Umweltministerin Svenja Schulze
Mit großer Freude von Münster nach Berlin

Münster -

Svenja Schulze (SPD) wird Bundesumweltministerin. Was das für sie und ihren Mann Andrea Arcais bedeutet . . .

Freitag, 09.03.2018, 20:20 Uhr
Gleich an ihrem ersten Tag als designierte Bundesumweltministerin war Svenja Schulze in Berlin eine gefragte Interviewpartnerin
Gleich an ihrem ersten Tag als designierte Bundesumweltministerin war Svenja Schulze in Berlin eine gefragte Interviewpartnerin Foto: dpa

Der Name Andrea hat für Svenja Schulze eine ganz besondere Bedeutung. Andrea Arcais heißt ihr (aus Italien stammender) Ehemann, der – nebenbei erwähnt – seine Frau derzeit mehr im Fernsehen denn in natura sieht („Ich freue mich auf ein Wiedersehen am Wochenende“).

Und dann gibt es noch Andrea Nahles, jene mächtige Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, die Svenja Schulze schon „seit unseren gemeinsamen Juso-Zeiten“ kennt und die ihr am Donnerstagabend eröffnete, dass Schulze zu den sechs Ministern zählen werde, die die SPD in der neuen Merkel-Regierung stellt.

Bei aller Freude über ihren neuen Job als Umweltministerin, bei dem Svenja Schulze gern an ihre Zeit als umweltpolitische Sprecherin der SPD im Düsseldorfer Land anknüpfen möchte, verschweigt sie nicht die Aufregung der vergangenen Tage. „Ich bin froh, dass ich die Ministerriege nicht zusammenstellen musste.“

Porträt: Das ist Svenja Schulze

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  • Die gebürtige Düsseldorferin Svenja Schulze (*29. September 1968) lebt seit knapp 20 Jahren in Münster.

    Foto: Karin Völker
  • Seit 2004 gehört sie ununterbrochen dem NRW-Landtag an (Bild von 2005), von 1997 bis 2000 war sie schon einmal Mitglied des Parlaments.

    Foto: Günter Benning
  • 2010 bekam sie einen Posten im ersten Kabinett unter Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Schulze (2. Reihe rechts) wurde Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung.

    Foto: Bernd Thissen (dpa)
  • Auch 2014, im zweiten Kabinett unter Hannelore Kraft, wurde Schulze Wissenschaftsministerin.

    Foto: Federico Gambarini (dpa)
  • Im April 2011 heiratete Svenja Schulze im Lotharinger Kloster in Münster ihren langjährigen Lebensgefährten Andrea Arcais, der 1960 auf Sardinien geboren wurde. Das Paar lebt im Südviertel in Münster.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Sozialdemokratin von der Pike auf: 1988 (Hier bei der Mai-Kundgebung 2011 in Münster) trat Svenja Schulze in die SPD ein.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Ministerin auf Tuchfühlung: Svenja Schulze teilt 2012 in einer Mensa in Münster Essen aus. Mit der Abschaffung der Studiengebühren in Nordrhein-Westfalen brachte Schulze eines der politischen Großprojekte der Landesregierung auf den Weg.

    Foto: Oliver Werner
  • Auf einer Nanokonferenz in Münster informiert sich die Wissenschaftsministerin über den Forschungsstand in diesem Bereich.

    Foto: Oliver Werner
  • Auf einer Pressekonferenz im Landtag in Düsseldorf diskutiert Svenja Schulze mit Ute von Lojewski, Präsidentin der Fachhochschule Münster.

    Foto: Matthias Balk (dpa)
  • Die vielleicht kritischste Situation ihrer politischen Karriere: In der Atomkügelchen-Posse - einem Kommunikationsdebakel um vermeintlich verschwundene Brennelemente-Kugeln im Versuchsreaktor Jülich muss Svenja Schulze als Ministerin dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss Rede und Antwort stehen.

    Foto: Rolf Vennenbernd
  • „Zeit für Martin!“ Im März 2017 jubelt Schulze für Schulz: Bei der SPD-Landesdelegiertenkonferenz wird Martin Schulz auf Platz eins der NRW-Liste für die Bundestagswahl.

    Foto: Oliver Werner
  • Im Mai 2017 macht Svenja Schulze mit ihrem Kollegen Thomas Marquardt in der Halle Münsterland Wahlkampf für die anstehende Landtagswahl. Am Ende reicht es nicht für Rot-Grün. Hannelore Kraft (r.) wird als Ministerpräsidentin abgelöst, Schulze verliert ihren Ministerposten.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Auch auf Bundesebene verliert die SPD. Die Kanzlerkandidatur (hier im September 2017) von Martin Schulz scheitert. Doch während Schulz‘ Stern in der SPD sinkt, steigt Schulze auf: Im Dezember 2017 wird sie als Beisitzerin in den Parteivorstand gewählt.

    Foto: Oliver Werner

In puncto Mobilität wird Schulzes Leben demnächst bedeutend komplizierter, weil – abgesehen von den vielen Dienstreisen – das Ministerium der Münsteranerin auch noch auf zwei Standorte verteilt ist: Berlin und Bonn.

Ungeachtet dessen betonen aber Svenja Schulze und ihr Mann Andrea Arcais, dass sie ihre Wohnung in Münster behalten werden. Nur halt, dass eine zweite Wohnung in Berlin hinzukommt. Ihrer neuen „Chefin“ Angela Merkel ist Svenja Schulze in der Vergangenheit wiederholt begegnet. Erst in ihrer Funktion als NRW-Wissenschaftsministerin, dann als Mitglied der SPD-Verhandlungskommission, als es darum ging, den jetzigen Koalitionsvertrag auszuhandeln. „Da befand ich mich schon mal im Auge des Orkans.“

Seinerzeit, das lässt Schulze nicht unerwähnt, habe es schon erste Anfragen gegeben, ob das Merkel-Kabinett etwas für sie wäre . . .

In den ersten 24 Stunden als designierte Bundesministerin hat die 49-Jährige schon einen Eindruck davon bekommen, was es heißt, buchstäblich im Licht der Öffentlichkeit zu stehen. „Die journalistische Begleitung ist in Berlin schon deutlich intensiver.“

Ihre alte Wirkungsstätte in Düsseldorf gibt die bisherige Generalsekretärin der NRW-SPD auf. Besonders der Abschied vom Landtag schmerze sie. 17 Jahre lang war sie (mit Unterbrechungen) als Abgeordnete tätig.

Für Svenja Schulze endet jetzt eine ereignisreiche Woche in Berlin. Sie begann mit der Auszählung des SPD-Mitgliederentscheids und endete mit einem Ministerposten. Andrea Arcais formuliert seine Gefühle so: „Gestern war ich aufgeregt, heute bin ich stolz.“

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