Fr., 09.03.2018

Münster-Barometer Verbreitete Angst vor Straftaten am Hauptbahnhof

Der Bahnhofsneubau hat das Viertel attraktiver gemacht. Dennoch fühlen sich viele Münsteraner in dem Umfeld nicht wohl.

Der Bahnhofsneubau hat das Viertel attraktiver gemacht. Dennoch fühlen sich viele Münsteraner in dem Umfeld nicht wohl. Foto: Oliver Werner

Münster - 

Der Bahnhof ist in Münster ein Kriminalitätsschwerpunkt. Deswegen hat rund ein Drittel der Münsteraner dort Sorge, Opfer einer Straftat zu werden.

Von Karin Völker

Drei Viertel der Münsteraner finden, dass durch den Neubau des Bahnhofs auch das Umfeld attraktiver geworden ist. Aber knapp 70 Prozent meinen auch, dass die Kriminalität am Bahnhof ein Problem ist. Das ist ein Ergebnis des Münster-Barometers, einer repräsentativen lokalen Umfrage unter 707 Münsteranern, die die Forschungsgruppe Bema am Institut für Soziologie der Universität Münster aktuell im Auftrag unserer Zeitung durchgeführt hat.

Die Kriminalität am Bahnhof, wo laut Polizei jede sechste Straftat in Münster im Bahnhofsbereich verübt wird, wird von dem Großteil aller Münsteraner, unabhängig davon, wo sie in der Stadt leben, als problematisch erachtet. Sorge, selbst in Bahnhofsnähe Opfer einer Straftat zu werden, hat laut Münster-Barometer mehr oder weniger ein gutes Drittel der Befragten.

Fotostrecke: Abriss und Neubau: Arbeitsphasen am Hauptbahnhof

Frauen sind hier ängstlicher als Männer. Interessanterweise äußern gerade jene Münsteraner, die angeben, mehrmals wöchentlich in der Bahnhofsgegend unterwegs zu sein, seltener die Sorge, dort Opfer von mit Kriminalität zu werden als Münsteraner, die hier seltener sind.

Bei der Frage, was gegen die Kriminalität rund um den Bahnhof unternommen werden sollte, unterstützen 88 Prozent der Münsteraner die Idee, mehr soziale Hilfe für die Drogenabhängigen anzubieten (Durchschnittsnote 2,16 in einer Skala von 1 bis 6). Das Thema Videokameras ruft keine großen Widerstände hervor.

Mehr Videokameras am Bahnhof unterstützen rund 80 Prozent der Münsteraner (Durchschnittsnote 2,44). Ähnlich viele fänden es positiv, wenn mehr Polizeibeamte unterwegs wären (Note 2,67) . Die Idee, ein Alkoholverbot rund um den Bahnhof zu verhängen, wie es etwa nachts in München besteht, befürwortet etwa die Hälfte der Befragten (Note 3,42). 53 Prozent sind aber auch der Ansicht, dass die Drogen- und Obdachlosenszene am Bahnhof bleiben dürfen soll.  



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