York-Kaserne über Jahre blockiert
Großes Entsetzen in Gremmendorf

Münster -

In Gremmendorf kocht die Volksseele: Durch die Verlegung der Zentralen Flüchtlingseinrichtung für Asylbewerber des Landes NRW von Schöppingen nach Münster wird die städtebauliche Entwicklung der York-Kaserne über Jahre blockiert.

Donnerstag, 15.03.2018, 21:30 Uhr aktualisiert: 15.03.2018, 21:44 Uhr
Die Erstaufnahmeeinrichtung läuft am 30. Juni aus.
Die Erstaufnahmeeinrichtung läuft am 30. Juni aus. Foto: Joel Hunold

In Münster-Gremmendorf gab es am Donnerstag nur ein Thema – die Verlegung der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) für Asylbewerber des Landes NRW von Schöppingen in die York-Kaserne. Ob beim Bäcker oder im Supermarkt, überall schüttelten die Gremmendorfer den Kopf darüber, dass damit die Entwicklung der York-Kaserne wohl über Jahre blockiert wird.

Stadt hält an Plänen fest

In Schöppingen war die Flüchtlingseinrichtung über 25 Jahre. Die Stadt hält zwar mit Nachdruck an ihren Plänen fest, in der York-Kaserne 1800 Wohnungen zu schaffen, nur wann das möglich sein wird, steht vollkommen in den Sternen. Zumal es immer noch keinen Kaufvertrag für die Kaserne gibt.

Die Bezirksregierung, die die Stadt am Dienstagnachmittag über ihr Vorhaben informiert hatte, hüllte sich am Donnerstag in Schweigen. Regierungspräsidentin Dorothee Feller hat das Thema zur Chefsache erklärt – und war nicht im Hause.

In dem Schreiben an die Stadt heißt es, dass die Erstaufnahmeeinrichtung in der York-Kaserne zum 30. Juni aufgelöst wird. Die Umwandlung und der Umzug der ZUE aus Schöppingen solle unmittelbar erfolgen.

„Katastrophe mit Ansage“

Der CDU-Fraktionsvorsitzende in der Bezirksvertretung Münster-Südost, Franz-Josef Ruwe, spricht von einer „Katastrophe mit Ansage“. Jetzt sei die Situation eingetreten, „die wir nach dem Beschluss, keine Zentrale Ausländerbehörde in Münster einzurichten, befürchtet hatten“. Eine linke Mehrheit unter anderem aus SPD, Grünen und Linken hatte Ende Januar im Rat dagegen gestimmt. „Die Lebenschancen von circa 4500 Menschen, die dringend bezahlbaren Wohnraum suchen, werden hier auf dem Altar eines hohlen Symbolismus geopfert“, so Ruwe.

SPD-Bezirksbürgermeister Rolf Schönlau ist im höchsten Maße verärgert über die Entscheidung des Landes, die ZUE nach Gremmendorf zu verlegen. Er wirft Oberbürgermeister Lewe vor, die Verhandlungen zur Chefsache erklärt, aber zu keinem Ergebnis geführt zu haben.

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