ein friedliches Zusammenleben der Völker und Religionen stark – und kritisierte politische Gruppen, die offenbar aus der deutschen Vergangenheit nichts gelernt haben. Sharon Fehr erinnerte daran, dass Israel auch im 70. Jahr seines Bestehens noch immer um Frieden und Sicherheit kämpfen muss. Den Aufstieg rechter Parteien bezeichnete er als „erschreckend“.

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