Do., 08.03.2018

Verkehrspolitik ADFC fordert: Weniger Autos auf Fahrradstraßen

Die Fahrradstraßen in Münster sollen für fast sechs Millionen Euro rot eingefärbt werden.

Die Fahrradstraßen in Münster sollen für fast sechs Millionen Euro rot eingefärbt werden. Foto: Grottendieck

Münster - 

In Münster sollen alle Fahrradstraßen rot eingefärbt werden, um Autofahrer an die (Vor-)Rechte der Zweiräder auf diesen Straßen zu erinnern. Gut, findet der ADFC, aber nicht genug.

Der ADFC Münsterland begrüßt die Roteinfärbung der Fahrradstraßen in Münster. Aber sie darf nicht die einzige Maßnahme sein, damit Fahrradstraßen zukünftig ihrer Aufgabe gerecht werden, betont der Allgemeine Deutsche Fahrradclub in einer Pressemitteilung.

Fahrradstraßen seien ein komplexes Thema. Vielen Menschen seien die Regeln auf den Fahrradstraßen nicht bewusst.

Fotostrecke: Regeln auf Fahrradstraßen

Fahrradstraßen sollen laut ADFC ausschließlich Radfahrern und nicht dem Autoverkehr zur Verfügung stehen – auch nicht zum Parken. Der Fahrradclub empfiehlt deshalb: Besser jährlich weniger Fahrradstraßen rot einfärben, dafür aber mit einem hohen, einheitlichen „Münsterstandard“.

Das fordert der ADFC:

  • Der Kfz-Verkehr muss deutlich verringert werden. Es sind lediglich Anwohner und Anlieger zuzulassen, Durchgangsverkehr ist durch Einbahnstraßenschlaufen, gegenläufige Einbahnstraßen, Sackgassen mit Durchfahrt für Radfahrende, Ableitung auf Parallelstraßen, u. a. zu verhindern.
  • Verkehrs- und Einfahrtskontrollen müssen dies sicherstellen.
  • Mindestbreite von 4,00 m, mit zusätzlichen Sicherheitsabständen von 0,75 m zu parkenden Kfz, gem. RAST 2006 und der Empfehlung der GDV (Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft e. V.) sind durchgehend einzuhalten. Dafür ist ggf. Kfz-Parken einzuschränken, z. B. durch nur einseitiges / alternierendes Parken. Die Sicherheitsabstände sind durch Breitstriche klar zu markieren.
  • Vorfahrt gegenüber einmündenden Straßen. Die Vorfahrt ist durch Markierungen oder bauliche Gestaltung, wie z. B. Aufpflasterungen gem. ERA, zu verdeutlichen.
  • Netz-Einbindung und Durchgängigkeit. Fahrradstraßen sind in der Regel an Strecken mit gleicher Netzkategorie und Radinfrastruktur mit vergleichbar hoher Qualität anzubinden.
  • Überholverbot für Kfz einführen.
  • Fahrradabstellanlagen sind zu integrieren.
  • Die Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Infrastrukturelements Fahrradstraße sind zu evaluieren.

Es sei mehr als Symbolik, wenn den Radfahrenden der roter Teppich ausgerollt wird. Es könne als Zeichen der Wertschätzung interpretiert werden sowie zum subjektiven Sicherheitsgefühl und Komfort beitragen. Vor allem aber sollte eine Weiterentwicklung Fahrradstraßen zu einem wichtigen Baustein eines nachhaltigen (Nah-)Mobilitätskonzeptes machen. Aus dem bisherigen Kuriosum könnte so eine von allen akzeptierte Regellösung werden.



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