Fr., 09.03.2018

Bahnhofsviertel Polizei will deutlich mehr Präsenz zeigen

Wiederholt fanden im vergangenen Jahr Razzien an der Engelenschanze statt.

Wiederholt fanden im vergangenen Jahr Razzien an der Engelenschanze statt. Foto: Oliver Werner

Münster - 

Die Polizei will im Bahnhofsviertel deutlich mehr Präsenz zeigen. In den vergangenen Wochen seien mehrere Haftbefehle vollstreckt worden. Weitere Maßnahmen seien bereits in Planung, so der Polizeipräsident.

Von Martin Kalitschke

Im Bahnhofsviertel sind Obdachlose, Bettler und Drogensüchtige nicht zu übersehen. Vor allem Anwohner haben dies in der Vergangenheit wiederholt kritisiert. „Doch eine Stadt wie Münster muss solche Dinge im Bahnhofsumfeld ertragen“, hat Polizeipräsident Hajo Kuhlisch in dieser Woche bei der Vorstellung der Kriminalstatistik 2017 klargestellt. Was eine Stadt allerdings nicht aushalten könne, seien Straftaten. Daher sei die Sicherheit im Bahnhofsviertel auch zu einem Behördenschwerpunkt erklärt worden.

In enger Abstimmung mit Stadt, Bundespolizei, Zoll, Deutscher Bahn, aber auch den sozialen Einrichtungen im Quartier arbeite die münsterische Polizei daran, das subjektive Sicherheitsgefühl und die objektive Sicherheitslage im Bahnhofsumfeld zu verbessern.

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Deutlich mehr sichtbare und unsichtbare Präsenz verspricht der Polizeipräsident. In der „kleinen“ Bahnhofstraße habe seine Behörde bereits große Erfolge erzielt, an der Engelenschanze müsse man aber auch weiterhin „ständig dranbleiben“. Dort hatten sich im vergangenen Jahr wiederholt Drogendealer aufgehalten. Die Polizei reagierte mit mehrere Razzien.

Bereits im vergangenen Jahr gab es im Bahnhofsumfeld eine Reihe polizeilicher Maßnahmen, betont der Leitende Kriminaldirektor Frank Kaiser. So seien in der „kleinen“ Bahnhofstraße zwischen Mai und Juli 38 Verdächtige observiert worden, sechs kamen in Untersuchungshaft. Zwischen August und Oktober seien an der Engelenschanze weitere 55 Verdächtige von der Polizei ins Visier genommen worden, hier wurden schließlich 27 Haftbefehle vollstreckt. Laut Kaiser ereigneten sich 2017 etwa 15 bis 20 Prozent der münsterischen Straftaten im Bahnhofsviertel – also zwischen 1500 und 2000 Delikte.

Und auch in diesem Jahr hat die Polizei schon verstärkt Präsenz gezeigt, so Kaiser. Seit Mitte Februar seien innerhalb von 14 Tagen 17 Tatverdächtige in den Fokus geraten und vier Haftbefehle vollstreckt worden. Ziel sei es, die Dealer-Szene „auszutrocknen“, so Kaiser. Weitere Maßnahmen sollen folgen. „Wir haben eine ganze Menge im polizeilichen Werkzeugkasten“, kündigt Polizeipräsident Kuhlisch an.



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