Pro & Contra
Rauchverbotsschilder in Schwimmbädern

Münster -

Auf die Rauchverbotszonen in den Schwimmbädern soll nun auch mit Schildern hingewiesen werden – weil das Verbot oft ignoriert wurde. Übertreibt es die Stadt damit? Ein Pro & Contra zum Thema:

Samstag, 17.03.2018, 12:00 Uhr
Pro & Contra: Rauchverbotsschilder in Schwimmbädern
Foto: dpa

Pro: Zigaretten verbannen

Rauchverbotszonen einzurichten, ohne Verbotsschilder aufzustellen – das grenzt an einen Schildbürgerstreich. Insofern ist die Ankündigung der Verwaltung, die schon lange bestehenden Nichtraucherbereiche deutlicher zu kommunizieren, kein Aktionismus, sondern ein überfälliger Schritt – der freilich längst nicht weit genug geht.

Nicht nur Beckenrand und Umkleidebereiche, sondern die kompletten Freibäder sollten rauchfrei sein. So, wie es in vielen anderen Ländern längst üblich ist. Sowohl trainierte Schwimmer, die hier ihrem Sport nachgehen, als auch Kinder, die einfach nur planschen wollen, haben das Recht, ohne lästigen Zigarettengestank ihre Freizeit zu genießen. Alle anderen werden wohl mal für ein paar Stunden aufs Qualmen verzichten können.

Klar, viele Raucher werden gegen ein Rauchverbot in Freibädern Sturm laufen. Doch davon sollte sich gerade das Sportamt nicht zurückschrecken lassen – und, wie bereits beim Alkohol, auch in Sachen Nikotin den ganz großen Schritt wagen. Damit das Freizeiterlebnis Schwimmbad für alle (!) noch schöner wird.   

von: Martin Kalitschke

Contra: Erholung für Raucher

Früher wurde gequalmt, was die Zigarettenschachteln hergaben. In Flugzeugen, öffentlichen Gebäuden, Kneipen oder Restaurants. Beinahe niemanden hat es gestört. Ich bin vor Jahren mit meiner Frau in einer griechischen Taverne Essen gegangen. Der Wirt setzte uns an einen Tisch mit anderen Leuten. Als diese mit dem Essen fertig waren, steckten sie sich Zigaretten an, gleichzeitig kam unser Essen. Echt lecker ...

Raucher wurden an die frische Luft verbannt – und das ist auch gut so. Als Jugendlicher habe ich mit meinen Freunden selber auf der Liegewiese der Coburg geraucht. Die Kippen sammelten wir dann auf und entsorgten sie. Niemand wäre damals auf die Idee gekommen, am Beckenrand zu rauchen. Und das sollte auch heute so sein. Generell sollte an Sportstätten nicht geraucht werden.

Aber dass dafür extra Schilder aufgestellt werden müssen, ist bloßer Aktionismus. Die Stadt sollte den Menschen mehr vertrauen. Das Rauchen müsste im Freibad auf den Wiesen erlaubt bleiben – Freibäder dienen der Erholung. Dazu gehört für manche auch, den Rauch einer Zigarette in den Wind zu blasen.

von: Oliver Werner

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